Scan 663
Die Geigen- und Lautenmacher vom Mittelalter bis zur Gegenwart, 1904
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1Strauch (Straucho), Matteo. — Modena. 1640.
2Ein deutscher Lautenmacher, der mehrfach als Matteo Straucho (Strauchio), Tedesco, Liotare, in Urkunden erwähnt wird und für den Hof beschäftigt war. Besonders wird er als Verfertiger von Colascionen (dreisaitigen, langhalsigen Lauten) angeführt.
4Strauss, Joseph. — Neustadt. 1750. 1775.
5Mehrfach kommen mittelmässige Geigen mit diesem Namen und der Ortsangabe vor, doch liess sich nicht feststellen, welches Neustadt gemeint ist.
7Straus, Michel. — Venedig. 1680.
8Ein deutscher Meister, von dem mir nur eine Pochette in Form eines Rebecs im Conservatorium zu Brüssel bekannt wurde.
10Streetz (Stretz), s. Strötz.
12Stregner, s. Stegher.
14Strnad, Caspar. — Prag. Geb. 6. Jan. 1752 in Prag, † 13. Nov. 1823 (am Blutsturz).
15Schon bei seiner Taufe finden wir den Geigenmacher Joh. Hellmer als Zeugen. Er wurde Schüler von Thomas Hulinzky und heirathete am 13. September 1787 Margarethe Chalipar aus Strakonic (geb. 13. Juli 1758); 1791 erwarb er das Bürgerrecht, wohnte auf der Neustadt No. 761 (jetzt Jungmannovo nám.) und war von 1811—1823 Obervorsteher der Geigenmacherzunft und beeideter Sachverständiger. Er arbeitete sehr genau nach Stradivari (grosses Format, aber nicht nach der Form, flachgewölbte Decke, starkes Holz, oft wunderbarer rother Oellack, der nur manchmal nicht durchsichtig genug ist, grosser, edler Ton, hübsche, kleine F-Löcher). C. Strnad war der erste Prager Geigenmacher, der das hochgewölbte Stainer-Modell aufgab und sich den classischen Italienern zuwandte; er machte auch treffliche Guitarren. Neben seinen guten Geigen kommen auch minderwerthige vor, deren Ton immerhin noch recht gut ist. Er verwendete verschiedene Zettel mit allerlei Emblemen; manchmal tragen die Zettel auch Nummern, die aber nicht durchlaufend zu verstehen sind, sondern nur für das jeweilige Jahr gelten. Geigen von ihm kommen in Böhmen noch häufig vor; die Braunauer Stiftskirche besitzt eine solche aus dem Jahre 1791.
17Strobl, Johann. — Hallein. — 1700. † 15. Febr. 1717 in Hallein.
18Er scheint kein eingeborener Halleiner gewesen zu sein, da sich in den dortigen Matrikeln weder sein Tauf- noch sein Trauschein eingetragen findet. Er erfreute sich als Geigenmacher eines gewissen Ansehens. Das Deckenholz ist meist gut, die Einlage fehlt oft, die Wölbung ist ziemlich hoch, die F-Löcher sauber geschnitten, aber unschön in der Linie. Bei grösseren Geigen liebt er Köpfchen statt der Schnecken. Der Lack ist glanzlos und gewöhnlich. Auf seinem Zettel erscheint der Name in Folge eines Druckfehlers auch Srtobl gedruckt.
19v. Lütgendorff, Geigen- und Lautenmacher.
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