Scan 137
Die Geigen und Lautenmacher vom Mittelalter bis zur Gegenwart, 1922
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1Fichtl, Alois Mathias. — Mittenwald. Geb. 1764. 1810
2In seiner Arbeit macht sich der Niedergang der Mittenwalder Schule bereits bemerkbar. Die Geigen sehen äußerlich noch gut aus, sind innen sorglos gearbeitet und klingen deshalb unedel.
4Fichtl, Christoph. — Füssen. Geb. um 1695, † 9. Dez. 1758
5Im Füssener Umlageregister vom Jahre 1714 wird er als Lautenmacher (kinderlos) aufgeführt.
7Fichtl (Fichtel), Gottlieb. — Breslau. 1806. 1820
8Er dürfte der Mittenwalder Familie angehört haben. Man kennt einige nach Amati hübsch kopierte Geigen von ihm. Sein Reparaturzettel findet sich in einer Laute, die angeblich C. Maria v. Weber gehört hat, und in einem Violoncello im Schlesischen Museum für Kunstgewerbe und Altertümer.
10Fichtl, Johann. — Wien. 1716. 1742
11In den Bürger- und Steuerbüchern kommt er nicht vor; er war vielleicht der Vater oder der Bruder von Martin Matthias F. Eine Viola mit seinem Namen wurde mir 1890 in Wien von einem Händler angeboten.
13Fichtl, Johann Ulrich. — Mittenwald. 1750. 1769
14Einer der besten Mittenwalder, der das Amatimodell kannte und gelben Lack verwendete. Seine Geigen sind dick im Holz, und die Arbeit ist sehr gut.
15Geigenzettel: Abb. 225.
17Fichtl, Joseph. — Füssen. Geb. um 1692, † 10. März 1759
18In der Sterbematrikel wird er als 67jähriger »Testudinarius« bezeichnet. Er ist jedenfalls identisch mit dem gleichnamigen Lautenmacher, der im Umlageregister von 1737 als kinderlos aufgeführt wird. Seine Witwe lebte noch im Jahre 1774.
20Fichtl, Joseph Anton. — Mittenwald. Geb. 12. Aug. 1758, † nach 1790
21Gute Mittenwalder Schule. Eine Viola von ihm, die er im Alter von 18 Jahren gemacht hat, besitzt das Stift St. Florian in Oberösterreich.
22Geigenzettel: Antonius Fichtl / 1776. (gedruckt).
24Fichtl, Leopold. — Mittenwald. 1756
25Klotz-Schule. Seine Geigen zeichnen sich durch leichte Ansprache und gleichmäßigen, einschmeichelnden Ton aus.
27Fichtl, Magnus (Mang) Anton. — Krems. Geb. 1748 (in Füssen oder Mittenwald?), † 4. Dez. 1792 in Krems (an »Abzehrung«)
28Um 1770 kam er nach Krems, wo er sich niederließ und am 12. Januar 1779 Bürger wurde. Am 3. Mai 1784 heiratete er Maria Anna, die Tochter des Tischlermeisters Stadler, und brachte es zu Wohlstand und Ansehen, so daß er im Jahre 1790 zum Stadtkämmerer erwählt wurde. Seiner Arbeit nach muß er aus Mittenwald stammen. Er bevorzugte ein Stainermodell, verwendete ziemlich gutes Holz und einen rötlichen Lack. Eine gute Viola von ihm, aus einem Kloster in der Nähe von Krems stammend, besitzt Hofgeigenmacher Jaura in Wien.
29Geigenzettel: *Abb. 216.
31Fichtl, Martin. — Mittenwald. 1768. 1770
32Seine Violinen klingen gut, wenn sie auch nicht immer mit wünschenswerter Sorgfalt gemacht sind.
34Fichtl, Martinus Mathias I. — Wien. Geb. um 1651 (in Füssen?), † 23. Febr. 1707 in Wien
35Seine Violinen sind nach einem kleinen Stainermodell gebaut und im ganzen unansehnlich. Er verwendete gutes Fichtenholz, dagegen meistens nur ungeflammtes Ahornholz. Auch sein dunkelbrauner Lack ist arm und ohne Glanz.
36Geigenzettel: Abb. 212.
38Fichtl, Martin Matthias II. — Wien. Geb. um 1682, † 1768
39Wahrscheinlich Sohn des Martin M. I., F., den er jedoch so wesentlich übertraf, daß man annehmen kann, daß er bei einem besseren Meister gelernt hat. Er wohnte als Geigen- und Lautenmacher im Kärntner Viertel, legte am 27. September 1724 den Bürgereid ab und kommt in den Steuerbüchern von 1749 (sie reichen nicht weiter zurück) bis 1768 vor. Zuletzt scheint er wegen hohen Alters nicht mehr gearbeitet zu haben, denn es heißt in den Akten bei ihm »Gewerbe feiernd«. Dadurch erklärt sich auch, daß in den Büchern der Wiener Geigenmacherzunft sein Todesdatum nicht verzeichnet wird. Er muß also in seinen letzten Lebensjahren der Zunft nicht mehr angehört haben. Er soll seit 1706/07 in Wien ansässig gewesen sein, was die Vermutung, daß er ein Sohn des im Jahre 1707 gestorbenen gleichnamigen Geigenmachers war, nur verstärkt. Er arbeitete sehr sauber nach einem großen Stainermodell, bevorzugt eine hohe Wölbung und verwendete nur sehr gutes, feinjähriges Fichtenholz, sowie schönes, möglichst breitgeflammtes Spiegelahornholz, und nimmt die Zargen nach der Schwarte geschnitten. Der Lack ist von schöner sattroter Farbe auf goldigem Grund. Weniger gelungen erscheinen seine Schnecken. Es gibt auch Geigen von mittelhoher Wölbung mit gelbbraunem Lack von ihm. Im Ton sind seine Geigen sehr gut und erreichen daher auch gute Preise. Daß sie sehr selten geworden sind, ist dem Umstande zuzuschreiben, daß sie in den letzten 20 Jahren massenhaft nach England und Amerika verkauft wurden, wo sie, mit Stainer- oder Albanizetteln versehen, weit besser bezahlt wurden als in Wien. Seine besten Arbeiten tragen Jahreszahlen zwischen 1730 und 1750. Zwei sehr schöne Violinen von ihm besitzt Hofgeigenmacher W. Th. Jaura, zwei Violoncelli, die sehr selten vorkommen, von 1737 und 1746 das Schottenstift in Wien. Auf einigen Zetteln gibt er nur den einen Taufnamen Martinus an.
40Geigenzettel: Martinus Fichtl / fecit Viennae 1739 (gedruckt). — Abb. 215.
Makers on this page
- Fichtl, Alois Mathias
- Fichtl, Johann
- Fichtl, Johann Ulrich
- Fichtl, Magnus Anton
- Fichtl, Martinus Mathias I.
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