Bow & Bridge Violin and bow makers, as the old books printed them

Scan 142

Die Geigen und Lautenmacher vom Mittelalter bis zur Gegenwart, 1922

48 lines. Read by computer on 27 September 2026. Printed page 138. See the scan on archive.org.

1Finke, Joseph. — Haindorf (Böhmen). 1844.
21860
3Wenig bekannter, aber tüchtiger Geigenmacher, von dem Prof. Sattler in Linz eine Violine besaß, die ebenso gut klang, als sie schön in der Arbeit und im Holz war.
4Geigenzettel: Josef Finke / Heindorf bei Friedland / in Böhmen (gedruckt). — Joseph Finke / in Haindorf / anno 1860 (gedruckt).
6Finoc(chio?), Bibbiano. — Bibbiano (Reggio Emilia). 17. Jahrhundert
7Die staatl. Sammlung alter Musikinstrumente in Berlin besitzt zwei Gitarren (Nr. 643 und 648) italienischer Herkunft, von denen die eine die Form einer Vihuela (spanische Gitarre) hat; beide sind reich eingelegt und am Griffbrett bemalt. Die erstere trug den Namen des Verfertigers: Bibbiano Finoc . . . Da Bibbiano kein gebräuchlicher Taufname ist, dürfte anzunehmen sein, daß der Verfertiger damit seine Heimat angedeutet hat.
9Finolli, Giuseppe Antonio. — Mailand. 1750.
101755
11Mittelmäßig in der Arbeit; er hat nur wenig Geigen gemacht.
12Geigenzettel: Abb. 226.
14Finte. — Paris
15Dieser Name kommt manchmal in französischen Geigen vor, mit denen ein Fälscher dem Klange nach den Namen Fent gemeint haben wird, wie auch A. Jacquot annimmt.
17Finz, Emmanuel. — Avignon. Geb. in Gibraltar um 1820, † in Avignon 10. Dez. 1866
18Selbständig von ihm gebaute Geigen sind mir nicht vorgekommen.
19Geigenzettel: Réparé par Finz / Avignon 1853 (gedr.).
21Finze. — Carpentras. 1852
22Vielleicht mit E. Finz in Avignon identisch.
23Geigenzettel: Restauré par Finze: / = Carpentras. 1852 (geschrieben).
25Fiorani, Vincenzo. — Pergola. 1855
26Seine Geigen sind gewöhnliche Handwerksarbeit. Das Holz ist sorglos gewählt und der Spirituslack spröde und unschön.
28Fiori, Amilcare. — Casinalbo. 19. Jahrhundert
29Vielleicht der Vater der Brüder Fiori, vielleicht auch ein Sohn von einem der beiden. Valdrighi zählt ihn auf (1046), doch gelang es mir nicht, eine Arbeit von ihm zu Gesicht zu bekommen.
31Fiori, Andrea (Antonio?). — Modena. Geb. um 1796, † vor 1870
32Von Hause aus Ingenieur, beschäftigte er sich aus Liebhaberei mit dem Geigenbau und brachte es in Verbin-
33dung mit seinem Bruder darin zu großer Geschicklichkeit. Er verwendete Spirituslack.
34Geigenzettel: Abb. 217.
36Fiori, Gaetano. — Modena. Geb. um 1798, † um 1873
37Bruder von Andrea F. Er lebte abwechselnd in Modena und in Casinalbo mit seinem Bruder, mit dem er gemeinschaftlich arbeitete.
39Fiorillo, Giovanni. — Ferrara. 1780
40Mehrere gute Violoncelli von ihm sind in letzter Zeit aufgetaucht, und da manches in seiner Arbeit an deutsche Art erinnert — so sind z. B. seine F-Löcher denen Stainers recht ähnlich —, hält man ihn für einen Südtiroler. Ich glaube aber, daß er als Geselle in Tirol oder Deutschland gearbeitet hat, denn das Italienische in seinen Werken hat doch das Übergewicht. Viorillo zu schreiben ist falsch.
42Fiorini, Alessandro (Losandro) und Antonio. — Bologna. 1671. 1720
43Wahrscheinlich der Stammvater der Familie (zu der wohl auch die Floreni gerechnet werden müssen). Auch sein Sohn Antonio soll Geigenmacher gewesen sein, doch gelang es mir bisher nicht, Arbeiten von ihnen nachzuweisen. Die Zettel beider teilt de Wit zum erstenmal mit.
44Geigenzettel: Antonius Fiorini Bononiae / fecit Anno 1720 (gedruckt).
46Fiorini, Giuseppe. — München, Zürich. Geb. 1861 in Bazzano
47Er kam mit seinen Eltern im Jahre 1867 nach Bologna, erhielt eine gute Schulbildung und war von Ende 1876 an Schüler seines Vaters Raffaele F. Schon im Jahre 1881 machte er sich selbständig, und um seinem Vater, der hauptsächlich Violoncelli baute und Reparateur war, keine Konkurrenz zu machen, verlegte er sich auf den Bau von Violinen und den Handel mit alten Meisterwerken. Zu diesem Zwecke unternahm er größere Reisen, die ihn wiederholt auch nach Deutschland führten. Im Jahre 1889 wurde er der Schwiegersohn Andr. Riegers in München und leitete das Geschäft unter der Firma Rieger & Fiorini, die dann Mitte 1899 in »Giuseppe Fiorini« umgewandelt wurde. Auch jetzt ist der Bau neuer Violinen und der Handel mit alten Meistergeigen seine Hauptbeschäftigung. Er macht seine Violinen in allen Teilen selbst, und da sie vorzüglich gearbeitet sind und vortrefflich klingen, fehlt es ihm auch nicht an ehrenden Anerkennungen und Auszeichnungen aller Art. Seine Geigen sind, ohne Kopien zu sein, von ausgesprochen italienischem Charakter und entsprechen der Schule, aus der er hervorgegangen ist. Er ist als vielerfahrener, gründlicher Geigenkenner geschätzt und war Mitbegründer und Vorstandsbeisitzer des Deutschen Geigenmacherverbandes, sowie Obmann der Sachverständigenkommision für die Beurteilung alter Instrumente. Durch den Krieg wurde er im Mai 1915 veranlaßt seine Werkstatt nach Zürich zu verlegen. Er wurde da in der Kunstwelt sehr freundlich aufgenommen und hat sich fast

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