Scan 153
Die Geigen und Lautenmacher vom Mittelalter bis zur Gegenwart, 1922
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1Friede (Friedl?), Johann Karl
2Eine angeblich aus dem Jahre 1700 stammende Zither mit diesem Namen stellte A. F. Hill in der Londoner Music Loan Exhibition 1904 aus.
4Friedel, Heinrich August. — Berlin. Geb. 11. Okt. 1863 in Markneukirchen
5Schüler von Gustav Otto. Nachdem er jahrelang bei hervorragenden Meistern als Gehilfe gearbeitet hatte, gründete er im Jahre 1889 sein Geschäft in Berlin und erwarb sich durch seine besondere Tüchtigkeit sehr bald einen großen Kundenkreis. Seine neuen Geigen werden von ersten Künstlern gern gespielt und als Reparateur erfreut er sich eines wohlverdienten Rufs.
6Geigenzettel: H. A. Friedel / Berlin W. 18 . . (gedr.).
8Friedrich, Johann s. Gözel
9Friedrich, John. — New York. Geb. 26. Juni 1858 in Kassel
10Schüler von Joseph Schonger in Kassel, arbeitete von 1875—1883 in Kassel, Stuttgart, Leipzig und in Berlin bei O. Möckel; dann ging er nach Amerika, wo er in New York mit seinem Bruder William († 1. Mai 1911) die Geigenmacherfirma John Friedrich & Bro. gründete. Nach dem Tode des Bruders trat dessen Sohn William J. Fr. in die Firma ein, deren Teilhaber schon seit 1893 Ernest N. Daring ist. Die Geigen sind gut und sauber gemacht und erhielten auf den Weltausstellungen in Chicago (1893) und Saint Louis (1904) die höchsten Preise.
11Geigenzettel: John Friedrich fecit New-York (gedr.).
13Friedstadt, Johann Christoph. — Kassel. Geb. 1694, † im April 1775 im Alter von 81 Jahren und 14 Tagen
14Obwohl er »Hofinstrumentenmacher« war, ließ sich im Archiv in Kassel nichts über ihn finden. Er war möglicherweise ein Sohn des 1733 im Alter von 61 Jahren verstorbenen Hofmalers Johann Wilhelm Fr. und ein Bruder des Hofmusikers Joh. Heinr. Fr. († 1782), des Stadt- und Turmmusikers Ernst Fr. († 1787) und des am 17. Februar 1762 im Alter von 57 Jahren zu Kassel verstorbenen herrschaftlichen Malers Johann Martin Friedstadt. — Seine Arbeit ist gut und reich verziert, eine Altviola von ihm befindet sich in der staatl. Sammlung alter Musikinstrumente in Berlin (Nr. 872).
16Fritsch, Caspar. — Wildstein b. Eger. Geb. 29. Jan. 1875, † (gefallen) 1916
17Schüler von Ernst Reinh. Schmidt in Markneukirchen. Er arbeitete als Gehilfe in Markneukirchen und Schönbach und machte sich 1899 selbständig. Er baute Streichinstrumente und beschäftigte sich hauptsächlich mit der Wiederherstellung alter Geigen.
19Fritsche (Fritzsche), Johann Samuel. — Dresden, Leipzig. 1780. 1810
20Er war ein Schüler von Hunger und ein recht tüchtiger Geigenmacher, der die Cremoneser mit Geschick nachahmte. Auch sein bernsteinfarbiger Lack ist verhältnismäßig gut. Er verwendete verschiedene Zettel.
21Geigenzettel: Joh. Sam. Fritsche / Leipzig. 1794 (gedruckt). — Johann Samuel Fritsche / Lauten- und Instrumentenmacher / fecit Dresde 17 . . (gedruckt). — Johann Samuel Fritsche / in Leipzig 17 . . (gedruckt).
23Fritz. — Nürnberg. 1393. 1403
24Im Kreisarchiv Nürnberg findet sich ein »Lautenmacher Fritz« erwähnt. Fritz dürfte nur der Tauf- und nicht der Familienname gewesen sein. »Fritz Lautenmacher« wurde 1393 als Bürger aufgenommen und bis 1403 in den Losungslisten (Losung, d. i. direkte Steuer) aufgeführt. Er wohnte zuerst bei St. Martha und dann am Fischbach (in der heutigen Karolinenstraße). Ein anderer Fritz, der der Wende vom 16. zum 17. Jahrhundert angehört haben dürfte, wird in dem 1613 aufgestellten Musikinstrumenteninventar des Landgrafen Moritz von Hessen (in Kassel) erwähnt, wo es heißt: »25. eine Steinwerk-gelbe Viola di gamba So fritz von Nürnbergk gemacht, darunter Ein baß, drey Tenor undt zwey Soprani.«
26Fritz, Johann. — Innsbruck. Geb. 27. Dez. 1783 zu Pfaffenhofen (Oberinntal), † n. 1825
27Er war ein Bauernsohn und erlernte das Tischlerhandwerk. In seinen freien Stunden beschäftigte er sich mit der Anfertigung von Harfen und Gitarren und reparierte Geigen. Er kam dann als Geselle zu dem Orgel- und Instrumentenbauer G. Gröber, bei dem er seine Kenntnisse vervollkommnete. Angeborenes Talent und Handgeschicklichkeit kamen ihm zustatten, und im Jahre 1816 erbat er beim Innsbrucker Magistrat die Zulassung als Musikinstrumentenmacher. Diese erhielt er aber erst, nachdem er durch Anfertigung einer in allen Teilen selbst gemachten Violine seine Tüchtigkeit erwiesen hatte. Den Geigenbau hat er zwar nicht regelrecht erlernt, sich aber jedenfalls von fachkundiger Seite Rats erholt und sich gute Vorbilder verschafft. In seinen Geigen erkennt man noch die Traditionen der alten Tiroler Schule, in seinem Lack kommt er sogar den Italienern nahe, die Brust nimmt er breit und flach, der Boden ist mehr gewölbt als die Decke. Der Boden ist häufig nach der Schwarte geschnitten und besteht bei größeren Geigen auch aus weniger schönem Holz (Apfel- oder Birnbaum). Die Schnecke ist hübsch, die F-Löcher erinnern an Stainer, sind aber bei den Bratschen zu klein. Der Ton ist meistens recht gut, wenn auch nicht groß. — Nach Dr. F. Waldners Forschungen, der ausführliche Angaben über Johann Fritz bringt (Nachrichten über Tiroler Lauten- und Geigenbauer, S. 46ff.), heiratete er am 30. März 1818 die Gärtnerstochter Crescentia Trenkwalder. Sein Todesjahr war nicht zu ermitteln. Die vorläufig letzte Jahreszahl, die ich in einer Gitarre von ihm fand, war 1825, was nur beweist, daß er damals noch lebte.
28Geigenzettel: Johann Fritz / Geigen- und Chitarmacher / in Innsbruck. 1821 (gedruckt). — Johann / Fritz / Instrumentenmacher / zu Innsbruck / Anno1825 (geschrieben in einer Gitarre).
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