Scan 157
Die Geigen und Lautenmacher vom Mittelalter bis zur Gegenwart, 1922
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1Gäßler, Andreas. — Mittenwald. 1750. 1753
2Einzelle seiner Geigen sind recht gut, das Modell entspricht der Mittenwalder Schule.
4Gäßler, Michael. — Mittenwald. Geb. 22. Sept. 1750
5Wahrscheinlich Andreas G.s Sohn. Er soll jung gestorben sein und hat wohl nur wenig Geigen gemacht
7Gaetano s. Antoniaszi
9Gaffino, Giuseppe. — Paris. 1734. † vor 1789
10Ein Italiener, wahrscheinlich aus Piemont, Schüler und später vielleicht Gesellschafter seines Pariser Landsmannes Castagnéri, wenn die Abkürzung: »Cto«. mit Consorto richtig gedeutet ist, und von 1766—1767 geschworener Meister der Lautenmacherzunft. Sein Geschäft, mit dem ein schwungvoller Instrumenten- und Saitenhandel verknüpft war und das das Schild »à la musette de Colin« führte, wurde nach 1789 von der Witwe fortgesetzt. Seine Arbeit hat ganz den französischen Charakter, er verwandte blaßroten oder gelben Lack. Ein Alto von großem Patron aus dem Jahre 1748 ist im Cons. des Arts et Métiers in Paris. Seine Geschäftskarte, die als Einfassung die Umrisse eines Geigenbodens zeigt, lautete: »à la Musette de Colin.« / »Joseph Gaffino, maître et marchand Luthier à Paris rue des / Prouvaires, fait vend, achète et loue toutes sortes d'instruments de / musique, scavoir: violons, basses d'orchestre violoncellos, alto viola, / violes d'amour et toutes sortes de sa façon. Il vend aussi violons / et basses de Crémone, basses de viole d'Angleterre et de toutes / sortes d'auteurs etc. etc.«
11Geigenzettel: Gaffino Cto di Castagnery / rue des Prouvaires, / Pariggi 1748 (gedruckt). — Gaffino Cto di Castagnery / rue des Prouvaires. Pariggi 1755 (gedr.) und Abb. 264.
13Gagliano, Alberto. — Neapel. 1877
14Wahrscheinlich ein Sohn von Raffaele G., dem seine Arbeit ähnlich ist.
16Gagliano, Alessandro. — Neapel. Geb. in Neapel um 1660, † 1725
17Jussupoff erzählt eine romantische Geschichte von einem Duell, das der einer vornehmen Familie entsprossene Gagliano gehabt haben soll, und das ihn nötigte, aus Neapel zu fliehen. Er sei dann nach Cremona gekommen und Schüler von Stradivari geworden. Das Letztere behauptet G. selbst auf seinen Zetteln, es erscheint auch recht glaubwürdig, daß er, wie behauptet wird, 30 Jahre lang Stradivaris Gehilfe gewesen sein soll. Die ältesten Instrumente von Alessandro sind allerdings erst von 1695 datiert; sie zeichnen sich gleich durch ausgesucht schönes Holz und schöne Arbeit aus. Die F-Löcher sind groß und steil (Mensur meist 200 mm statt 195 mm), die Schnecke klein und manchmal nicht sehr sorgfältig geschnitzt, der prachtvoll geflammte Boden meist aus einem Stück. Der Lack ist wundervoll tiefrot oder orangefarben und leicht vom Cremoneser zu unterscheiden; in der Form erinnern seine Geigen an die besten Arbeiten Carlo Bergonzis, wofür sie auch oft verkauft werden. G. ist der Gründer der Neapolitanischen Schule und das Haupt der bis auf unsere Tage bestehenden Familie. Er hinterließ zwei Söhne, die gleichfalls Geigenmacher wurden.
19Geigenzettel: Alessandro Gagliano Alumnus / Stradivarius fecit Neapoli anno 17.. (gedruckt). — Alexandri Gagliano Alomnus / Stradivarius fecit Neapoli anno 1701 (bei Vidal, gedruckt). — Alexander Gagliano Alumnus Antonis / Stradivarius fecit anno 17.. (gedr.) und Abb. 266 und 283.
21Gagliano, Antonio I. — Neapel. Geb. um 1728, † um 1795
22Dritter Sohn von Nicola und jüngerer Bruder Ferdinandos. Er verwandte roten Lack, machte den Boden einteilig und arbeitete fast nur mit Josef und mit Raphael G. zusammen. Der gemeinsame Zettel kommt noch mit Jahreszahlen bis 1807 vor.
24Geigenzettel: Joseph et Antonius / Gagliani Filii Nico-/ laj et Nepotes Ja-/ nuari F Neap. 1771 (gedruckt). — Joseph & Antonius Gagliano / fec. anno 1787 / In Platea dicta Cerriglio (gedruckt).
26Gagliano, Antonio II. — Neapel. Geb. nach 1790, † 27. Mai 1860
27Sohn von Giovanni und Enkel von Nicola G. Er arbeitete gemeinsam mit seinem Bruder Raffaele und benutzte auch nach dem Tode des Bruders die gemeinsamen Zettel, die seine Nachfolger allerdings auch noch weiter verwendeten. Er war nicht mehr hervorragend. Seine Wohnung war um 1826 »Sedile di Porto«, später Via Ciriglio Nr. 75.
29Geigenzettel: Antonio Gagliano / Via Ciriglio No 75 Neap. / fecit Anno 1837 (gedruckt).
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