Bow & Bridge Violin and bow makers, as the old books printed them

Scan 161

Die Geigen und Lautenmacher vom Mittelalter bis zur Gegenwart, 1922

39 lines. Read by computer on 27 September 2026. Printed page 157. See the scan on archive.org.

1Gamble, J. — 1785
2In einem guten Violoncello fand sich dieser Name.
4Gambon, A. — Maastricht (Holland). 1828. 1858
5Seiner Arbeit nach gehört er der französischen Schule an. Seine Geigen sind aber in jeder Beziehung mittelmäßig. C. C. Snoeck besaß eine Violine von ihm aus dem Jahre 1828. Auf einem Reparaturzettel von 1858 schreibt er seinen Namen deutlich lesbar »Gambom«. Es ist nicht zu entscheiden, ob er sich da verschrieben hat, oder ob er diese Schreibweise für richtiger hielt.
6Geigenzettel: Racommodé / par A. Gambon / Lutier / à Maestricht. (gedruckt).
8Gamboni. — Neapel. Geb. um 1724, † n. 1814
9An seinen Geigen ist eigentlich nur das Holz gut, und dies verdankt man dem Umstande, daß er im Besitz von Geigenholz aus dem Nachlasse von Antonius Amati war1).
11Gand, A. E., lebt als »Luthier« in Laval (Dép. Mayenne)
12Gand, Charles-Adolphe. — Paris. Geb. in Paris 11. Dez. 1812, † 24. Jan. 1866
13Schüler seines Vaters, dessen Werkstatt er 1845 übernahm. Er hat nicht viele neue Geigen gebaut, die wenigen aber sind trefflich. Er wurde, wie sein Vater, Geigenmacher der Königl. (später Kaiserl.) Hofkapelle und des Konservatoriums und wurde 1862 zum Ritter der Ehrenlegion ernannt. Im Jahre 1855 trat sein Bruder Eugène in das Geschäft; die Firma lautete von da an bis 1866 »Gand frères« und stand nach wie vor in höchstem Ansehen.
14Geigenzettel: Adolphe Gand fils / à Paris 1832 (geschrieben) und Abb. 300.
16Gand, Charles-François (»Gand père«). — Paris. Geb. in Versailles am 5. Aug. 1787, † 10. Mai 1845 in Paris
17Sohn von Michel G. Von 1807—1810 würdiger Schüler, später der Ehemann der Pflegetochter und seit 1824 auch Nachfolger Nic. Lupots. Nach seiner Lehrzeit war er kurze Zeit in Versailles ansässig2) und ging dann nach Paris, wo er 1810 die Werkstatt und den Nachlaß Kolikers kaufte und zunächst in der Rue Croix des Petits Champs Nr. 5 und seit 1820 in derselben Straße Nr. 24 seine Werkstatt aufschlug. Nach Lupots Tode übernahm er 1824 auch dessen Werkstatt. Er war unstreitig der bedeutendste französische Geigenmacher seiner Zeit, unübertroffen in der Sorgfalt und künstlerischen Durchführung seiner Arbeit. Seine Geigen sind herrlich im Ton und schön in ihrem rotbraunen, manchmal etwas dicken und nicht allzu durchsichtigen Lack. Ebenso trefflich war er als Reparateur. Seine Instrumente werden schon jetzt den alten italienischen als gleichwertig an die Seite gesetzt und teuer bezahlt. Das Museum des Pariser Konservatoriums besitzt verschiedene Arbeiten von ihm. Er hatte zwei Söhne.
18Geigenzettel: Ch. F. Gand élève de Nicolas Lupot / successeur du sieur Koliker / rue Croix des Petits Champs 5 Paris 1810 (gedruckt) und Abb. 304—306.
20Gand, Charles-Michel. — Versailles. Geb. um 1748 in Mirecourt, † 1820 in Versailles
21Um 1780 ließ er sich in der Rue du Commerce Nr. 71, später in der Rue de la Paroisse Nr. 32 nieder. Sein Firmenschild lautete: »Aux tendres Accords«. Über seine Arbeiten ist nichts bekannt. Er ist der erste Geigenmacher in seiner Familie; doch waren seine Vorfahren bereits Geigenhändler. Er hatte zwei Söhne Charles François und Guillaume.
23Gand, Charles-Nicolas-Eugène. — Paris. Geb. in Paris am 5. Juni 1825, † 5. Febr. 1892
24Jüngerer Sohn und Schüler von Ch. Franç. G. Er verband sich 1855 mit seinem Bruder und 1866 nach dessen Tod mit den Brüdern Bernardel. Die beiden berühmten Häuser wurden dadurch zu einem vereinigt, ihre Werkstätten waren zuerst in der Rue Croix des Petits-Champs Nr. 21 und seit 1883 in der Passage Saulnier. Aus ihren Händen gingen nur treffliche Instrumente hervor, da sie auch in der Wahl ihrer Mitarbeiter außerordentlich vorsichtig waren. Eugène G. war auch ein tüchtiger Musiker und Offizier der Ehrenlegion. Seine erste Violine trägt den Zettel: »Eugène Gand fils / à Paris 1842 No 1.«
25Geigenzettel: Gand & Bernardel Fres / Luthiers de la Musique de l'Empereur et du Conservatoire / No .. Paris 18 .. (gedruckt) und Abb. 301 und 302. Nach 1886 d. h. nach dem Ausscheiden Ernest Bernardels: Abb. 303.
27Gand, Francesco. — Madrid. 1788
28Ein nach Spanien verschlagenes Mitglied der Mirecourter Familie. A. Jacquot kennt eine schöne Arbeit (Alto) von ihm. Eine Viola trägt den Zettel: Echo pr Franc. Gand / En Madrid año 1788 (geschrieben).
30Gand, Guillaume-Charles-Louis. — Versailles. Geb. 22. Juli 1792 in Paris, † 31. Mai 1858 in Versailles
31Zweiter Sohn von Charles-Michel G. Gilt mit Recht für einen der besten Schüler Lupots. Nachdem er bei Lupot ausgebildet war, übernahm er die Werkstatt seines Vaters; in seiner Arbeit setzte er Lupots Traditionen fort und baute viele Geigen, die jetzt sehr geschätzt werden.
33Gand. — Amiens. 1803
34Er stammte wahrscheinlich aus Mirecourt und dürfte ein Bruder von Charles-Michel G. gewesen sein.
35Geigenzettel: Recoupé par Gand / luthier à Amiens / en 1803 (gedruckt).
371) Bei der 1814 von ihm veranstalteten Auktion kaufte Gagliano solches Holz für drei Violinen um 100 span. Piaster (über 500 M.).
382) Damals bezeichnete auch er sich auf seinen Zetteln, die vor 1816 zumeist geschrieben waren, als »Gand fils«.

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