Bow & Bridge Violin and bow makers, as the old books printed them

Scan 164

Die Geigen und Lautenmacher vom Mittelalter bis zur Gegenwart, 1922

44 lines. Read by computer on 27 September 2026. Printed page 160. See the scan on archive.org.

1ließ sich in der Rue St. Thomas du Louvre nieder, wo er von der Lautenmacherzunft zum geschworenen Meister für 1762 erwählt wurde. Seine guten Geigen sind aus schönem Holz gebaut, gut in der Form und im Lack. Statt der Schnecke verwendete er auch geschnitzte Köpfe, z. B. einen König David an einem Kontrabaß, den die Schule des Pariser Konservatoriums besitzt. Dieser Baß hat einen trefflichen Ton und stammt aus dem Jahre 1757. Im Museum desselben Konservatoriums befinden sich noch mehrere Geigen und Violen von ihm. Ein Quinton von 1749 wird in Bruni-Gallays Inventaire (aus dem Besitz des Grafen Puységur) erwähnt (S. 121). — Er ahmte gerne das große Stradivariomodell nach und versah seine Arbeiten auch mit einer Brandmarke.
2Geigenzettel: Abb. 236 und 312.
4Gavoni, Antonio. — Modena. 1777
5Violoncelli und Bässe von ganz gewöhnlicher, handwerksmäßiger Arbeit von ihm kommen gelegentlich noch vor.
7Gavot. — Mirecourt
8Von dieser Familie nennt A. Jacquot:
9 Nicolas I G. 1738;
10 Nicolas II G. 1741. 1763;
11 Nicolas III G. 1747. 1765.
13Gazzeri, Domenico. — Florenz. — 1682
14Sohn des Marco G. Ein älterer florentinischer Lautenmacher, den Valdrighi (1196) erwähnt.
16Gazzóla, Prosdocimo. — Crespano. Geb. 1822, † nach 1884
17Hauptsächlich als Baßmacher und trefflicher Reparateur bekannt.
19Geaye s. Jaye
21Gebhardt, J. C. — Hamburg
22Ein in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts lebender Meister, der zwar nur selten Geigen oder Violoncelli, dagegen sehr viele und gute Bässe gebaut hat.
23Geigenzettel: J. C. Gebhardt / Instrumentenmacher / in / Hamburg (gedruckt).
25Gedler (Gidl), Johann Anton. — Füssen. 1752. 1800
26Schüler von Maldoner oder S. Niggel, deren Modelle von ihm nachgeahmt wurden. Es ist wahrscheinlich, daß auch in Füssen schon eine Arbeitsteilung eintrat, und daß es dort u. a. schon Halsschnitzer gab. So dürfte der selbe Halsschnitzer, der für Fr. Ant. Stoß die Schnecken machte, auch für Gedler gearbeitet haben. Die übrige Arbeit ist recht gut, der Boden meist aus einem Stück, die Wölbung noch höher als bei Stainer, der rotgelbe Lack dünn aufgetragen und spröde. Gedler machte auch noch Geigen nach den im 17. Jahrhundert beliebten Modellen, mit wellenförmig ausgebogenen Zargen. Der Ton ist manchmal vorzüglich, oft aber auch schwach und näselnd. Eine Violine von ihm mit der Jahreszahl 1800 befindet sich auf dem Chore der St. Mang-Kirche in Füssen.
27Geigenzettel: Abb. 277.
29Gedler, Joseph Benedict. — Füssen. Geb. um 1759, † 28. März 1830
30Sohn und Schüler von J. Ant. G., den er nachahmte. Sein Lack ist jedoch heller, oft goldgelb oder weinrot, aber ebenfalls spröde. Die Arbeit ist gut und der Ton hell und leicht ansprechend. Er war der letzte Geigenmacher von einiger Bedeutung in Füssen, wo sein Andenken bis auf den heutigen Tag fortlebt.
31Geigenzettel: Joseph Benedictus Gedler / in Füssen 1796 (gedruckt). — Joseph Benedikt Gedler in / Füssen 1812 (gedruckt).
33Gedler, Norbert. — Würzburg. 1715. 1723
34Er wanderte aus Füssen, wo schon 1504 ein aus Tannheim stammender Konrad Gedler nachzuweisen ist, in Würzburg ein und wurde Hoflauten- und Geigenmacher des Bischofs von Würzburg. Er war sehr geschickt, scheint jedoch jung gestorben zu sein. Seine Arbeit wurde geschätzt, aber sein Name kam in der entstellten Form »Bedler« in die Geigenliteratur, da in einigen seiner handschriftlichen Zettel das G dem heute gebräuchlichen B ähnelt. De Piccolellis nennt ihn sogar Besler. Das Museum des Pariser Konservatoriums besitzt eine sehr schöne Viola di bordone, eine ebensolche von 1715 die Sammlung Keil in Lissabon (Nr. 256), eine Viola Dr. med. Hildenbrand in Duisburg und Hauptlehrer Roman Dereth in Miltenberg ein sehr gutes (aus einer Kirche im Bistum Würzburg stammendes) Violoncello von ihm mit dem Zettel: Norbertus Gedler / Hochfürstl. / Hof-Lauten- und Geigen- / Macher in Würtzburg / im / Jahr 1722.
36Gehring, Friedrich. — Basel. Geb. 1854 in Trutingen (Kanton Bern)
37Erlernte bei C. M. Ott in Basel den Klavierbau, arbeitete von 1881—1882 in Paris, hielt sich dann von 1883 an über sechs Jahre in Nordamerika auf, wo er sich 1884 selbständig machte, kehrte aber 1889 in die Heimat zurück und eröffnete in Basel ein Geschäft, in welchem er den Klavierbau und den Bau von Streichinstrumenten mit neuartigem Resonanzkasten betreibt (auch Gitarren und Zithern). Geigen in der gebräuchlichen Form macht er jedoch nicht. Sein Modell hat keine seitlichen Einbuchtungen; die Decke ist stark gewölbt und direkt mit dem Boden verbunden. Die Urteile über diese Erfindung gehen noch scharf auseinander, doch läßt sich nicht leugnen, daß Gehring Instrumente von schöner Klangfülle gemacht hat. Er verwendet als Grund Spirituslack und als Decklack Kopal oder Bernsteinlack.
38Geigenzettel: Fritz Gehring / Instrumentenmacher / Basel 18 . . / Pat. No . . (gedruckt).
40Geiger, Fr. J., lebt in Sulzberg bei Kempten
42Geipel, Hermann. — Brambach i. S. Geb. 1862 in Fleissen i. B.
43Schüler von Ludw. Glaesel jun., war nach beendet Lehrzeit fünf Jahre als Gehilfe tätig und begründete 1884 in Brambach sein eigenes Geschäft, in welchem nach eigenem System lackierte Streichinstrumente hergestellt werden, die hauptsächlich nach England gehen. Er ist der Schwager Aug. Ant. Reichels.

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