Scan 175
Die Geigen und Lautenmacher vom Mittelalter bis zur Gegenwart, 1922
54 lines. Read by computer on 27 September 2026. Printed page 171. See the scan on archive.org.
1Glier, Carl Wilhelm. — Geb. 7. Aug. 1767, † 30. Okt. 1834
3Glier, Johann. — Geb. nach 1812, † um 1895
4Er ging in jungen Jahren nach Rußland und Polen und ließ sich dann in Warschau nieder, wo er sowohl Geigen als Blasinstrumente fabriksmäßig herstellte. Er beschäftigte ungefähr 24 Arbeiter.
6Glier, Johann Adam I. — Geb. 1693, † 31. Nov. 1777 im Alter von 84 Jahren 4 Monaten und 27 Tagen
7Er wurde im November 1723 Meister, war Bürger und verkaufte seine Geigen im Umherziehen, wobei ihn sein Sohn begleitete. Er brachte es damit zu einigem Vermögen und saß 1768—1772 im Zunftrate.
9Glier, Johann Adam II. — Geb. 3. Sept. 1725, † 17. Sept. 1774
10Zweiter Sohn von Johann Adam I Gl. Da er viel mit seinem Vater auf Reisen war, bewarb er sich erst im Alter von 35 Jahren um die Aufnahme in die Zunft, während es sonst üblich war, daß dies schon im 20. oder 22. Lebensjahr geschah. Am 2. Dezember 1760 wurde er Meister, starb aber noch vor seinem Vater.
12Glier, Johann Friedrich. — Geb. um 1730
13Er war keines Meisters Sohn und mußte daher die volle Gebühr (31 Taler) erlegen, als er am 24. Mai 1752 gleichzeitig mit seinem Vetter Joh. Gg. Gl. als Meister in die Zunft aufgenommen wurde.
14Geigenzettel: Johann Friedrich Glier, / erfunden von Jacob Steiner in / Apsam, probe oenipundum. (gedr.).
16Glier (Glüer), Johann Georg I. — Geb. 1733, † 3. Juni 1809
17Wahrscheinlich Sohn und Schüler von Johann Adam F. Gl. Er wurde am 24. Mai 1752 als Meister in die Zunft aufgenommen und bei dieser Gelegenheit ausdrücklich als Meisterssohn bezeichnet. Er erreichte ein Alter von 76 Jahren 4 Monaten und 2 Tagen.
19Glier, Johann Georg II. — Geb. 25. Nov. 1762, † 5. Febr. 1845
20Sohn von Joh. Gottlob Gl. Ein sehr fleißiger Geigenmacher, der bis in sein hohes Alter tätig war und neben vielen gewöhnlichen Geigen auch einige recht gute gemacht hat.
21Geigenzettel: Johann Georg Glier / in Neukirchen im Voigtl. / 1812. (gedr.).
23Glier, Johann Georg III. — Geb. 23. März 1763, † nach 1810
24Sohn und Schüler von Joh. Georg I Gl. Er war viel auf Reisen und soll auch in der Fremde gestorben sein.
26Glier, Johann Gottlieb (Gottlob). — Geb. 1732, † 1799
27Er war unter den Geigenmachern aus seiner Familie im 18. Jahrhundert der beste und hat auch viele andere Neukirchener Meister beschäftigt. Seine Geigen sind recht gut und sauber im vogtländischer Stil ausgeführt. Er starb 67 Jahre 7 Monate und 12 Tage alt.
28Geigenzettel: Iohann Gottlieb Glier / Fabrique in Neukirchen bey / Adorf im Voigtl. (gedr.).
30Glier, O. R. — Geb. 1857
31Schüler von Herm. Dölling sen. Als Gehilfe arbeitete er drei Jahre bei J. J. Held und begründete 1880 sein eigenes Geschäft. Er erfand eine Schoßvioline zur Begleitung des Zitherspiels und ist ein tüchtiger Meister.
33Glier, Robert. — Cincinnati. 1885
34Ein Markneukirchener, der sich in Amerika niederließ. Bekannt sind seine Versuche, Geigendecken aus dem Holze der Balsamfichte anzufertigen, wozu er von Konzertmeister Schradieck veranlaßt wurde.
36Glier, Wilhelm. — † vor 1900
37Bruder von Johann Gl., dem er nach Warschau folgte. Er galt in Rußland und Polen als geschickter Geigenmacher und hatte daher viel zu tun. Sein Sohn Adolf soll sich mehr auf den Handel verlegt haben.
39Glier s. auch Klier
41Glinton, R. — Cork. 1895. 1905
42Ein Liebhaber, dem einige gute Geigen gelungen sind.
44Gloag, John. — Galston. Geb. 1853
45Seine Geigen sind nach dem Stradivariomodell gebaut.
47Gloss, Friedrich. — Wien. Geb. in Wien 9. Mai 1882, gefallen 5. Mai 1915 in Przemysl
48Schüler von Carl Zach und Ig. Bucher, ein geschickter Geigenmacher, der seit 1908 bei Hofgeigenmacher W. Th. Jaura arbeitete.
50Gluer s. Glier
52Gobetti, Francesco. — Venedig. 1690. 1732
53Nach seiner Arbeit gehört er zur Cremoneser Schule, viele machen ihn sogar zu einem persönlichen Schüler Stradivaris. Er ist nächst Montagnano und Serafino Santo der bedeutendste Venezianer Geigenmacher. Als seine Arbeitszeit wird gewöhnlich der Zeitraum von 1690—1725 angegeben; ich halte die Zahlen für ungenau, da mir Geigen mit einem vor dem 18. Jahrhundert liegenden Datum von Gobetti nie vorgekommen sind; im Stifte St. Florian in Oberösterreich befindet sich allerdings eine Violine von ihm, auf der die Jahreszahl 1761 zu lesen ist, — wenn die 6 nicht etwa als 0 gelesen werden muß. — Seine Geigen, von breitem, flachgewölbtem Patron, erinnern an frühe Arbeiten Stradivaris und halten zwischen dem Stradivari- und Amatimodell die Mitte, doch wußte er dabei seinen Violinen durchaus den Stempel seiner Eigenart aufzudrücken. Er verwandte sehr schönes Holz und war sorgfältig in der Arbeit; seine F-Löcher sind denen Ruggeris ähnlich; weniger gelungen ist ihm der Schwung der Schnecke. Sein Lack, der ursprünglich ganz rot gewesen sein muß, erscheint jetzt von
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- Glier, Johann Georg I.
- Glier, Johann Gottlieb (Gottlob)
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