Bow & Bridge Violin and bow makers, as the old books printed them

Scan 18

Die Geigen und Lautenmacher vom Mittelalter bis zur Gegenwart, 1922

32 lines. Read by computer on 3 September 2026. Printed page 14. See the scan on archive.org.

1Alletsee besaß eine große Handgeschicklichkeit, guten Geschmack und Formensinn, und so zeichnen sich seine Arbeiten durch Sorgfalt und Zierlichkeit in den Einzelheiten aus. Am häufigsten kommen größere Geigen (Violen, Liebesgeigen, Violoncelli usw. und besonders Baßinstrumente, die sich zu seiner Zeit einer weit über München hinaus gehenden Beliebtheit erfreuten) von ihm vor, doch kennt man auch eine Reihe schöner Violinen von seiner Hand. In der Wahl des Holzes erweist er sich als Kenner, und sein hellgelber oder dunkelroter Lack hat vorzügliche Eigenschaften. Seinen Namen schrieb er selbst verschiedenartig, auf seinen Zetteln bediente er sich der deutschen, lateinischen und italienischen Sprache, wobei er München in »Monaco« übersetzte, was einige Schriftsteller zu dem Irrtum verleitete, ihn nach dem Fürstentum »Monaco« zu versetzen. Violen von ihm befinden sich im Germanischen Museum in Nürnberg (von 1713), im Museum Franc.-Carolinum in Linz (von 1724), im Nationalmuseum in München (von 1730), in W. Heyers Musikhistorischem Museum in Köln, im Hohenzollernschen Museum in Sigmaringen usw. usw. Die meisten Geigen haben Löwenköpfe u. dgl. am Wirbelkasten. Solche brachte er auch bei seinen Violoncelli an, wie ein Beispiel im Cisterzienserinnenkloster Oberschönenfeld bei Augsburg zeigt. Eine Nonnengeige vom Jahre 1732 befindet sich in der Sammlung des Historischen Kreisvereins in Landshut in Bayern und eine ebensolche von 1737 besaß C. C. Snoeck. Ein Baryton mit 6 Darm- und 11 Metallsaiten von ihm (Korpus 65 cm, ganze Länge 132 cm) besitzt C. Claudius in Kopenhagen. Eine Viola mit hübsch geschnitztem Köpfchen besaß A. J. Kochendörfer in Stuttgart.
3Geigenzettel: Paulus Alletsee f. / Lauten und Geigenmacher i. München / 1724 (gedruckt). — Paolo Aletzie Monaco / 1730 (gedruckt) und Abb. 18, 27, 28.
5Allin, Jos. — Lebt als Geigenmacher in London
6Altenöder s. Neuner & Hornsteiner
7Althenn, Georg Philipp. — Frankfurt a. M. Geb. 1719 in Frankfurt a. M. 1750
8Sohn von Peter Althenn und wie dieser Instrumentenmacher und Musiker. Er war Mitglied der städtischen Kapelle, erwarb 1793 das Bürgerrecht und wurde damit selbständiger Meister. Eine sechsschörige Zither von ihm besitzt die Sammlung Crosby Brown in New York (Nr. 1297).
10Althenn, Peter. — Frankfurt a. M. 1706. 1719
11Ein Musiker und Instrumentenmacher, der 1706 aus Kelsterbach a. M. nach Frankfurt eingewandert und Mitglied der städtischen Kapelle geworden war. Für seine Stellung spricht es vielleicht, daß sein Sohn 1719 vom Kapelldirektor Telemann aus der Taufe gehoben wurde.
13Altimira. — Barcelona. 1850. 1880
14Musikinstrumentenfabrikant. Seiner Geigenbauwerkstatt stand Etienne Maire-Breton vor, als dessen Arbeit daher die Violinen Altimiras betrachtet werden müssen.
16Altrichter, J. — Frankfurt a. O.
17Eine Fabriksfirma, die hauptsächlich Blechinstrumente herstellt, aber auch Geigenmacher beschäftigt und Reparaturen ausführt.
19Alvani, Paolo. — Cremona. 1750. 1755
20Wahrscheinlich Sohn oder Enkel von Paolo Albani. Einige wenige aber gute Violinen, deren Modell an Guarneri erinnert, tragen diesen Namen. Holz und Lack sind von lobenswerter Beschaffenheit.
22Amaglioni. 1839
23Wenig bekannter italienischer Geigenmacher, der recht sauber nach Stradivari arbeitete.
25Aman, Georg. — Augsburg. Geb. 28. März 1671 in Vils, † nach 1717
26Er stammte aus Vils und heiratete nach dem Hochzeitsamtsprotokoll vom 13. Februar 1695 die Witwe des Lautenmachers M. Wöhrlein (Wörle), wo es heißt: »Georg Aman von Fülsz Lautenmacher ledigstandts u. Ursula Schnitzlerin, weyl. Matthias Wohrlin’s gewesten Lautenmachers seel. Wittib« usw. usw. Im Augsburger Steuerbuche von 1717 wird er noch genannt. Da man jedoch Geigen von ihm kennt, die die Jahreszahlen 1688—1729 tragen, läßt sich die Zeit seines Wirkens noch um einige Jahre verlängern. Seine Arbeit ist gut, er wechselt jedoch die Modelle mehrfach und bringt am Wirbelkasten gern geschnitzte Köpfchen an. Das Holz ist oft mit Sorgfalt ausgewählt, der Boden meist aus einem Stück und Hals und Schnecke aus Birnbaumholz. Sein Lack, der sich nicht gerade auszeichnet, ist von hellroter bis dunkelbrauner Farbe. Seine Violinen haben keinen großen Ton, am besten sind seine großen Geigen (Violen, Violoncelli und Bässe). Eine aus dem Jahre 1699 stammende Taschengeige besitzt das Germanische Museum in Nürnberg, eine hübsche, kleine Laute von 1707 das Hohenzollernsche Museum in Sigmaringen, eine Violine von 1716 die Staatssammlung vaterländischer Altertümer in Stuttgart und ein Altquinton von 1729 die staatliche Sammlung alter Musikinstrumente in Berlin (Nr. 875), eine Laute und eine hübsche dunkelbraune Violine Konzertmeister Fr. Eibl in Innsbruck usw. In der Wiener Musik- und Theaterausstellung war er mit einer Pochette vertreten. Er schreibt seinen Namen stets Aman (nicht Amann, aber auch nicht Amma).
27Geigenzettel: Abb. 19.
29Aman, Mathias. — Augsburg. 1720. 1765
30Vielleicht ein Sohn von Georg Aman oder jener Matth. Aman aus Memmingen, der sich als Kammacher und Bürger in Augsburg niederließ und am 9. Juni 1720 den Konsens zur Verehelichung erhielt. In letzterem Falle könnte er immerhin ein Verwandter und Schüler Georg A.s gewesen sein. Seine Geigen sind denen von Georg A. ähnlich. Auch er zog große Modelle vor und baute hauptsächlich Violen und Bässe, seltener Geigen.
31Geigenzettel: Mathias Aman / Lauten- / und Geigenmacher in / Augspurg 1764 (gedruckt).

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