Bow & Bridge Violin and bow makers, as the old books printed them

Scan 187

Die Geigen und Lautenmacher vom Mittelalter bis zur Gegenwart, 1922

34 lines. Read by computer on 27 September 2026. Printed page 183. See the scan on archive.org.

1Waldner erhielt er 1873 in Wien, wo er ein Quartett ausgestellt hatte, für eine Bratsche die goldene Medaille. Er verlegte sich zuletzt ganz auf den Instrumenten- und Musikalienhandel. Sein Nachfolger Carl Gschwenter setzte das Geschäft nur als Kaufmann fort.
3Guadagnini, Antonio. — Turin. Geb. 1831, † 1881
4Sohn von Gaetano II und Enkel von Carlo G. Tüchtiger und sauberer Nachahmer alter Meister; Reparateur und ständiger Lieferant der Musiklyzeen in Turin und Pesaro, ein ungemein fleißiger Geigenmacher. Auch seine beiden Söhne Francesco und Giuseppe sind Geigenmacher geworden.
5Geigenzettel: Abb. 251.
7Guadagnini, Carlo. — Turin. 1780. 1839
8Sohn von Gaetano I. Er machte hauptsächlich Gitarren und beschäftigte sich nur als Reparateur mit Geigen. Er hinterließ drei Söhne, Gaetano, Giuseppe und Felice, die Geigenmacher wurden.
10Guadagnini, Felice I. — Turin. 1834. 1835
11Er bezeichnet sich als »Nepos Joan. Bapt.« und wird häufig mit Felice II. verwechselt. Seine Geigen sind flachgewölbt und nach dem von seiner Familie bevorzugten Modell gebaut.
13Guadagnini, Felice II. — Turin. Geb. um 1830
14Sohn von Carlo G. und wohl auch dessen Schüler. Er übertraf jedoch seinen Vater, seine Violinen haben großen Ton und sind sauber gearbeitet, auch die kräftiggehaltene Schnecke ist tadellos, nur der Lack — oft von rotbrauner oder gelbbrauner Farbe — läßt zu wünschen übrig. Bessere Arbeiten von ihm werden schon jetzt recht gut bezahlt.
16Guadagnini, Francesco. — Turin. 1889. 1910
17Sohn und wohl auch Schüler von Antonio G. Gegenwärtig der einzige Nachkomme der berühmten Familie in Turin. Ein gebildeter und geschickter Meister, der nach den Modellen seines Urururgroßvaters Giambattista II G. arbeitet. Von seinem Lack behauptet er, daß dieser noch immer derselbe sei, den sein Vorfahr angewendet habe, nur fehlten ihm zunächst naturgemäß jene Vorzüge, die allein das Alter verleihen können. Tatsächlich hat sein Lack (von leuchtend roter Farbe) viele Kennzeichen des altitalienischen Lacks. Bis jetzt arbeitet er ohne Gehilfen, er hat wohl drei Söhne, von denen ist der älteste aber erst etwa siebzehn Jahre alt. Seine Werkstatt befindet sich in der Via Santa Teresa 15. Die Begründung seines Hauses verlegt er in das Jahr 1690, was freilich nicht ganz stimmen dürfte. — Eine sehr gute Violine von ihm von tadelloser Arbeit und großem und doch sehr süßem Ton besitzt Ingenieur Hermann Keil in Cöthen i. A. — Ein gleichnamiger Guadagnini soll gleichfalls in Turin tätig gewesen sein und sich 1889 ins Privatleben zurückgezogen haben.
18Geigenzettel: Francesco Guadagnini fu Antonio / fece in Torino anno 1910 F. G. / T.
20Guadagnini, Gaetano I. — Turin. 1775. 1831
21Sohn von Giov. Batt. II. Seine Geigen sind sehr gut gearbeitet, haben schönes Holz und gelbbraunen Lack und klingen vorzüglich. Im Handel wurden Violinen von ihm schon vor dem Kriege mit 3000 M. bewertet. Eine schöne Violine von ihm besitzt Abt Sales Bauer in Rein (Steiermark). Er hat jedoch nur wenig neue Geigen gemacht und verlegte sich zuletzt fast ausschließlich auf die Gitarrenmacherei.
22Geigenzettel: Gaëtano Guadagnini / J. B. Guadagnini Filius / Taurini fecit 1775 (gedruckt).
24Guadagnini, Gaetano II. — Turin. 1835. 1852
25Ältester Sohn von Carlo G.; wenig bedeutender Geigenmacher, der aber trotzdem einzelne recht gute Violinen gemacht haben soll.
26Geigenzettel: Abb. 268.
28Guadagnini, Giambattista I. — Mailand, Parma. Geb. in Piacenza um 1685, † n. 1770
29Er gilt als Bruder von Lorenzo G., mit dem er anfangs in Piacenza gearbeitet haben soll. Hierauf ging er für längere Zeit nach Parma, wo er in herzogliche Dienste trat. Von 1750 an war er in Mailand tätig. Er war sehr fleißig, seine Geigen halten den Vergleich mit den Arbeiten Lorenzos recht gut aus und übertreffen die von dessen Sohn Giambattista. Mit dem letzteren wird er oft verwechselt. Er ahmte sowohl Stradivari als auch Amati nach und verwendete einen schönen, goldigen Lack. Auch im Ton sind seine Geigen meist gut. Auf seinen Zetteln findet sich stets ein Hinweis auf seinen Geburtsort, sei es, daß er sich darauf ausdrücklich als »Placentinus« bezeichnet oder daß er unter die Initialen seines Namens im Kreise das P anbrachte, auch wenn er sich — wohl aus Geschäftsrücksichten — »Cremonensis« nannte. Dadurch ist er von Giambattista II, der in Cremona geboren war, leicht zu unterscheiden. Eine Geige von ihm aus Mailand, mit der Jahreszahl 1750, besitzt Prof. Gust. Holländer in Berlin. Besonders schön ist das Violoncello in der Sammlung Th. Hämmerle in Wien. Jul. Heinr. Zimmermann in Leipzig besitzt eine kleine Geige mit rotbraunem Lack und dem nebenstehenden Zettel. Eine prachtvolle Violine (Mailand 1753) besitzt Dr. Thommen in Wien, eine andere Abt Sales Bauer in Rein (Steiermark) und ein prächtiges Konzertinstrument Stefi Geyer.
30Geigenzettel: Questo corretto e fatto al Convento da me / Giam Battista Guadagnini Piacentino / in Milano. (Jahreszahl unleserlich.). — Abb. 239 und 296.
32Guadagnini, Giambattista II. — Piacenza, Turin. Geb. 1711 in Cremona, † 18. Sept. 1786 in Turin
33Sohn von Lorenzo G. und wie sein Vater wahrscheinlich Schüler von Stradivari. Er war seinem Vater in jeder Beziehung ebenbürtig und baute wie dieser ziemlich genau nach Stradivaris Modellen, nur die Schnecke, die er massig liebt, gelingt ihm weniger gut, auch die F-Löcher sind bei ihm ein wenig geändert. Er bevorzugt das flache Modell, verwendet ausgezeichnetes Holz — Boden meist zweiteilig — und goldgelben, überaus feurigen und durchsichtigen Lack, der aber bei aller Schönheit doch nicht dem von Lorenzo G. an Güte gleichkommt, da er meistens etwas hart und wenig elastisch ist. Auch an Tonschönheit steht Giamb. II. oft

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