Scan 189
Die Geigen und Lautenmacher vom Mittelalter bis zur Gegenwart, 1922
40 lines. Read by computer on 27 September 2026, twice; the two readings disagreed in places. Printed page 185. See the scan on archive.org.
1nennt, hielt man Lorenzo II. bisher für dessen Sohn. Durch einen jetzt zutage gekommenen Zettel in einer wundervollen Violine im Besitze von Max Sternau in Weimar ist er als Enkel Lorenzos I. festzustellen. Da er in seiner Arbeit seinem Großvater sehr nahe kommt, sind sicher viele seiner Geigen diesem mit »verbesserter« Jahreszahl zugeschrieben worden, wodurch sich ihr seltenes Vorkommen sehr einfach erklärt. Er verwendete einen sehr hellen, goldgelben Lack und zeichnete sich auch durch hübsch geschnitzte Schnecken aus.
2Geigenzettel: Lorenzo Guadagnini figlio di Giovanni Battista / fecit in Turino an. 1790 (gedruckt).
4Gualzatta, Benedetto. — Rom. 1716. 1726
5Ein Lautenmacher, der nicht ungeschickt war. Ein aus einem reichverzierten Kürbis gemachtes Lauteninstrument («Cavaco») von ihm besitzt die Sammlung Crosby Brown in New York (Nr. 144).
7Guardelli, Fratelli, lebten im 19. Jahrhundert in Rom
9Guarini, Gerolamo
10Ein Geigenmacher dieses Namens wird von Magius zu den Meistern allerersten Ranges gezählt, hat aber nie existiert und wird wohl nur durch eine Vermengung eines Amatitaufnamens mit dem schlecht gemerkten Namen der Guarneri entstanden sein.
12Guarini, Joseph1) s. Mennesson
14Guarino, Battista. — Ferrara. 1445
15Ein ausgezeichneter Lautenist, den Valdrighi unter dem Namen »Petrobono« aufzählte. Ob er ihn mit Recht den Lautenmachern anreihete, kann ich weder bestreiten noch belegen. Der richtige Familienname geht aber aus einer Stelle im Codex 62 der Biblioteca Comunale in Ferrara hervor, wo es heißt:… »Baptista Guarinus ad Petrum Bonum chitarristam rarissimum …«
17Guarino, Michele. — Foggia. 1854
18Er scheint nur Reparateur gewesen zu sein.
19Geigenzettel: Michele Guarino / Accomodo in Foggia / 1854 (geschrieben).
21Guarmandi, Filippo. — Bologna. 1795
22Ein Geigen- und Lautenmacher ohne Ruf.
23Geigenzettel: Philippus Guarmandi Bononiensis / Fecit Anno 1795. (gedruckt).
25Guarneri, Andrea. — Cremona. Geb. um 1626, † 7. Dez. 1698
26Sohn des Bartolommeo und der Stammvater der berühmten Cremoneser Geigenmacherfamilie. In fast allen Urkunden wird der Name allerdings Guarnieri geschrieben, auf den Zetteln der einzelnen Mitglieder der Familie findet man aber stets die Schreibart Guarnerius vorgezogen. Andrea war einer der ersten Schüler Nicola Amatis und kommt bereits 1641 in den Akten der Pfarrei St. Faustino und Giovita mit der Bemerkung vor, daß er ein Mitbewohner des Hauses Amati und 15 Jahre alt sei. Es läßt darauf schließen, daß Amati ihn besonders schätzte, da er ihn zum Zeugen bei seiner Vermählung mit Lucrezia Pagliari genommen hat (23. Mai 1645). Wenige Jahre später, am 31. Dezember 1652, heiratete er selbst Anna Maria Orcelli († 13. Jan. 1695), aus welcher Ehe sieben Kinder, vier Töchter und drei Söhne, hervorgingen. Andreas Geigen sind größer als die seines Lehrers, wenn er sich auch anfangs genau an dessen Modelle gehalten hat. Später nahm er die Wölbung flacher, veränderte die F-Löcher und erfand seine eigene ziemlich tiefgestochene Schnecke. Sein Lack ist verschieden, gewöhnlich orangefarben und oft etwas zu dick aufgetragen. Der Ton ist recht gut; am besten sind seine Violoncelli, die er, wie fast alle Cremoneser, in zwei Größen machte. Außer vollen Geigen fertigte er auch »halbe« an; eine solche aus dem Jahre 1644 besitzt die Kgl. Sammlung alter Musikinstrumente in Berlin.— Zwei von seinen Söhnen sind gleichfalls Geigenmacher geworden. Arbeiten, die er nicht selbst gemacht hat, die aber in seiner Werkstatt hergestellt wurden, tragen den Zettel: Sub disciplina Andrei Guarnerij in eius/ officina sub titulo S. teresi, Cremona 16 … (gedruckt). Eine schöne Violine von ihm besaß Prof. Arno Hilf, eine andere von 1675 hat Direktor Karl Henrici in Basel, ein wunderbares Violoncello vom Jahre 1695, eines der schönsten, das je in Cremona gebaut wurde, besitzt der Violoncellist Hans Bottermund1), (siehe Bd. I, Tafel 79). one of two readings
27Sohn des Bartolommeo und der Stammvater der berühmten Cremoneser Geigenmacherfamilie. In fast allen Urkunden wird der Name allerdings Guarnieri geschrieben, auf den Zetteln der einzelnen Mitglieder der Familie findet man aber stets die Schreibart Guarnerius vorgezogen. Andrea war einer der ersten Schüler Nicola Amatis und kommt bereits 1641 in den Akten der Pfarrei St. Faustino und Giovita mit der Bemerkung vor, daß er ein Mitbewohner des Hauses Amati und 15 Jahre alt sei. Es läßt darauf schließen, daß Amati ihn besonders schätzte, da er ihn zum Zeugen bei seiner Vermählung mit Lucrezia Pagliari genommen hat (23. Mai 1645). Wenige Jahre später, am 31. Dezember 1652, heiratete er selbst Anna Maria Orcelli († 13. Jan. 1695), aus welcher Ehe sieben Kinder, vier Töchter und drei Söhne, hervorgingen. Andreas Geigen sind größer als die seines Lehrers, wenn er sich auch anfangs genau an dessen Modelle gehalten hat. Später nahm er die Wölbung flacher, veränderte die F-Löcher und erfand seine eigene ziemlich tiefgestochene Schnecke. Sein Lack ist verschieden, gewöhnlich orangefarben und oft etwas zu dick aufgetragen. Der Ton ist recht gut; am besten sind seine Violoncelli, die er, wie fast alle Cremoneser, in zwei Größen machte. Außer vollen Geigen fertigte er auch »halbe« an; eine solche aus dem Jahre 1644 besitzt die Kgl. Sammlung alter Musikinstrumente in Berlin.— Zwei von seinen Söhnen sind gleichfalls Geigenmacher geworden. Arbeiten, die er nicht selbst gemacht hat, die aber in seiner Werkstatt hergestellt wurden, tragen den Zettel: Sub disciplina Andreæ Guarnerij in eius/ officina sub titulo S. teresiæ, Cremonæ 16 … (gedruckt). Eine schöne Violine von ihm besaß Prof. Arno Hilf, eine andere von 1675 hat Direktor Karl Henrici in Basel, ein wunderbares Violoncello vom Jahre 1695, eines der schönsten, das je in Cremona gebaut wurde, besitzt der Violoncellist Hans Bottermund1), (siehe Bd. I, Tafel 79). one of two readings
28Geigenzettel: Abb. 307.
30Guarneri, Antonio. — Cremona
31Gian Battista G. hatte wohl einen Sohn namens Giuseppe Antonio, der aber schon in seinem Geburtsjahre 1683 gestorben ist. Einen anderen Antonio Guarneri hat es aber überhaupt nicht gegeben. Wenn daher ein Antonio G. angeführt wird, der 1678 »sub titulo Theresiae« gearbeitet haben soll, so beruht dies im günstigsten Falle auf einer Verwechslung mit Andrea.
33Guarneri, Caterina. — Cremona
34Wenn es mehr als eine Sage ist, daß auch ein Catarina G. Geigen gemacht hat, die als eine Schülerin der Brüder Giuseppe und Pietro G. bezeichnet wird, dann könnte nur Pietro G.s Ehefrau Catarina Sussagni (geb. um 1658) damit gemeint sein, da die Tochter seines jüngeren Bruders Giuseppe G. (Josephus G.), Anna Caterina, geb. 19. März 1697, schon im Jahre 1698 verstorben ist. Geigen, die von einer Caterina G. herrühren, sind mir zwar nie bekannt geworden, aber es wäre immerhin möglich, daß Caterina, wenn sie ihren Mann überlebt haben sollte, das Geschäft fortgesetzt hat.
36Guarneri, Joannes Florenus (?). — Cremona. 1590
37Claudius in Kopenhagen besitzt eine hübsche Laute, als deren Verfertiger ein Joannes Florenus Guarneri
391) Vorbesitzer war der Dresdener Hofmusiker Boekmann. Die Geschichte dieses schönen Instruments läßt sich übrigens durch mehr als 100 Jahre zurückverfolgen.
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