Scan 204
Die Geigen und Lautenmacher vom Mittelalter bis zur Gegenwart, 1922
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1Harnisch, Johann Gottlieb. — Gera. Geb. 1827 in Scheubengrobsdorf b. Gera (Reuß j. L.)
2Schüler von L. Bausch und von dessen Sohn Louis B. in Leipzig, war von 1853—1857 in verschiedenen Orten tätig und machte sich 1857 zu Gera selbständig. Beschäftigt sich mit Neubau (und Reparatur) nach italienischen Vorbildern, wobei er seine Erfindung, mit verschieden altem Holz zu decken, zur Anwendung bringt; auch Form und Lage des Balkens, sowie der Stimme behandelt er nach eigenen Grundsätzen und wendet gewöhnlich Spirituslack an. Er ist seit Jahren Hofinstrumentenmacher.
3Geigenzettel: J. G. Harnisch / Instrumentenmacher in Gera / Reparirt März 1864. (geschrieben).
5Harp, Johann. — Kopenhagen. 1730
6Ein wenig bekannter dänischer Geigenbauer, von dem die Sammlung Savoye in Paris eine Bratsche bewahrt. Vielleicht ist dieser Harp ein Verwandter jenes Königsberger Gregorius, dessen Familienname »Karg« gelesen wird, bei dem aber auch die Lesart Harp zulässig ist.
8Harras, ein thüringischer Geigenmacher, der in Ölze bei Großbreitenbach lebt
9Harras, Adolf. — Masserberg (Thür.). 1893. 1901
10Wenn er auch in der Regel billige Geigen herstellt, so versteht er es doch ganz gut, die Italiener oder Stainer nachzuahmen. 1898 erhielt er für seine Geigen in Erfurt die bronzen Medaille.
12Harris (Harrys), Charles I. — Oxford, London. 1780. 1800
13Ein Geigenmacher, der von seinen Bewunderern der »englische Lupot« genannt wurde. Pearce sagt von ihm: »His instruments are among the finest of the English.« Er kopierte Stradivari und Amati und gebrauchte einen prachtvollen rötlichen Lack, klebte aber nur selten Zettel ein. Besonders gelangen ihm seine Violoncelli. Er wohnte Cannon Street Road, Ratcliffe Highway, eine Zeitlang arbeitete Gilkes bei ihm. So tüchtig er auch war, scheint es ihm doch nicht besonders gut gegangen zu sein, da er, um leben zu können, eine Stelle als Hafenzollbeamter annehmen mußte.
15Harris, Charles II. — Oxford, London. 1818. 1830
16Ältester Sohn, Schüler seines Vaters Charles I H. und als solcher Mitschüler von Samuel Gilkes. Er wohnte erst in Oxford (Alderbury) und ging dann nach London. Von ihm ist wenig bekannt, da er viel für John Hart arbeitete. Seine Geigen sind im ganzen gut, er liebte ein langes Modell, schmale Zargen und gelben Lack. Seine Zettel sind zumeist geschrieben. Eine Violine von ihm aus dem Jahre 1820 besitzt T. W. Taphouse.
18Harris, J. E. — Gateshead-on-Tyne. 1910
19Geschickter englischer Geigenbauer der Gegenwart, der auch besondere Sorgfalt auf das Lackieren verwendet.
21Hart, George I. — London. Geb. 1839, † 25. April 1891
22Sohn von J. Th. Hart. Er war als trefflicher Geiger Schüler von Sainton, und wurde der Geschäftsnachfolger seines Vaters. Er machte selbst zwar keine Instrumente, doch war er einer der besten Kenner und hat zwei wertvolle Bücher herausgegeben: »The violin, its famous Makers and their imitators« (London 1875 und 1887) und »The violin and its music« (1881), von denen man allerdings sagt, daß sie zum guten Teil von Charles Reade, dem trefflichen Novellisten und Geigenliebhaber, geschrieben worden seien. Mit seinem Sohne zusammen eröffnete er in seinen letzten Lebensjahren eine eigene Geigenmacherwerkstatt.
23Geigenzettel: Hart & Son / — Makers — / 28 Wardour Street / 18 London 90 / No 170 (gedruckt).
25Hart, George II. — London. Geb. in London-Warwick 4. Jan. 1860
26Sohn von George I H. Nachdem er in Paris seine Ausbildung als Geigenmacher abgeschlossen hatte, trat er in das Geschäft seines Vaters ein und fügte diesem eine eigene Werkstatt hinzu. Die Firma lautete von da an »Hart & Son« und lautet noch so. G. II Hart gilt als tüchtiger Meister, dessen Spezialität die getreue Kopie italienischer Geigen ist.
27Geigenzettel: Abb. 365, 366, 371.
29Hart, John Thomas. — London. Geb. 17. Dez. 1805, † 1. Jan. 1874
30Er trat im Mai 1820 in die Lehre bei Samuel Gilkes und entwickelte sich bald zu einem tüchtigen Meister, so daß er schon 1825 seine eigene Werkstatt eröffnen konnte. Er hat zwar nicht viele neue Geigen gebaut, diese aber dürfen als gute Amatikopien gelten. Bedeutender war er jedoch als Kenner italienischer Geigen und als trefflicher Reparateur. Mit Tarisio stand er in lebhafter Geschäftsverbindung.
31Geigenzettel: John Hart / maker. / 14. Princeß Street, Leicester Square / London anno 18 . . (gedruckt).
33Hartan¹), Carl. — Köln. 1874. 1875
34Beschäftigte sich viel mit Wiederherstellungen, die jedoch, da er Autodidakt war, nicht fachmännisch durchgeführt sind.
35Geigenzettel: Carl Hartan / Jnstrumentenmacher / Köln 1875 (gedruckt).
37Hartung (Harton), Michael. — Padua. 1602. 1624
38Zweifellos deutschen Ursprungs und zwar wahrscheinlich aus Füssen eingewandert, wo der Name Hartung heimisch ist und wo man ihn auch auf einer aus der Mitte des 16. Jahrhunderts stammenden runden Holztafel mit 104 Geschlechternamen im städtischen Museum zu Füssen verzeichnet findet. Michael Hartung suchte allerdings seinen Namen den Wälschen dadurch
40¹) Der Name wird irrtümlich auch als »Hartung« angeführt.
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