Scan 21
Die Geigen und Lautenmacher vom Mittelalter bis zur Gegenwart, 1922
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1Don (von lat. Dominus) zu. Diesen früher nur der höheren Geistlichkeit zustehenden Titel führten im 18. Jahrhundert die Mönche, und man geht daher wohl nicht fehl, wenn man diesen Träger des Namens Amati für einen Geistlichen bei S. Cosmas und Damian hält, der den Geigenbau nur aus Liebhaberei betrieb. Auf einigen Zetteln steht allerdings ein C. statt des D. Seine Leistungen werden als mittelmäßig bezeichnet, und seine Zugehörigkeit zur Cremoneser Familie ist nicht klar.
2Geigenzettel: D. Nicolaus Amati / Fecit Bononiæ Apud / SS: Cosma, et Damiani, 1723 (gedruckt). — D. Nicolaus Amati / fecit Bononiæ 1737 (gedruckt) und Abb. 13.
4Amati (fingierte Mitglieder der Familie)
5Im Stift Kremsmünster befindet sich eine Violine mit der Jahreszahl 1640 und dem Namen Francesco Amati in Cremona. — Eine lange und schmale Violine von häßlicher Form, ungleich auf beiden Seiten, mit allen Zeichen des Dilettantismus, trägt die Inschrift: Jo Giovanni Amati fece questo violino del 1610 da… (unleserlich, vielleicht Vicenza); eine andere Violine nennt einen Giuseppe Amati in Bologna. Professor Kahle in Bochum besitzt eine unbestreitbar alte, hochgewölbte Violine von »Luigi Amati 1662«, die zweifellos von deutscher Herkunft ist; in Dresden befindet sich eine solche mit dem Zettel: »Pietro Amati, Napoli«. Noch schlimmer erscheint ein Taronimus (sic) Amati in Absom (sic) 1627. — Unwissenheit oder Berechnung ließ diese fingierten Mitglieder der berühmten Familie entstehen; in jedem Falle aber war es dabei auf Täuschung abgesehen.
7Amatis, Giambattista. — Venedig. 1677
8Von Valdrighi erwähnter Geigenmacher, der sonst nicht bekannt ist.
10Amberger, Max I. — München. Geb. 1838, † 11. Nov. 1889
11Sohn, Erbe und Nachfolger von Heinrich A. Wenn er auch Geigen reparierte, so war er doch vorzugsweise Zithermacher. Er erfand allerlei Verbesserungen für die Zither und baute auch nach Fr. Xaver Steiners Angaben die erste Konzertzither (Primzither mit größerer Mensur). Er übergab 1887 sein im Jahre 1863 begründetes Geschäft seinem gleichnamigen Sohne. C. Claudius in Kopenhagen besitzt eine Philomele von ihm.
12Geigenzettel: Reparirt / Max Amberger / Reichenbachstraße Nr. 39 in München (gedruckt).
14Amberger, Max II. — München. Geb. 28. Okt. 1863
15Schüler seines Vaters Max A. I, dessen Geschäft er 1887 übernahm. Er war Bayrischer Hofinstrumentenfabrikant und baut Konzertzithern, für die er bereits viele Medaillen erhalten hat.
17Amberger, Heinrich. — München. 1860, † 1910
18Wie die übrigen Mitglieder seiner Familie hauptsächlich Zithermacher, oder, wie er sich nannte: Saiteninstrumentenfabrikant.
20Ambrogi s. Ambrosi
22Ambroise. — Paris. 18. Jahrhundert
23Ein Pariser »Luthier« dritten Ranges, dessen Werke wenig geschätzt sind. Am besten gelangen ihm noch seine Gitarren.
24Geigenzettel: Abb. 17.
26Ambrosch, Karl. — Schönbach b. Eger. 1826
27Ein Geigenmacher, dessen Nachkommen noch heute im Geigenbau tätig sind. Ein Johann Ambrosch hat seit 1892 in Schönbach eine Streichinstrumentenfabrik.
29Ambrosi (Ambrogi), Pietro. — Brescia, Rom. 1712. 1748
30Die durch den Dialekt veranlaßte schwankende Schreibweise des Namens hat dazu verführt, zwei Meister aus ihm zu machen. Er dürfte erst um 1745 nach Rom übergesiedelt sein. Nach seinem von De Piccolellis mitgeteilten Zettel stammte er aus Cremona, was man seiner Arbeit aber wenig ansieht. Er baute oberflächlich nach Stradivari und verwandte wenig Sorgfalt auf die Wahl des Holzes und des Lackes.
31Geigenzettel: Petrus Ambrogi Crem. / fecit Romæ an. 17 . . (gedruckt) und Abb. 11.
33Ambrosio s. D’Ambrosio
35Amelot. — Lorient (Frankreich). 1821. 1842
36Gewöhnliche, französische Arbeit, kleiner Ton, manchmal gelber, meist aber rötlicher Lack. Am besten sollen seine Kontrabässe sein. Er verwendete einen mit dem Stadtwappen verzierten Zettel.
37Geigenzettel: Amelot, luthier / A Lorient, 1829 (gedr.).
39Amici, Luigi. — Rom. Ende des 18., Anfang des 19. Jahrhunderts
40Wahrscheinlich nur Gitarren- und Mandolinenmacher. Er wohnte in der Via del Pellegrino Nr. 44 und ist unbedeutend. Sein Zettel aus einer Doppelmandoline findet sich in De Wits »Geigenzettel alter Meister« abgebildet. Eine hübsch gearbeitete Doppelmandoline von ihm befindet sich in W. Heyers Musikhistorischem Museum in Köln (Nr. 660).
42Amman, Erhard. — Haag. 1751. 1770
43Er gilt als guter Geigenmacher; doch gelang es mir nicht, Arbeiten von ihm kennen zu lernen.
45Amourdedieu. — Amiens (Dép. Somme). 1900
46Geigenbauer und Musikinstrumentenhändler der Gegenwart.
48Anciaume, Bernard. — Mirecourt (Lüttich?). 1783. 1789
49Wenig bekannter Geigen- und Lautenmacher des 18. Jahrhunderts. Er verwendete eine Brandmarke mit seinem Namen. Eine Arbeit von ihm befindet sich — aus der Sammlung Snoeck (Nr. 531) — in Berlin.
51Anda. — Hyères. 1801
52Nur als Reparateur bekannt.
53Geigenzettel: Reparé par Anda / à Hyères l’an 1801 (geschrieben).
Makers on this page
- Amatis, Giambattista
- Amberger, Max I.
- Amberger, Max II.
- Ambrosch, Karl
- Amman, Erhard
- Anciaume, Bernard
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