Scan 213
Die Geigen und Lautenmacher vom Mittelalter bis zur Gegenwart, 1922
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1in Wien. Auf dem Chor der Stiftskirche in Braunau (Böhmen) befindet sich von ihm eine Geige aus dem Jahre 1753. In Prag findet man eine Geige aus den zwanziger Jahren des 18. Jahrhunderts von ihm im Bened.-Stift St. Margaret, bei den Kreuzherren eine dunkelbraune Violine von 1742 und ein Violoncello, in der Teinkirche eine Violine von 1762 und in der Orgelschule eine Viola d’amore von 1748. Dr. med. Smoler in Olmütz besitzt von ihm eine Viola von 1733 und Dr. Wagner in Prag eine Violine von 1747. Eine Geige von 1751 besitzt Fürst Lobkowitz auf Raudnitz.
3Geigenzettel: Joannes Georgius Hellmer / Pragensis me fecit 1730 (gedruckt). — Joannes Georgius Hellmer / me fecit Pragae 1770 (geschrieben).
5Hellmer, Joseph. — Füssen. 1606. 1612
6Er wird wiederholt als Mitglied der Füssener Lautenmacherzunft aufgezählt.
8Hellmer, Karl Bor. Andreas. — Prag. Geb. 27. Juni 1764, † 4. Nov. 1803
9Sohn von Karl Jos. H. und wohl auch dessen Schüler. Da er jung gestorben ist, kommen nur selten Arbeiten von ihm vor, und auch der gründlichste Kenner der böhmischen Schule, Ed. Em. Homolka, der diesen Sohn K. B. H.s gewissermaßen erst entdeckt hat, teilt in seinen biographischen Nachrichten über die Prager Geigenmacher nur seinen Reparaturzettel mit: Carl Helmer junior me / Reparavit Pragae 1803 (gedruckt).
11Geigenzettel: Carolus Hellmer Junior / me fecit Pragae 1799 (gedruckt).
13Hellmer, Karl Joseph. — Prag. Geb. 1. Nov. 1739 in Prag, † daselbst im Oktober 1811
14Nachfolger seines Vaters Joh. Georg H. und Schüler von Joh. Ud. Eberle. Nach beendet Lehrzeit arbeitete er lange in Deutschland und kehrte erst 1763 nach Prag zurück, wo er am 5. September Katharina Piestl (geb. 1742, † 1814) heiratete, die ihm sieben Söhne und sieben Töchter gebar. Am 31. Mai 1763 erlangte er das Bürgerrecht auf der Prager Kleinseite. Er wohnte bis 1803 im väterlichen Hause, von da an Nosticová ul. (Nostitzgasse) Nr. 466 und war von 1808—1810 Mitvorsteher der Geigenmacherinnung. Er ertrank in der Moldau und wurde am 7. Oktober 1811 am Smichow bei Prag als Leiche aufgefunden. Das sehr interessante gerichtliche Nachlaßinventar, bei dessen Aufnahme Kaspar Strnad, Joh. Stoß, Mich. und Franz Willer als Schätzer und als Zeugen mitwirkten, ist noch vorhanden. Seine Geigen, die denen seines Vaters ähnlich sind, nur flachere Wölbung und braunen Spirituslack haben, verkaufte er zu dem damals ansehnlichen Preise von 18—27 fl. Er war nicht nur ein berühmter Virtuose auf der Laute und der Mandoline, sondern auch Verleger musikalischer Werke böhmischer Komponisten. Auf dem Chor der Braunauer Stiftskirche befindet sich von ihm eine Geige von 1769 und eine solche von 1796, im Städtischen Museum Carolino Augusteum in Salzburg zwei solche von 1771 und 1791. Das Benediktinerstift St. Margaret bei Prag besitzt eine Violine von 1770 von ihm und die dortige Orgelschule eine Viola von 1796, das Stift Ossegg zwei Lauten von 1777 (Kat. Nr. 18, Bd. 24) und die Gesellschaft der Musikfreunde in Wien eine Pandurina von 1798. Es gibt auch noch Mandolinen und Lauten von ihm und auch in seinem Nachlaß fanden sich zwei Lauten und eine neue Mandoline.
16Geigenzettel: Carolus Hellmer / me fecit Pragae 1804 (gedruckt). Carolus Josephus Hellmer / me fecit Pragae 1805 (gedruckt) und Abb. 327, 328, 350, 380.
18Hellmer (Hellmair), Magnus (Mang) I. — Füssen. 1562. 1589
19Er stammte aus Horn (Gemeinde Schwangau), heiratete eine Füssener Bürgerstochter und erlangte dadurch im Jahre 1562 das Bürgerrecht. Er galt als geschickter Meister und war der Schwiegervater von Hans Purckholtzer.
21Hellmer, Magnus (Mang) II. — Füssen. 1606. 1612
22Vielleicht ein Sohn von Magnus I H. Er kommt 1606 als »jung Mang Hellmer« im Mitgliederverzeichnis der Füssener Zunft vor. Im Jahre 1612 geriet er mit seinen Zunftgenossen dadurch in einen Zwiespalt, daß er in Verbindung mit einem gewissen »Walthauser aus Mühlheim« einen schwunghaften Handel mit Eibenholz — angeblich nach England und der Türkei — trieb. Dieses Holz aber brauchten die Füssener Meister vorzüglich zu ihren Lautenspänen. (Kreisarchiv Neuburg a. D. H. 2384.) Er war nicht ungeschickt, seine Lauten sind denen der Greiff ähnlich. Eine Arbeit von ihm bewahrt das Darmstädter Museum (Nr. 494).
24Geigenzettel: Manngnus helmar in Füessen / åo 1609 me fecit (geschrieben).
26Hellmer, Mang (Magnus) Anton. — Augsburg. 1800. 1821
27Wahrscheinlich aus Füssen nach Augsburg eingewandert. Er scheint keine Zettel in seine Arbeiten geklebt zu haben, weshalb es bisher nicht gelang, etwas von ihm nachzuweisen. Er findet sich zuerst im Augsburger Adreßkalender von 1802 (der vorhergehende erschien 1792) und zuletzt in dem von 1821.
29Hellmer, Peter. — Füssen. 1611
30Er wurde am 10. Dezember 1611 als Meister in die Zunft aufgenommen. Eine Laute aus der Sammlung Christian Hammer in Stockholm, die 1893 in Köln versteigert wurde, trug seinen Namen. Er könnte ein Sohn von Magnus I H. gewesen sein.
32Hellmig, Carl. — Berlin. Geb. 20. April 1828 in Potsdam, † um 1866
331851 übernahm er C. Grimms (seines Schwiegervaters) Instrumentenhandlung und wurde nach dem Tode Grimms 1855, dessen Werkführer er schon war, auch dessen Geschäftsnachfolger. Er verfertigte schon seit 1844 Streichinstrumente, die sehr gesucht sind. In der Imitation alter Meister leistete er Vorzügliches. Lack und Arbeit sind gleich gediegen. Weniger Wert hat seine Erfindung, den Baßbalken zu »fenstern«. Wenn
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