Scan 239
Die Geigen und Lautenmacher vom Mittelalter bis zur Gegenwart, 1922
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1Husson, Charles-Claude. — Mirecourt. 1850.
21870
3Ein sehr geschickter Bogenmacher, der auch tüchtige Schüler heranbildete, so seinen 1847 geborenen gleichnamigen Sohn, Alfred Lamy und Arthur Vigneron usw. Nur die Bogen des Sohnes tragen die Brandmarke: »Ch. Husson«.
5Husson, Charles-Claude. — Paris. Geb. 1847 in Mirecourt
6Schüler seines gleichnamigen Vaters. In Paris arbeitete er im Jahre 1873 bei J. B. Vuillaume, 1875 bei F. N. Voirin, 1878 bei Gand & Bernardel und machte sich schließlich in der Rue du Faubourg-Saint Denis selbständig. Seine Bogen sind sehr schön ausgeführt und tragen die Marke »Ch. Husson«.
8Husson, Louis. — Mirecourt. 1768. 1787
9Vielleicht der Großvater von Charles-Claude H.
11Husson, Nicolas. — Mirecourt. 1750. † 2. Feb. 1779
12Der um 1750 aus Charmes in Lothringen nach Mirecourt eingewanderte Stammvater der Familie.
14Huyghen, Thomas. — Utrecht. 17. Jahrh.
15Das Nordische Museum in Stockholm besitzt eine kahnförmige Taschengeige von ihm, mit Elfenbein und Perlmutter eingelegt und mit einem geschnitzten Kinderköpfchen am Wirbelkasten. Außer den C-förmigen Schalllöchern findet sich unter dem Griffbrett ein kleines Herz ausgeschnitten. Auf dem Griffbrett geben kreisrunde Einlagen die Stellen der Griffe an. Das zu diesem Instrument gehörige und erhaltene Lederfutteral trägt die Jahreszahl 1664 und wenig älter dürfte dem Aussehen nach die Taschengeige selbst sein. Leider ließ sich in Utrecht über diesen Meister nichts Sicheres feststellen. Wohl findet sich der Eintrag, daß am 31. August ein Thomas Huge die Marigje Peters geheiratet habe, doch, da der Beruf dieses Huge nicht angegeben ist, läßt sich trotz der großen Wahrscheinlichkeit nicht sagen, daß er der Verfertiger der Taschengeige gewesen ist.
16Geigenzettel: Thomas Huyghen / t’ Vtrecht. (gedr.).
18Huysmans, Ägidius. — Antwerpen. 17. Jahrh.
19Er gehörte nicht der Lukasgilde an, doch besitzt Berlin aus der Sammlung Snoeck ein schönes Tympanon von ihm, auch kommen Geigen mit seinem Namen vor und wurden schon vor dem Krieg mit 400 Mark bezahlt.
20Geigenzettel: Ægidius Huysmans, fecit Antwerpiæ (gedruckt).
22Hyde, Andrew. — Northampton (Mass.). Geb. 1842 in Lu (Mass. Am.)
23Von Hause aus war er Mechaniker und mehrere Jahre lang Gehilfe bei Thom. A. Edison. Verschiedene Erfindungen, die er gemacht hat, sicherten ihm ein schönes Einkommen; da er aber seit seinem 11. Lebensjahre das Violinspiel mit Eifer betrieb, begann er auch, mit seiner Geige Versuche anzustellen. Er studierte das Geigenmachen theoretisch und baute anfangs zu seinem Vergnügen auch eine Anzahl Geigen; im Jahre 1886 aber konnte er sich bereits als Geigenmacher in Northampton niederlassen. Seine Arbeiten, die alten Meistern nachgeahmt sind, werden gelobt und in Amerika gern gekauft, und obwohl er nie mehr als zwei Gehilfen beschäftigte, hat er doch bereits über 1200 Violinen, Violen und Violoncelli gebaut. Seine Biographie erschien im März 1894 im »Boston Leader«.
25Jacklin, lebt als Geigenmacher in Hull
27Jacob (Jakob), Johann Georg. — Klingenthal. 1748. 1779
28Die Arbeiten, die seinen Namen tragen, sind denen der Familien Hoyer und Hopf gleichwertig.
30Jacobi? — Meißen? 18. Jahrhundert
31Nach Hart ein trefflicher Lautenmacher. Auch de Piccolellis erwähnt ihn, wahrscheinlich aber ist Hart seine Quelle. In Meißen ist Jacobi nicht nachzuweisen. Vermutlich hat Hart den Namen schlecht gelesen und den Ort mißverstanden. Er hatte vielleicht einen Zettel eines Füssener Meisters (Helmer in Leipzig, der aus Füssen war, wurde ja auch als aus »Meißen« stammend angegeben) vor sich, und der Name Jacobi war vielleicht nur der Taufname (etwa von Jakob Langenwalder).
33Jacobsen, Thomas. — Kopenhagen. 1810. † 1853
34Schüler von N. J. Lund, arbeitete auch bei Bausch in Leipzig, Engleder in München, Sprenger in Nürnberg und bei Vuillaume in Paris. Nachdem er noch Frankreich, England und Italien bereist hatte, ließ er sich als Geigenmacher in Kopenhagen nieder und wurde da Hofinstrumentenmacher. Er wohnte erst in der Svaldergade und dann in der Knarbrostraede Nr. 134. Seine Violinen und Violoncelli sind recht gut und nach den besten Vorbildern ausgeführt. Auch sein Sohn ist Geigenmacher geworden.
35Geigenzettel: Repareret af / Kgl. Hof-Instrumentmager Th. Jakobsen / Svaldergaden 169 Kbhn. 1851 (gedr.).
37Jacobsz, Hendrick. — Amsterdam. 1690. 1712
38Wohl der berühmteste holländische Geigenmacher, dessen Geschichte von einem ganzen Sagenkranz umwoben ist. So soll er in Cremona gelernt haben und sogar der Stiefbruder des letzten Amati gewesen sein1). Neuere Forschungen suchen es wahrscheinlich zu machen, daß er der Schwager Amatis war. Es steht jedenfalls fest, daß er Nic. Amati vortrefflich nachzuahmen verstand. Sein Lack ist rotbraun. Jacobsz gilt als der erste, der Fischbein zu den Einlagen verwendete, weshalb Händler auch jede mit Fischbein eingelegte Geige kurzweg als eine »Hendrick Jacobs« bezeichnen. Seine Arbeiten kommen jetzt ziemlich selten vor und
401) Es wäre auch möglich, daß er verwandt war mit dem flandrischen Silberschmied Jacobsz, der 1622 in Bologna lebte.
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