Bow & Bridge Violin and bow makers, as the old books printed them

Scan 258

Die Geigen und Lautenmacher vom Mittelalter bis zur Gegenwart, 1922

42 lines. Read by computer on 27 September 2026. Printed page 254. See the scan on archive.org.

1Kinpolth, Johann Christian. — Wien 1760
2Seinen Zettel veröffentlicht P. de Wit, doch ist in Wien nichts über ihn zu erfahren gewesen, auch Arbeiten von ihm konnte ich nirgends erfragen. Er scheint daher nur kurze Zeit in Wien gewesen zu sein, wo er weder der Zunft angehört noch das Bürgerrecht erworben haben dürfte.
3Geigenzettel: Joann Christian Kinpolth, Lauthen-/ und Geigenmacher Fecit in Wien. / Anno 17 (gedruckt).
5Kirchhoff. — Aarhuus. 19. Jahrhundert
6Seinen Reparaturzettel habe ich in Geigen und Gitarren in Dänemark öfter gefunden, nie aber eine Arbeit, als deren Verfertiger er sich bezeichnet hätte.
7Geigenzettel: Repareret / af / Instrumentenmager Kirchhoff / i / Aarhuus. (gedruckt).
9Kirchner, Karl. — Graz. 1912
10Er kam aus Wien, hat sich um 1910 selbständig gemacht und Graz bald wieder verlassen, da er hier nicht so schnell Boden finden konnte, wie er vielleicht erwartet hatte. Er soll dann sein Heil in der Neuen Welt gesucht haben.
12Kirchner, Martin
13Eine Viola d’amore (Nr. 86/98) im Schlesischen Museum für Kunstgewerbe und Altertum in Breslau enthält einen gedruckten Zettel mit diesem Namen ohne Zeit und Ortsangabe.
15Kirchschlag, Louis. 1790. 1796
16Eine Arbeit dieses Geigenmachers, und zwar eine mittelmäßige Viola d’amore, besitzt die Kgl. Sammlung in Berlin (Nr. 870). Er ist wohl der Geigenmacher, von dem Otto berichtet, daß er ein Musiker gewesen sei, der sich erbot, den von den italienischen oder deutschen Meistern »vergessenen Zirkelschlag« in die Geigen hineinzubringen. Wo er seßhaft war, habe ich bisher nicht ermitteln können. Er scheint vorzugsweise fremde Geigen überarbeitet zu haben, denn die meisten seiner Zettel enthalten das Wort: arrangé, so auch das große plumpe Violoncello ohne Einlagen, dem der untenstehende Zettel entnommen ist.
17Geigenzettel: Arrangé par Louis Kirchschlag / Ao 1796. (geschrieben) und Abb. 420.
19Kirchweger, Ludwig, ein Advokat, der um 1867 in Frankenthal wohnte und in seinen Mußestunden Geigen machte
21Kis, Franz. — Árokszállás. 1891
22Ein von Dr. J. Geyer erwähnter ungarischer Amateur-Geigenmacher.
24Kissling s. Küssel
26Kittel, Nikolaus. — St. Petersburg. 1839. 1870
27Er war von deutscher Abstammung und galt lange Zeit als der beste Geigenmacher Rußlands. Neue Geigen baute er nur selten, er arbeitete aber sehr sauber und verwendete tadelloses, schönes Holz. In besonderem Ansehen stand er als Bogenmacher, er wird auch heute noch »der russische Tourte« genannt. Seine Bogen sind mit »Kittel« gestempelt. Er wohnte in der Michailowskajastraße, wo jetzt ein großes Hotel steht.
28Geigenzettel: Abb. 429.
30Kjellin, Jonas. — Oestersund. Geb. 17. Okt. 1836
31Ein schwedischer Volksschulinspektor, der vertraut mit den akustischen Gesetzen und auf Grund von Helmholtz’ Lehren sich aus wissenschaftlichem Interesse dem Geigenmachen zugewandt und dieses zum Gegenstande seiner speziellen Untersuchungen gemacht hat, die sich auf die mikroskopische Beschaffenheit des Tonholzes, die eigentliche Aufgabe der F-Löcher, den Einfluß des Eigentons des eingeschlossenen Luftkörpers und das Verhältnis von Decke und Boden zur Tonbildung erstrecken. Dabei besitzt er eine bemerkenswerte Handfertigkeit, so daß seine Geigen auch in bezug auf die Vollendung der Arbeit Lob verdienen. Seine 1897 in Stockholm ausgestellten Geigen waren dort den besten zuzuzählen.
33Klark, Lars. — Östersjö (Norwegen). Um 1670
34Ein Schullehrer, der die erste, noch recht primitive sog. »Fele« (geigenartiges Volksstreichinstrument) über einem ausgehöhlten Holzstück angefertigt hat.
36Klatowský, Vincenz. — Olmütz. Geb. 23. Okt. 1849 in Czech bei Proßnitz, † 12. Juni 1910 in Olmütz
37Schüler von Wenzel Tichy. Wenn er sich auch hauptsächlich auf das Ausbessern alter Geigen beschränkte, so war er doch recht geschickt und wegen seiner Grundehrlichkeit als Geigenmacher allgemein geschätzt. Mit der Zeit wurde er ein Sonderling, der sich von allem Umgang fernhielt. Als man den alten Junggesellen tagelang nicht zu sehen bekam, fiel es endlich auf; man öffnete daher seine Wohnung gewaltsam und fand ihn tot auf seinem Bette.
39Klee, Josef. — Leitmeritz. 1856. † um 1892
40Er war von Hause aus Böttcher und hatte es durch Begabung und eifriges Studium guter Vorbilder zu einer gewissen Geschicklichkeit gebracht, und da er ein sehr guter Holzkenner war, verarbeitete er auch nur das beste Geigenholz, das er auftreiben konnte. Er lebte so zurückgezogen, daß ihn selbst in seinem Wohnorte nur wenige kannten und noch weniger erkannten. Um leben zu können, mußte er einen kleinen Handel mit den billigsten Schönbacher Geigen treiben, die er um 2—3 fl. an die Schüler des Lehrerseminars verkaufte. Wer diese Geigen für seine Arbeit hielt, mußte ihn freilich falsch beurteilen. Die Geigen, die er mit größter Sorgfalt in allen Teilen eigenhändig machte — auch Wirbel und Stege schnitzte er selbst — sind durchaus anerkennenswert und klingen sehr gut. Nur im Lackieren war er kein Künstler, er beizte die Instrumente mit Chromkali und überzog sie mit einem Spirituslack, der hart wie Glas wurde. Kunstmaler Paul Lumitzer in Rothenburg o.d. T. besitzt zwei gute Violinen von ihm.
41Geigenzettel: Josef Klee / Leitmeritz / 1859 (gedruckt).

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