Scan 261
Die Geigen und Lautenmacher vom Mittelalter bis zur Gegenwart, 1922
42 lines. Read by computer on 27 September 2026. Printed page 257. See the scan on archive.org.
1Klingler, Christof II. — Rattenberg a. Inn. Geb. 14. April 1657, † in Hall 14. Aug. 1702 (?)
3Dritter Sohn erster Ehe von Christof I Kl. und angeblich Schüler von Stainer, bei dem er nach allerdings unverbürgten Nachrichten schon im Jahre 1666 gewesen sein soll. Nach dem Tode seines Vaters machte er sich 1677 in Rattenberg selbständig, wurde Bürger und heiratete 1678 Justina Lampurger aus Hall. Er wird in den Urkunden abwechselnd als Geigenmacher, Musiker oder Sänger bezeichnet und einmal auch als »Musterschreiber in der Landmiliz«. In Rattenberg ist er nicht gestorben, aber in der Vaterstadt seiner Frau findet sich im Sterbebuch ein Christof Klingler, Pfarrmusiker, eingetragen, der zweifellos mit unserem Geigenmacher identisch ist. Arbeiten von ihm sind mir bisher nicht bekannt geworden.
5Klöeive, Anders Ragnaldson. — Bergen. 1795
7Norwegischer Lautenmacher, von dem sich eine norwegische Zither, mit Perlmutter eingelegt, in Berlin in der Sammlung alter Musikinstrumente befindet.
9Klopfleisch, Karl Fr. — Kaltenwestheim a. Rhön. Weimar. Geb. 26. März 1870
11Ein Volksschullehrer und Geiger, der sich autodidaktisch zum Geigenmacher ausgebildet hat und sich bemüht, Geigen auf wissenschaftlicher Grundlage unter genauer Beobachtung der physikalischen und akustischen Gesetze zu machen. Er geht davon aus, daß gleich den Maschinen und Orgeln usw. auch Geigen nach bestimmter mathematischer Berechnung gebaut werden können. Nach jahrelangen Versuchen ist es ihm tatsächlich gelungen, sehr beachtenswerte Ergebnisse zu erzielen. Im Jahre 1909 zog er nach Weimar und verlegte sich ganz auf den Geigenbau. Sein genau berechnetes Modell ist sehr schön, die Arbeit musterhaft und der Ton vorzüglich.
13Klor, Franz Anton. — Kolin 1722. Prag 1739. 1754
15Dlabač schreibt den Namen irrigerweise Klot, und andere folgten ihm darin. Er selbst schrieb sich stets Klor. Er war von 1722—1739 in (Neu-)Kolin ansässig, und gehörte zur Tischlerzunft. Um 1739 siedelte er nach Prag über, wo er seitdem verblieb. Ein Violoncello vom Jahre 1739 von ihm besitzt das Kloster Strahow.
17Geigenzettel: Antonius Klor me fecit / Neo-Kolinij A. 1739. (gedruckt). — Antonius Klor / fecit Pragae Anno 1748 (gedruckt). — Franciscus Antonius Klor, / fecit Pragae, Anno 1752 (gedruckt).
19Kloß, Ernst Aug. — Bernstadt, Breslau. Geb. 30. Mai 1801 in Branderoda (Prov. Sachsen), † 31. Aug. 1870 in Bernstadt
21Er war der Sohn eines Organisten und Lehrers, war selbst über 30 Jahre Kantor an der evangelischen Kirche in Bernstadt i. Schl. und beschäftigte sich aus Liebhaberei mit dem Geigenmachen. Er machte ganz leidliche, flach gebaute Geigen, die er hoch im Preise hielt und nicht unter 100 Tlr. hergab. Um 1860 lebte er in Breslau. Er besaß mehrere Medaillen und Diplome, die er für seine Geigen erhalten hatte.
23Klotz. — Mittenwald
25Die Familie des Begründers der Mittenwalder Geigenindustrie, aus der eine große Zahl hervorragend geschickter Geigenmacher hervorgegangen ist, hatte durch das ganze 18. Jahrhundert die größte Bedeutung für ihren Heimatsort. Es folgt daher auf Seite 259 die Skizze eines Stammbaums.
27Klotz, Aegidius Sebastian (Egidi II). — Mittenwald. Geb. 1733, † 1805
29Sohn des Sebastian Kl. Einer der besten Geigenmacher seiner Zeit, wenn er es auch oft an der nötigen Sorgfalt fehlen ließ. Seine Geigen sind dunkelrotbraun lackiert, haben hübsche F-Löcher und langgezogene Schnecken. Die Wölbung der Decke nahm er gerne etwas stärker als die des Bodens. Er verstand sich gut auf das Holz und den Ton, doch ahmte er auch Stainer nach und dürfte viele seiner Arbeiten mit einem Stainerzettel versehen haben, was leider auch von den übrigen Mitgliedern der Familie Klotz fleißig geübt wurde. Er war mit Anna Gerblin verheiratet und saß noch 1799 im innern Rat zu Mittenwald.
31Geigenzettel: Abb. 402, 433, 442.
33Klotz, Anton Joseph. — Mittenwald. Geb. 12. Juni 1787, † 1835
35Sohn und Schüler von Joseph Anton Kl. Da er hauptsächlich für seinen Verleger gearbeitet haben soll, ist er wenig hervorgetreten. Wegen der gleichen Vornamen könnten seine Geigen mit denen seines Vaters leicht verwechselt werden, doch hat er auf seinem Zettel stets den Namen Anton voran gestellt.
37Klotz, Balthasar I. — Mittenwald. Geb. 7. März 1854
39Sohn des Schneckenschnitzers und Holzfällers Nikolaus Kl. (geb. 1814, † 1861). Schüler seines Oheims Simon Tiefenbrunner. Bis 1888 arbeitete er hauptsächlich für die Verleger Neuner & Hornsteiner, 1890 machte er sich selbständig und hat auch seine Söhne zu tüchtigen Geigenmachern ausgebildet, die jetzt Teilhaber seiner Werkstatt geworden sind. Sie sind alle mit Recht stolz darauf, ihre Abstammung in gerader Linie bis zu Mathias Kl. zurückführen zu können und sind auch mit Erfolg bemüht, den alten Ruhm ihrer Familie durch sauber gearbeitete, tonschöne Geigen fortgesetzt neu zu verdienen. Als Vorbilder dienen sowohl die alten Italiener als auch Jacob Stainer.
41Geigenzettel: Balthasar Klotz / Instrumentenmacher / Mittenwald a/Isar, Nr. 224. (gedruckt). — Balthasar Klotz & Söhne, Geigenbauer / Nachkommen von Mathias Klotz / Bayer. Hochgeb. Mittenwald Bayer. Hochgeb. (gedruckt).
Makers on this page
- Klingler, Christof II.
- Klopfleisch, Karl Fr.
- Klor, Franz Anton
- Kloss, Ernst Aug
- Klotz, Aegidius Sebastian (Egidi II.)
- Klotz, Anton Joseph
- Klotz, Balthasar I.
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