Scan 271
Die Geigen und Lautenmacher vom Mittelalter bis zur Gegenwart, 1922
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1Kohl. — Steingrub b. E.
2Als Geigenmacher aus dieser Familie sind gegenwärtig tätig:
4Kohl, Erdmann
5Kohl, Franz, war von 1886—1902 in Liebwerda ansässig und siedelte später nach Außig i. B. über
6Seine Geigen sind recht gut, ebenso der schöne rote Lack.
7Geigenzettel: Franz Kohl i. Liebwerda / bei Reichenberg in Böhmen / 1893 erbaut (gedruckt).
9Kohl, Hugo
10Kohl (Koll), Hans. — München. 1560. † nach 1599
11Ein seinerzeit berühmter Lautenmacher, der im Dienste des bayrischen Hofes stand. In den Hofzahlamtsrechnungen (Kreisarchiv München) ist er vom Weihnachtsquaterember 1573 bis zum ersten Quartal 1599 nachweisbar und ist, wie es dort heißt, »hernach gestorben«. Vom Hofe wurde er vorzugsweise in den Jahren 1580—1583 beschäftigt. Um die Preisverhältnisse seiner Zeit anzudeuten, sei nebenbei erwähnt, daß er für eine Diskantgeige aus »Kronewiten Holtz« (Wacholderholz) und für das Besaiten und Zurichten von vier Violen aus Zypressenholz 14 Gulden 15 Pfg. erhielt, und daß ihm eine Laute vom Hofe gewöhnlich mit zwei Gulden und höchstens fünf Gulden bezahlt wurde. Vgl. Westenrieder, Beitr. III. S. 73, 75 u. 118 und Sandberger, Beitr. S. 11.
13Kohlbacher, Michael. — Schönbach. 1894
14Er arbeitete mit Geschick und peinlicher Sauberkeit und war ein tüchtiger Lehrmeister, konnte aber das Sitzen an der Hobelbank nicht vertragen. Er gab daher das Geigenmachen bald auf — und wurde Schutzmann, zunächst in Wildstein bei Eger, dann in Karlsbad.
16Kohnemann, Diedrich. — Harsum bei Hildesheim. Geb. 22. Febr. 1798 in Harsum
17Sohn des Musikers Conrad K. und der Constantia geb. Kinkleeb. Er war selbst Musiker und Geigenmacher und hat recht sauber nach einem Nic. Amatimodell gearbeitet. Eine Violine von ihm, die sich in Köln im Privatbesitz befindet, kommt beinahe Widhalm nahe, nur der Lack ist weniger gut.
18Geigenzettel: Diedrich Kohnemann / in Harsum / bei Hildesheim / Anno 18 . . (gedruckt).
20Kok, Gerrit. — Amsterdam. Geb. 4. Dez. 1828
21Schüler von L. Bernardel und Mitbegründer der am 6. März 1848 errichteten, angesehenen Firma Gebr. Kok. Wie sein Bruder hauptsächlich als Kenner und Reparateur hervorgetreten.
23Kok, Johann Warnaar. — Amsterdam. Geb. 6. Nov. 1819, † 17. Okt. 1889
24Schüler von Heims und L. Bernardel in Amsterdam. Gründete mit seinem Bruder Gerrit K. am 6. März 1848 die Firma Gebr. Kok; er war hauptsächlich Reparateur und Händler; die Brüder dürften im Laufe der Jahre nur 50—60 Geigen gebaut haben, die aber sehr gelobt werden.
26Kolb, Hanss. — Ingolstadt. 1666
27Er wird wiederholt als Lautenmacher erwähnt und gerühmt, doch gelang es nicht, etwas Sichereres über ihn zu erfahren oder Arbeiten von ihm nachzuweisen. Ich vermute, daß er aus Füssen stammte, wo eine Familie Kolb schon in alter Zeit vorkommt.
29Kolb (Kölb), Nikolaus. — (Mark)Neukirchen. 1678
30Er war in Schöneck geboren und wurde am 22. Nov. 1678 in Neukirchen als Geigenmacher in die Zunft aufgenommen.
32Kolditz, Jakob. — Rumburg. Geb. um 1718, † 26. Okt. 1796
33Er galt als trefflicher Geigenmacher und wohnte im Hause Nr. 22 in der Königstraße, wo er auch starb. Seine Violen sind besonders gut; in seinen Geigen nähert er sich der Prager Schule, weicht aber in charakteristischen Einzelheiten von dieser ab. Eine fünfsaitige Viola befindet sich in W. Heyers Musikhistorischem Museum in Köln. In der Mitte seines Zettels findet sich als Emblem eine Geige und eine Laute. (Die Familie Kolditz war von altem böhmischen Adel.)
34Geigenzettel: Jacob Kolditz me fecit / Rumburgiae 17 . . (gedruckt).
36Kolditz (Koldiz), Matthias Johann. — München. 1733. 1760
37In seiner Arbeit steht er Alletsee nahe, weicht jedoch in den Modellen merklich von ihm ab und ist zweifellos aus einer anderen Schule hervorgegangen. Daß er aus Tirol gekommen sei, wie behauptet wird, ist durchaus unwahrscheinlich, es sei denn, daß er sich dort vor seiner Übersiedelung nach München vorübergehend aufgehalten hat. Sein Modell ist schlank, weniger hochgewölbt als damals in Deutschland üblich, auch die Zargen sind von geringerer Höhe. Eine Viola von ihm kenne ich, deren Zargen mehrfach geschweift sind (Länge 65 cm). Sein Holz ist sehr gut; die Schnitzereien am Wirbelkasten sind sehr geschickt ausgeführt. In seinen Violoncelli wich er häufig von den üblichen Größenverhältnissen ab und bevorzugte besonders große Modelle; außer den F-Löchern brachte er auch öfter unter dem Griffbrett noch ein besonderes, geschlitztes Schalloch (Rosette) an. Eine schöne Violine von 1750 besitzt Aug. Leop. Saß in Stettin.
38Geigenzettel: Mathias Ioannes / Koldiz / Lauten und Gei- / genmacher in München 1739 (gedruckt) und Abb. 452.
40Koliker, Jean Gabriel. — Paris. 1783. 1820
41Er war wahrscheinlich ein Schweizer und wohnte bis 1799 in der Rue des Fossés-Saint-Germain-des-Prés, seit 1800 in der Rue Croix des Petits-Champs Nr. 24 und war ein außerordentlich geschickter Reparateur.
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