Scan 286
Die Geigen und Lautenmacher vom Mittelalter bis zur Gegenwart, 1922
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1ging aber schließlich seine eigenen Wege, und da er augenscheinlich ein bestimmtes Ziel vor Augen hatte, machte er viele Versuche. Deshalb weichen seine Geigen oft auffällig voneinander ab; manche sind mit größter Liebe und Sorgfalt durchgeführt, manche ziemlich roh fertiggemacht und nicht einmal gut im Lack, obwohl nach Charles Reade gerade Landolfi als der letzte gelten muß, der wirklich noch im Besitze des echten Cremoneser Lacks gewesen ist. Er verstand sich besonders gut auf den Ton, und wird, wenigstens in Deutschland, noch nicht nach Gebühr eingeschätzt, während man ihn in England längst zu den ersten Meistern zählt. Die Decke ist meistens stärker gewölbt als der Boden, die )(-Einschnitte kräftig, die F-Löcher selten sauber ausgearbeitet und oft auch schräg gestellt, dagegen ist die Schnecke immer schön, breit und tief ausgestochen. Sein Lack hat ein schönes Feuer und ist bald gelbrot, bald braunrot. Seine Violoncelli sind weniger hochgewölbt, haben kleines Patron und sind im ganzen besser als manche seiner Violinen. Sein Ladenschild lautete »al segno della Sirena«. Eine Geige von ihm hatte die folgenden Maße: obere Breite 16,4 cm, mittlere Breite 10,8 cm, untere Breite 20,2 cm, Zargenhöhe oben 28 mm, unten 30 mm, Korpuslänge 35,7 cm. Die Decke war kräftiger gewölbt als der Boden. Eine Viola von ihm aus dem Jahre 1742 besitzt das Brüsseler Streichquartett, zwei vorzügliche Violinen Ingenieur Richard Renner in Tutzing. Die eine ist hochgewölbt, hat aber trotzdem einen außerordentlichen großen Ton. Die zweite ist von flacher Wölbung und wenn der Ton auch kleiner ist, so ist er doch sehr tragfähig und reicht für jeden Konzertsaal aus. Beiden gemeinsam sind die Umrißlinien und die niederen Zargen, der zweiteilige, enggeflammte Ahornboden und das feinjährige Deckenholz.
2Geigenzettel: Abb. 460, 476, 491.
4Landolfi, Pietro Antonio. — Mailand. 1750. 1780. Soll um 1800 noch gelebt haben
5Sohn, Schüler und Nachfolger von Carlo Ferd. L., den er jedoch in keiner Weise erreichte. Er ist oft weniger sorgfältig und vernachlässigt auch die Einlagen doch konnte er, wenn er wollte, auch sehr sauber arbeiten. Sein Modell ist hochgewölbt und schlank, sein rotgelber Lack gut und die Schnecke originell und tief ausgestochen. Seinen Zettel teilt zum ersten Male Grillet mit.
6Geigenzettel: Abb. 479.
8Lane, E. — Bristol. 1895. 1899
9Vielleicht ein Sohn des 1885 vorkommenden J. Quilter Lane. Er machte Streichinstrumente und Harfen und war bis etwa 1899 in Bristol ansässig.
11Lang, Ferd. — Schönbach b. E. Geb. in Schönbach (Böhmen) 1867, † 1910
12Schüler seines Vaters Jos. L., machte sich 1891 in Schönbach selbständig, fertigte Kontrabässe und angeblich auch Violoncelli an und verwendete harten Spirituslack. Für seine Instrumente erhielt er 1892 in Eger eine goldene Medaille. Er handelte auch mit Tonholz. In geistiger Umnachtung endete er sein Leben durch Gift.
14Lang, Friederich. — Nürnberg. 1608
15Er war Stadtpfeifer und hat einen gewissen Ruf als Lauten- und Geigenmacher gehabt. Eine gute Viola di Gamba von ihm befindet sich im Germanischen Museum in Nürnberg. In »Norischer Christen Freydhöfe Gedächtnis usw. Nürnberg 1682« S. 17, Nr. 554 liest man die Abschrift seines Epitaphs: »Friedrich Lang Stadtpfeifer und Anna, seiner Ehewürthin und ihrer beeden Leibes-Erben Begräbniss An. 1608«.
16Geigenzettel: Friederich Lang in / Nürnberg (gedr.).
18Lang, Josef. — Wien. 1824
19Eine Zither von ihm wurde am 10. Juni 1913 bei Helbing in München versteigert.
21Lang, Josef. — Schönbach b. E. Geb. 22. April 1837 in Schönbach, † 1896
22Er begann als Bestandteilmacher und war namentlich wegen seiner Hälse hochgeschätzt; dann wurde er Baßmacher und machte auch gute Violoncelli und Geigen. Er galt als Kenner und wurde oft von seinen Kollegen zu Rate gezogen. Er war ein Schüler von Ant. Lutz.
24Lang, Karl Ferdynand. — Lemberg
25Ein in den neunziger Jahren des 19. Jahrhunderts in Lemberg ansässiger Geigenmacher, der auf mehreren kleinen Ausstellungen gute Violen und Violinen ausgestellt hatte.
27Lang, Sebastian. — Prag. Geb. 1703, † 21. Jan. 1765
28Er arbeitete zwar lange bei Jos. Edlinger, gehörte aber zu den Prager Meistern zweiten Ranges und hat nicht sehr viele Geigen gemacht. Über Langs Leben und Herkunft ist fast nichts bekannt. Eine Violine mit unleserlicher Jahreszahl besitzt das Benediktinerstift St. Margaret bei Prag. In Prag besitzen ferner von ihm eine Geige von 1756 der Dom zu St. Veit, eine von 1762 die Kreuzherrenkirche, eine andere die Lorettokirche und das Kloster Strahow, ein Violoncello das Prager Konservatorium.
29Geigenzettel: Abb. 500.
31Langenhaar, Johann Andreas. — Crawinkel. 1890. 1900
32Der letzte noch lebende Crawinkler Geigenmacher, der Violinen, Bässe und Zithern macht.
34Langenhahn, B. — Breslau. 1871
35Ein nur durch seinen Reparaturzettel bekannt gewordener Name.
36Geigenzettel: Rep. von B. Langenhahn / Breslau 1871 (gedruckt).
38Langenwalter (Langenwalder), Jakob. — Füssen. 1605. † 30. März 1633
39Ein tüchtiger Lautenmacher. Im Jahre 1606 gehörte er zu den Mitbegründern der Füssener Lautenmacherzunft und im Jahre 1612 zu den 13 Lautenmachern, die sich über einen die Zunft schädigenden Holzhandel beschwerten. Eine Laute von 1624 befindet sich in der
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