Scan 299
Die Geigen und Lautenmacher vom Mittelalter bis zur Gegenwart, 1922
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1Lété, Dominique-Joseph. — Nantes. Geb. 1804 in Mirecourt, † 25. Mai 1871 in Nantes
2Er erlernte das Geigenmachen in seiner Vaterstadt und arbeitete eine Zeitlang bei Ch. F. Gand. Hierauf ließ er sich in Nantes nieder. Seine Geigen sind gut; sie haben nur oft zu dicke Ränder und näseln etwas.
3Geigenzettel: Abb. 489.
5Lété, Simon. — Paris. Geb. um 1768, † nach 1828
6Er stammte aus Mirecourt, war der Schwiegersohn von Pique und machte Geigen zu billigsten Preisen für den Handel. Später verlegte er sich mehr auf den Orgelbau. Von 1825—1828 war J. B. Vuillaume sein Geschäftsteilhaber. Für eine Geige, die im Verhältnis zu ihrem Preise von 25 Fr. recht gut war, erhielt er 1823 eine silberne Medaille.
8Lett, Johan. — Stockholm. 1676. † 1687
9Ein schwedischer Geigenmacher, der bisher nur dem Namen nach bekannt ist. Er wohnte im Stadtteil Norrmalm und hatte Frau und Kind. Da er der älteste schwedische Geigenmacher ist, wäre es sehr erfreulich, wenn noch Arbeiten von ihm zutage kämen.
11Leunis, Reynier. — Antwerpen. 1610
12Als Clavecinmacher und Rahmenbildhauer (»Lystmaker en claversigmaker«) bezeichnet.
14Leutis, Gerolamo de. — Rom. 1638
15Wenn er auch bisher nur als Klavizimbelmacher bekannt geworden ist, so deutet doch schon sein Beiname darauf hin, daß er auch Lauten, diese vielleicht sogar vorzugsweise, gemacht hat. Georg Kinsky spricht (in seinem Katalog des Musikhistorischen Museums von W. Heyer in Köln) die Vermutung aus, daß der Name nicht richtig gelesen sein könnte und vielleicht Girolamo de Zentis heißen müßte, eine Vermutung, die allerdings manches für sich hat.
17Levalois. — Paris. 1760. 1769
18Er wohnte Rue de Calandre und verfertigte alle Sorten von Musikinstrumenten.
20Levien, Julius. — Berlin. Geb. 21. April 1862 in Elbing
21Er ist Doktor der Medizin und übte von 1889—1894 in Berlin seine ärztliche Praxis aus. Im Jahre 1894 ging er nach Paris, wo er unter Leo Fischessers Leitung seine erste Geige machte, nachdem er schon seit 1890 akustische Studien betrieben und sich viel mit der Lackfrage beschäftigt hatte. Er ist überzeugt, die Grundsätze der alten Meister beim Lackieren gefunden zu haben, und ein von ihm gebautes und lackiertes Streichquartett wurde tatsächlich mit unbestrittenem Erfolg 1912 in Berlin öffentlich zu Gehör gebracht.
23Levien, L. — London (Pentonville). Um 1800 bis 1825
24Eine Harfengitarre von ihm mit trapezförmigem Körper besitzt die Sammlung Crosby Brown in New York. In einer ähnlichen Gitarre liest man: Levien, / Inventeur & Brevété (gedruckt). Die gleiche Inschrift findet sich in einer eigenartigen, zargenlosen Gitarre mit dem Bourbonenwappen im Schalloch in W. Heyers Musikhistorischem Museum in Köln. Eine achtsaitige Harfenlaute bei C. Claudius in Kopenhagen trägt die vollständige Inschrift: L. Levien No 8 / Pleasant Row Pentonville. / No 60. Patronized By the / Society of arts and sciences (gedruckt). Andere Instrumente von ihm sind mir nicht bekannt geworden, auch scheint er nur der Erfinder und nicht der Verfertiger der Instrumente mit seinem Namen gewesen zu sein.
26Levinville. — Besançon. 1707
27Er scheint hauptsächlich mit dem Ausbessern alter Geigen sein Brot verdient zu haben, doch hat er wohl auch einzelne Geigen selbständig gemacht. Außer seinem Zettel (auf dem er den Namen mit dem Brandstempel abdruckte) brachte er den gleichen Stempel mehrfach an.
28Geigenzettel: Racommodé par / Levinville à Besançon (geschrieben) und Abb. 496.
30Lewens, Willem
31Ein Brabanter Lautenmacher, der zwischen 1528—1531 genannt wird.
33Lewicki, Hans. — Garmisch (bayr. Hochland), Hellerau bei Dresden. Geb. 22. Febr. 1864 in Zürich
34Er verlebte seine Jugend in Riga, Aachen und Dresden, wo sein Vater als Professor an den technischen Hochschulen tätig war. Er besuchte das Dresdener Realgymnasium und diente dann als Einjährig-Freiwilliger in einem sächsischen Grenadierregiment. Schon als Knabe beschäftigte er sich mit dem Geigenbau und wurde dann von Ferdinand Patzelt regelrecht ausgebildet. Gleichzeitig studierte er eifrig das Violin- und Violoncellospiel und hatte Gelegenheit, jahrelang unter Alois Schmitt im Orchester des Dresdener Mozartvereins mitzuspielen. Nach beendetem Lehrzeit, also um 1887, arbeitete er im Elternhause und war da in der angenehmen Lage, zunächst ausschließlich seinen Versuchen und Studien leben und sich auch in der Musik noch gründlicher ausbilden zu können. Um die Arbeiten der großen italienischen Meister kennen zu lernen, unternahm er größere Reisen, u. a. nach Berlin, Wien und London, und hatte in der englischen Hauptstadt die Freude, fast alle in englischem Besitz befindlichen »Italiener« ausgestellt zu sehen, darunter 36 Arbeiten von Stradivari. Er trat auch mit zahlreichen Virtuosen in persönliche Beziehung, um sich eine sichere Vorstellung eines anzustrebenden Tonideals für ein Streichinstrument zu bilden. Die herrliche Gegend, der historische Boden in der Nähe Mittelwalds und der Heimat der Tiroler Geigenbauer, sowie das Bedürfnis, in möglichster Ruhe arbeiten zu können, veranlaßte ihn, im Jahre 1898 sich in Garmisch niederzulassen. Er konnte sich dort auch eine Holzkenntnis verschaffen, wie sie nie aus Büchern oder in der Werkstatt allein zu lernen ist. Im Jahre 1912 siedelte er wieder nach Dresden über und schlug seine Werkstatt
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