Bow & Bridge Violin and bow makers, as the old books printed them

Scan 30

Die Geigen und Lautenmacher vom Mittelalter bis zur Gegenwart, 1922

41 lines. Read by computer on 26 September 2026. Printed page 26. See the scan on archive.org.

1Bader, Josef. — Mittenwald. 1748
2Klotz-Schule; seine Geigen sind nach der Form gebaut und dem kleinen Amati-Modell nachgeahmt. Das Holz ist gut gewählt, der Lack braun.
4Bader, Martin. — Mittenwald. 1730. 1736
5Er darf als ein echter Schüler von M. Klotz angesehen werden. Seine Geigen sind gut und kommen denen seines Lehrers nahe; nur soll er auch den Zettel Stainers häufig mißbraucht haben.
7Bär (Bähr, Beer), Andreas. — Wien. 1679.
8† 16. März 1722
9Wahrscheinlich aus Füssen eingewandert, oder zu der Familie Perr (aus der Ramsau stammend) gehörig und vielleicht ein Sohn von Hans Perr, der seinen Namen auch gelegentlich Beer schrieb. Er nennt sich auf seinen Zetteln ausdrücklich »bürgerlicher Lautten- und Geigenmacher«, doch war es mir nicht möglich, seine Bürgeraufnahme zu ermitteln. Seine Violen waren in ihrer Ausführung nicht hervorragend; Violinen dürfte er nur wenige gemacht haben, wodurch sich ihr seltenes Vorkommen erklärt. Sie sind unansehnlich, braun lackiert, besser dagegen sind seine Lauten, und Baron sagt von ihm in seiner Untersuchung des Instrumentes der Lauten, nachdem er erwähnt, daß er als Lautenmacher berühmt sei: »Was [Andreas Bähr] anlangt, so arbeitete er breitspanicht, und sind seine Instrumente von dem hochberühmten Graffen Logi1) ungemien aestimirt worden« (S. 96).
11Baer. — Meiningen. 1917
12Ein Kammermusiker, der auch als geschickter Geigenmacher gilt.
14Baffo, Antonio (Joannes Antonius). — Venedig. 1523. 1581
15Er wird mehrfach als Lautenmacher erwähnt, doch es gelang mir nur, ihn als den Erbauer von schönen Harfen und Klavizimbeln nachzuweisen.
16Geigenzettel: Antonius Baffo Venetus fecit (gedruckt).
18Bagany. — Pottendorf. 1822
19Auch einer von den unglücklichen Reformatoren des Geigenbaues. Er erfand Geigen, deren Decke aus Eisenblech hergestellt wurde, die aber trotz ihrer Billigkeit — das Stück kostete 4 fl. 48 kr. C. M. — die Welt nicht eroberten.
21Bagatella, Antonio. — Padua. Geb. 21. Febr. 1755, † 25. Mai 1829
22Sohn des Gaetano B. und der Catarina Coppo-Scangerla. Er wollte ursprünglich Geiger werden und war vermutlich ein Schüler seines Verwandten Pietro B. Ein literarisch und musikalisch gebildeter Mann. Seine Bedeutung liegt allerdings weniger in seiner Kunst als Geigenmacher, als vielmehr darin, daß er eine Abhandlung über die Theorie des Geigenbaues schrieb, für welche er 1782 einen von der Akademie der Wissenschaften in Padua ausgesetzten Preis erhielt. Diese Abhandlung wurde 1786 auf Kosten der Akademie gedruckt und ist seitdem wiederholt erschienen und sowohl mehrfach ins Deutsche als auch ins Französische, Englische usw. übersetzt worden. Seine Arbeit ist sehr überschätzt worden, denn etwas Sicheres wußte er doch nicht. Vieles von dem, was er vorschlägt, hat sich nicht bewährt. Wenn man auch annehmen will, daß er das Geigenmachen erlernt hat, so scheint er doch die Lücken seines Wissens durch selbsterfundene Theorien ausgefüllt zu haben. Trotzdem verdankt man ihm bis zu einem gewissen Grade die wenigen auf uns gekommenen Grundsätze, nach denen die alten italienischen Meister gearbeitet haben. Über sein Leben ist nicht viel mehr bekannt, als was er in seiner Schrift selbst erzählt, und daß er mit Antonia Pelizzari verheiratet war, verschiedene Kinder hatte und gänzlich verarmt und erblindet starb. Eine Zeitlang arbeitete er mit Danieli zusammen. Eine Geige mit seinem Namen, von guter Arbeit und rotem Lack, wurde kürzlich in England um ca. 1000 Mk. gekauft. Eine andere zum Verkauf ausgebote Geige von »Antonio Bagoletto in Padua, 1782« dürfte, wenn sie echt war, gleichfalls von Bagatella gewesen sein. — Er ahmte Jos. Guarneri nach und steht Joseph Rocca nahe.
23Geigenzettel: Antonius Bagatella delectens / fecit Patavij Anno 1794 (gedruckt).
25Bagatella, Pietro, gen. Picino. — Padua. 1712, soll 1760 noch gelebt haben
26Vermutlich der Großvater oder Oheim Antonios. Er verwendete ein sehr hochgewölbtes Modell und dunkeln Lack. Um 1726 soll auch ein Carlo Picino als Geigenmacher gelebt haben.
28Bagnini, Orazio. — Florenz. 1661. 1667
29Sohn von Antonio B. Ein von Vidal und Valdrighi erwähnter, sonst aber nicht bekannter Lautenmacher des 17. Jahrhunderts.
31Bailly, Antoine. — Mirecourt. 1770
32Ein Geigenmacher, der um 1772 seinen Heimatort verlassen hat. Ein anderer Antoine Bailly kommt 1763 bis 1785 als Bogenmacher vor.
34Bailly, Joseph. — Mirecourt. 1770. 1790
35Seinen Namen fand ich in einer sauber gearbeiteten Violine, die ein Wiener Musiker besaß.
37Bailly, Paul. — Mirecourt, London, Paris. Geb. in Mattaincourt 13. April 1844
38Er erhielt seine erste Ausbildung in Mirecourt bei Jules Gaillard, Prosper Gabasse und P. G. Grandjon. Hierauf arbeitete er bei François Vuillaume, der ihn zu seinem Bruder J. B. V. nach Paris schickte, hier blieb er mehrere Jahre und wurde 1869 zum Geigenmacher der Musikakademie in Douai ernannt. 1892 ging er nach Mirecourt zurück und arbeitete hauptsächlich für die ersten Pariser und Londoner Firmen. Während dieser Zeit bildete er auch viele Lehrlinge aus, 1884 zog er nach Paris und blieb wieder mehrere Jahre da; dann verlegte er seine Werkstatt nach London und 1898 endgültig nach Paris zurück, wo er jetzt Rue de Grénelle
401) Berühmter Lautenspieler, † 1721 in Prag im Alter von etwa 80 Jahren.

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