Scan 301
Die Geigen und Lautenmacher vom Mittelalter bis zur Gegenwart, 1922
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1nach dem Tode seines Vaters das Geschäft in Breslau. Er arbeitet recht gut nach den berühmten Meistern, verwendet auch ein eigenes Modell und gebraucht Öl- und Spirituslack. Für seine Arbeiten erhielt er die preußische silberne Staatsmedaille und verschiedene Ausstellungsmedaillen. Er ist Hofinstrumentenmacher des Herzogs von Koburg-Gotha und beeideter Sachverständiger.
3Liebich, Gottlieb. — Hermsdorf. 18. Jahrh.
4Sein Modell erinnert in mancher Hinsicht an Stainer; der Lack ist dunkel und unscheinbar, das Deckenholz aber meist recht gut. Eine Violine von ihm ohne Eingaben besitzt Rat Friedrich in Posen.
5Geigenzettel: Gottlieb Liebich / Violinmacher in Hermsdorf / unterm Kynast (gedruckt).
7Liebich, Johann Gottfried. — Breslau. Geb. um 1755, † 1824
8Er entstammte nachweislich einer Geigenmacherfamilie und war vielleicht der Sohn von Gottlieb L. Um 1790 ließ er sich in Breslau nieder und begründete dort sein noch heute bestehendes Geschäft. Seine Arbeit ist gut und erinnert teils an die Prager, teils an die Vogtländer Schule.
9Geigenzettel: Johann Gottfried Liebich / Geigen-Lauten- und Harfenmacher / in Breslau 1792 (gedruckt).
11Liebig (Liebich), Johann Gottlieb (Gottlob). — Hamburg
12Ein Instrumentenmacher, der am 21. Oktober 1791 Bürger wurde. Er gehörte wahrscheinlich zur Breslauer Familie und scheint auch wieder dorthin gezogen zu sein, denn Fr. Meisel in Breslau besitzt ein Instrument von ihm mit folgendem Zettel: Johann Gottlob Liebich / Musikalischer Instrumentenmacher / in Breslau 1793 (gedruckt).
14Liebl, A. — Griesbach (Rotthal). Geb. in Griesbach 1867
15Schüler seines Vaters Joh. Nep. L. Er machte sich 1882 selbständig und übernahm 1899 das väterliche Geschäft. Er ist Geigenmacher und Reparateur und verwendet seiner Aussage nach »Cremonese« Lack.
17Liebl, Johann. — Griesbach (Rotthal). Geb. 1770, † 28. Febr. 1840
18Braver Geigen- und Zithermacher, dessen Arbeit an die Mittenwalder Schule erinnert. Eine Zither von ihm aus der Sammlung Snoeck befindet sich jetzt in Berlin. Der wohl schwer leserliche Zettel wurde von Snoeck allerdings stark mißverstanden: statt Liebl las er »lion« und die Abkürzung burgl. für »bürgerlicher« (Geigenmacher) als Eigename »Burgle«.
19Geigenzettel: Abb. 499.
21Liebl, Johann Nep. — Griesbach (Rotthal). Geb. 1811, † 22. Okt. 1889
22Schüler seines Vaters Johann und dessen Nachfolger und gleich diesem ein braver Geigen- und Zithermacher.
24Liebl. — Thann. 1840
25Ein Musiker, der sich auch mit dem Ausbessern alter Geigen abgab.
26Geigenzettel: Rep. Liebl Kirchenmusikus / in Thann 1840 (gedruckt).
28Liebmann, Otto. — Klingenthal. Geb. 1855
29Begründete 1879 die Handelsfirma Otto Liebmann & Co. und beschäftigt viele Geigenmacher seines Bezirks.
31Liehr, Gottl. — Prag. 1763. † 21. Aug. 1813 in Prag
32Ein von Em. E. Homolka neu aufgefunden Prager Meister, der Jakubská ulice Nr. 673/I. wohnte.
34Liekow, Carl Wilhelm. — Hamburg
35Erwarb am 26. April 1799 das Hamburger Bürgerrecht als »Instrumentenmacher«.
37Liessem, Remerus. — London. 1750. 1760
38Er soll hauptsächlich Zithern gemacht haben; doch kommen auch einige Violoncelli von ihm vor. Eine Zister von ihm befand sich in der Sammlung Loup, eine andere besitzt A. F. Hill, eine Zister mit doppelter Schnecke (»Cetera Bijuga«) vom Jahre 1760 kam mit der Sammlung Galpin nach Boston.
40Lieves, Eduard. — Königsberg i. Pr. Anfang des 19. Jahrhunderts
41Er nennt sich »Mechanicus und musikalischer Instrumentenmacher«. Er soll Klaviermacher gewesen sein und hat auch Gitarren, aber keine Geigen gemacht. Sein Zettel findet sich bei Paul de Wit. Eine Gitarre von ihm wurde am 20. Januar 1914 in Berlin bei Gebr. Heilbronn versteigert. Reich verzierte, klangschöne Gitarren mit Ebenholz- und Perlmuttereinlagen finden sich noch mehrfach in Königsberger Privatbesitz, so bei Bernhard Neumann, Musiklehrer Blum usw.
43Light, Edward. — London. 1798. 1800
44Er war »Professor of Music«, »Lyrist to the Princess of Wales« und wohnte Foley Place und später Marylebone Street. Er ist nur als Erfinder von Harfenlauten (»Ditalharps«) bekannt geworden. Solche befinden sich in der Crosby-Brown-Collection (Metrop. Museum of Art in New York) Nr. 1076, in W. Heyers Musikhistorischem Museum in Köln Nr. 404, 602 und bei C. Claudius in Kopenhagen. Die Kölner Sammlung besitzt außerdem eine Harfengitarre von ihm (Nr. 1010). Eine Laute ist in der Sammlung Gautier. In einer Gitarre der Sammlung Snoeck wird er als der Erfinder und ein Barry als Verfertiger bezeichnet, was zu der Annahme berechtigt, daß Light selbst keine Lauten machte, wie er ja auch die Herstellung seiner »Imperial Harp-Lute« nach 1818 der Firma Wheatstone & Co. übertrug. Über ihn und seine Ditalharp vgl. Allg. musik. Zeitung, 22. Jahrgang, Sp. 232.
45Geigenzettel: 479 Light / foley place / London (gedr.).
47Lignamaro s. Legnamaro
48Ligne s. De Ligne
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