Scan 302
Die Geigen und Lautenmacher vom Mittelalter bis zur Gegenwart, 1922
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1Lignoli, Andrea. — Florenz. 1681
2Er wird als Sohn des Giovanni L. bezeichnet, ist aber ziemlich unbekannt; auch de Piccolellis weiß nur den Namen anzugeben.
4Liharzik war Dr. med. (Kinderarzt). Geb. in Wallach. Meseritsch, † 1866 in Wien an der Cholera im 52. Lebensjahre
5In den letzten drei Jahren seines Lebens beschäftigte er sich mit der Berechnung von Musikinstrumenten; auf der Wiener Weltausstellung 1873 war eine von ihm »auf mathematischen und selbst kabbalistischen Thesen basierte« Geige ausgestellt, von der man aber nie wieder etwas gehört hat. Die wenigen, seinen Namen als Brandmarke tragenden Instrumente sind von W. Th. Gutermann gemacht.
7Lilly, James, ein englischer Geigenmacher, der um 1820 gelebt hat
9Limprecht, Carl. — Elberfeld. 19. Jahrh.
10Die Geige, in der sein Zettel klebte, scheint Markneukirchner Ursprungs gewesen zu sein.
11Geigenzettel: Carl Limprecht / Geigenmacher in Elberfeld (gedruckt).
13Linarolo, Francesco. — Venedig. 1540
14Stammte aus Bergamo und siedelte später nach Venedig über, wo er in der ersten Hälfte des 16. Jahrhunderts als Streichinstrumentenmacher lebte. Eine Diskantgamba von ihm aus dem Nachlasse des in Serajewo ermordeten Erzherzogs Franz Ferdinand von Österreich-Este befindet sich in der Sammlung alter Musikinstrumente zu Wien.
15Geigenzettel: Franciscus Linarolus Bergomensis / Venetis faciebat (gedruckt).
17Linarolo, Giovanni. — Venedig. 1622
18Sohn von Ventura L., vielleicht auch dessen Schüler, im ganzen wenig bekannt. Nur Pasini wollte eine Arbeit von ihm mit dem untenstehenden Zettel gesehen haben. Eine Violine mit der auf dem Boden mit Tusche geschriebenen Bezeichnung: Giovanni di Ventura in Venezia 1622 ist in der Wiener Sammlung alter Musikinstrumente. Es läge nahe, den Verfertiger für den Sohn Ventura Linarolos zu halten, wenn die Arbeit nicht so unbeholfen wäre, daß man eher an einen Liebhaber, als an den Sohn eines bewährten Meisters denken möchte.
19Geigenzettel: Giovanni D' Ventura Linarol / In Venetia 1622 (gedruckt).
21Linarolo, Ventura. — Venedig. 1577. 1591
22Francescos Sohn; arbeitete bis gegen 1584 in Venedig, scheint dann 1585 für kürzere Zeit nach Padua übersiedelt zu sein, kehrte aber bald wieder nach Venedig zurück. Er ist der Bedeutendste aus seiner Familie und nannte sich nach seinem Vater »Ventura di Francesco Linarolo«. Eine aus dem Jahre 1581 datierte Violine mit einer in den ersten Formen gehaltenen Schnecke und den charakteristischen F-Löchern besaß der Erzherzog-Thronfolger Franz Ferdinand von Österreich-Este, eine herrliche Lira da braccio (da Spalla) vom Jahre 1577 W. Heyers Musikhistorisches Museum in Köln, eine Tenorgeige und Diskantgamba sah man auf der Wiener Mus.-Ausst. (mit verschieden lautenden Zettelinschriften). Von Vent. Linarolo dürfte auch die fünfsaitige Viola (Quinton) herrühren, die das Verzeichnis der Sammlung Keil in Lissabon dem »Vinareli da Venice 1581« zuschreibt. Wenn Valdrighi eine Viola da Gamba von ihm mit der Jahreszahl 1514 gesehen haben will, so scheint dies auf einem Lesefehler zu beruhen, er besaß jedoch 1888 eine solche mit der Jahreszahl 1591; de Piccolellis las den Namen ebenfalls unrichtig: »Venturino Linarelli«. Vgl. u. a. Hajdeckís treffliche Schrift: »Die Lira da Braccio« usw. In der Sammlung alter Musikinstrumente in Wien wird auch eine Violine von 1581 mit kurzem kantigen Hals in ursprünglicher Erhaltung und eine Groß-Baß-Vio!a da Gamba vom Jahre 1585 bewahrt, die nun Padua als Wohnort angibt.
23Geigenzettel: Ventura di Francesco / Linarolo In Venetia 1577 (gedruckt). — 1585 / Ventura de Fran Co / Linarol in Padoa / F. (geschrieben).
25Lincke, Johannes Peter. — Kopenhagen. 1773
26Seinem Zettel und seinem Namen nach ist er wahrscheinlich deutscher Abkunft; auch seine Arbeit verrät deutsche Schule.
27Geigenzettel: Johannes Peter Lincke / Violinmacher in Copenhagen (gedruckt).
29Lindahl, Daniel. — Stockholm. 1814. 1817
30Schüler von Johan Jerner, als dessen Lehrling er 1814 und 1817 nachweisbar ist. Ob und wo er sich später selbständig gemacht hat, ist mir nicht bekannt geworden.
32Lindberg, C. — Sigtuna. 1841
33Wahrscheinlich ein Liebhaber, der sich mit dem Geigenmachen beschäftigt hat. Seine Arbeiten sind übrigens nicht übel, wie ein im Museum zu Gothenburg aufbewahrtes Violoncello beweist.
34Geigenzettel: C. Lindberg / Sigtuna 3/11 1841 (gedr.).
36Linden s. Van der Linden
37Linder, Hans1). — Augsburg. Geb. um 1549, † nach 1615
38Im Augsburger Meisterregister von 1615 wird neben Rudolf Bessart und Sixt Rauchwolf auch der Lautenmacher Hans Linder, 66 Jahre alt, aufgeführt. Die Altersangaben sind um jene Zeit freilich nicht allzu genau zu nehmen, aber doch annähernd richtig.
40Lindholm, Erik. — Stockholm. Geb. 22. April 1874
41Schüler von Oskar Zimmer in Markneukirchen. Den Abschluß seiner Ausbildung fand er als Gehilfe bei E. Gärtner in Stuttgart und C. Stössel in Köln. Im Jahre 1907 machte er sich in Stockholm selbständig und hat sich sehr bald einen guten Ruf als tüchtiger Geigenbauer zu erwerben gewußt.
431) Eine Familie Linder kommt in Füssen vor.
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