Scan 307
Die Geigen und Lautenmacher vom Mittelalter bis zur Gegenwart, 1922
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1meter und musicus« oder auch »obersten musicus« bekleidete, also Dirigent der Instrumentalmusik war. Daß er auch Instrumente gemacht hat, behauptet er wenigstens selbst in einem bei Bertolotti (S. 43) veröffentlichten Briefe, in welchem er spricht von »dui istru menti musicale fatti di mia mano comodi da sonare in varie sorte concerti …«. Im übrigen scheint er doch die Cremoneser Violen vorgezogen zu haben. Aus den Gem.-Missiven (1580 fol. 312, 537), Jahrbuch der Samml. d. a. h. Kaiserhauses Bd. 14, S. 180, Regest Nr. 10, 817, erfährt man, daß er dem »Lauten- und Geigenmacher Antoni1) in Cremona« für etliche Violen 30 Kronen bezahlt hat, welche Summe die tirolische Kammer ihm durch den Zöllner zu Brauzoll zu ersetzen befiehlt. Seit 1579 bezog er nebst freier Station ein jährliches Gnadengeld von 100 fl. (Raitbuch 1585, S. 1401). Als er nach dem Tode des Erzherzogs im Jahre 1595 seiner Stelle verlustig ging und nur mehr eine jährliche Provision von 104 fl. bezog, scheint er nebenbei einen Leinwandhandel betrieben zu haben, denn mehrere Jahre verrechnete die Kammer Ausgaben für Leinwand, die Losio den Franziskanern in Innsbruck geliefert hatte. Zweimal wandte er sich an den Kaiser um Aufbesserung und erhielt jedesmal Abfindungssummen. Als Losio starb, bewilligte Erzherzog Maximilian seinem Sohne für drei Jahre ein der Mutter Domenica einzuhandigendes Jahrgeld zur Fortsetzung seiner Studien, trotzdem der verstorbenen Vater einstens sehr bedenkliche Beziehungen zu einer Falschmünzerbande unterhalten hatte. (J. Hirn, Erzherzog Ferdinand II. von Tirol Bd. II, S. 470 ff.) Ein Bruder Peter Marias, Martin Losy, war ebenfalls als Musikus der Hofkapelle angestellt.
3Lott, George Frederik. — London. Geb. 1800, † 1868
4Ältester Sohn von John Fred. L. sen. Tüchtiger Kenner italienischer Geigen. Versuchte auch, Geigen in ähnlicher Form wie Galbusera zu machen (Gitarreform), ahmte aber für gewöhnlich die Italiener mit Erfolg nach. Da er viel für Davis arbeitete, tragen nur wenige Geigen seinen Namen. Diese sind sehr sauber gemacht, verlieren aber durch ihren trüben Lack beträchtlich an Aussehen.
6Lott, John Frederick (sen.). — London. Geb. 1775 (in Deutschland), † 13. April 1853 in London
7Er war ursprünglich Stuhlmacher und kam in jungen Jahren nach London, wo er mit Fendt befreundet wurde und Lust bekam, Geigen zu machen. Im März 1798 trat er bei Th. Dodd in die Lehre und brachte es zu großer Geschicklichkeit. Er machte vortreffliche Violoncelli und Bässe für Dodd und war namentlich wegen seiner Kontrabässe, die den italienischen ebenbürtig sind, berühmt. Diese sind sehr genau gearbeitet; auch die Schnecke ist hübsch geschnitzt; nur sein Lack ist wenig schön. Eine Violine von ihm vom Jahre 1820 besitzt J. T. Chapman.
8Geigenzettel: J. F. Lott, / Maker, / London (gedruckt).
91) Wahrscheinlich Ant. Amati.
11Lott, John Frederick (jun.). — London. Geb. 1804 (nach andern 1805), † 1871
12Zweiter Sohn von John Fred. L. sen. und bekannter unter dem Namen »Jack Lott«. Er arbeitete viel für Davis und war namentlich als geschickter Imitator von Joseph Guarneri berühmt. Er verstand sich besser als irgendein Engländer seiner Zeit auf das Lackieren, arbeitete ungemein sorgfältig und galt auch als ein guter Kenner der alten Italiener. Unermüdlich tätig starb er auch mitten in der Arbeit in seiner Werkstatt in der Wardour-Street. Sein Leben war so reich an romantischen Zügen, — in jungen Jahren schloß er sich z. B. als Elefantenbändiger einem Wanderzirkus an, später war er eine Zeitlang Geiger in einem Theaterorchester — daß ihn Charles Reade zum Helden seines Romans: »Jack of all trades, a matter of-fact Romance« machen konnte.
14Lotte, Georges. — Mirecourt. 1894. 1897
15Nachdem er seine Lehrzeit in Mirecourt beendet, kam er zu J. B. Vuillaume nach Paris und wurde angeblich Nachfolger seines Bruders. Seine Geigen sind besonders in England sehr beliebt. (Beide werden von A. Jacquot nicht erwähnt.)
17Lotter, Franz Xaver. — Koppel. 1831. 1851
18Ein Landmann, der im Winter Zithern und Geigen machte. Er hat vielleicht einmal einem Halleiner oder Vilser Meister zugesehen, aber nichts Rechtes gelernt. Geigen, die er geflickt hat, wurden unbrauchbar, und seine neuen, hochgewölbten Arbeiten taugen auch nicht viel.
20Lo Turco, Vicente. — Saô Paulo. 1911
21Tüchtiger brasilianischer Mandolinenmacher der Gegenwart, der in Turin eine silberne Medaille erhielt.
23Lotz, Theodor. — Preßburg. 1740. 1782
24Er machte leidlich gute Geigen, doch ist er mehr als Erfinder eines Bassetthorns berühmt geworden. Später soll er nach Wien gegangen und sogar Hofinstrumentenmacher geworden sein.
26Lotz, Robert. — Gotha. Geb. 11. Febr. 1817 in Gotha, † um 1864 (in Dresden?)
27Sohn des gothaischen Hautboisten (als »Premier Hautboist« verzeichneten) Johann Hieronymus L. Geigen von ihm kommen sehr selten vor, häufiger dagegen Gitarren; eine Baßgitarre besitzt W. Heyers Musikhistorisches Museum in Köln. In den sechziger Jahren siedelte er zu seiner Tochter nach Dresden über.
28Geigenzettel: Robert Lotz / Instrumentenmacher in Gotha (gedruckt). — Robert Lotz in Gotha (gedruckt).
30Louis, Franz Conrad. — Saarbrücken (St. Johann). Geb. 3. Juni 1870 in Dudweiler
31Sohn eines Drechslers und Musikers, der auch mit Musikinstrumenten einen Handel trieb. Obwohl er schon als Kind versuchte, eine Geige zu machen, und musikalische Begabung verriet, mußte er doch zuerst
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