Scan 309
Die Geigen und Lautenmacher vom Mittelalter bis zur Gegenwart, 1922
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1nach Leipzig kam, trat er daher sofort bei G. Wunderlich als Schüler ein und erlernte das Geigenmachen. Er machte sich erst in Leipzig als Geigenmacher selbständig und verlegte dann seinen Wohnsitz nach Dortmund, wo er sich verdienter Wertschätzung erfreut. Er hat eine Verbesserung am Saitenaufzug (Wirbelkasten) erfunden.
3Lucarini, Vincenzo. — Faenza. 1803. 1820
4Ein Lauten- und Mandolinenmacher, der auch Geigen ausgebessert hat.
5Geigenzettel: Vincentius Lucarini / Restavravit Favevtiae An. 1815 (gedruckt).
7Lucas, T. W., hat in Liverpool eine Werkstatt
8Ludeck s. Zudeck
9Ludge s. Ludici
11Ludici, Hieronymo Pietro di. — Conegliano.
121698. 1709
13Nach seiner eigenen Aussage machte er Geigen aus Liebhaberei. Er war nicht ungeschickt.
14Geigenzettel: Hieronymus Petrus de Ludice / animi causa faciebat Conegliani / A. D. 1709 (gedruckt).
16Ludwig, Johann (Hans) Georg. — Klingenthal.
171680. 1716
18Einer der ältesten Klingenthaler Geigenmacher. Er wurde am 27. September 1680 von der Neukirchener Zunft als Mitmeister angenommen, saß 1712 im Zunftrat und kommt noch 1716 im Kassenbuch vor.
20Lüdemann, Julius. — Köln a. Rh. Geb. in Köln 1858
21Schüler von Wilh. Herm. Hammig in Leipzig. Nach einer Studien- und Wanderzeit von 1872—1875 machte er sich in seiner Vaterstadt selbständig, arbeitet nach Stradivari und Guarneri und verwendet Öl- und Spirituslack. Er besitzt eine silberne Medaille der Kölner Ausstellung vom Jahre 1889 und ist Hoflieferant des Prinzen Joachim Albrecht von Preußen.
22Geigenzettel: Julius Lüdemann / Coloniae fecit anno 18 . . (gedruckt). — Julius Lüdemann / Geigenmacher / Köln 19 . . (gedruckt).
24Lüdemann, K. — Berlin. 1884. 1920
25Schüler seines Bruders Jul. L. Arbeitete bei Riechers, Möckel und Otto und macht hauptsächlich Violoncelli. Seit 1900 war er Hoflieferant des Prinzen Joachim Albrecht von Preußen. Am 1. Juli 1920 ging sein Geschäft und seine Werkstatt auf Markus Sandherr über.
27Lüdicke, Friedr., lebt in Chemnitz
28Lülsdorff, Joseph. — Köln. Geb. 3. Dez. 1868 in Düsseldorf
29Gut musikalisch vorgebildet, kam er zu Lüdemann in Köln, E. Beyer in Erfurt, Fischer in Bremen usw. und eröffnete im Jahre 1894 seine eigene Werkstatt in Köln. Er erfand ein Zargenbiegeisen mit Bolzenerwärmung, ein sog. Chaconnegriffbrett für Streichinstrumente, einen verstellbaren Violoncellostachel usw. und brachte auf größeren Reisen eine schöne Sammlung alter Streichinstrumente zusammen. Er war Preisrichter bei der ersten niederländischen Musikfachausstellung in Rotterdam 1909 und hat sich u. a. durch die Gründung des Verbandes deutscher Geigenbauer ein besonderes Verdienst erworben.
30Geigenzettel: Abb. 465 und 505.
32Lütgens, Hinrich I. — Lübeck. 1654. 1656
33Spielmann und Instrumentenmacher, von dem nur so viel bekannt ist, daß er zwei Söhne und eine Tochter hatte (Marien-Taubbücher 1654—1656).
35Lütgens, Hinrich II. — Lübeck. 1676. 1699
36Wahrscheinlich ein Sohn von Hinrich I L. Auch er wird kurzweg als Instrumentenmacher bezeichnet und erwarb 1676 das Bürgerrecht. Im gleichen Jahre heiratete er Elsabe Stöven und ließ 1678 (13. April) einen Sohn, der ebenfalls Hinrich hieß, und 1679 eine Tochter taufen. In den Kirchenbüchern kommt er zuletzt 1699 vor als Gevatter bei dem Sohne Jakob Heinrich des Lautenmachers Samuel Goldt.
38Lütschg, Gustav. — Zürich, Bern. Geb. 1870 als Sohn des Waisenhausdirektors L. in Bern
39Nach einer tüchtigen Schulbildung, wobei das Violinspiel eifrig gepflegt wurde, trat er mit 18 Jahren bei dem Geigenmacher Methfessel in die Lehre. Als Gehilfe arbeitete er zwei Jahre bei George Mougenot in Brüssel. 1892 machte er sich in Zürich selbständig und blieb hier sechs Jahre; doch als sich ihm Gelegenheit bot, das Methfesselsche Geschäft in seiner Vaterstadt von dessen Nachfolger Max Beck zu übernehmen, siedelte er am 1. Mai 1898 nach Bern über. Schon im Jahre 1910 hatte er 100 Violinen in allen Teilen selbst gebaut. Seine Arbeit wird von ersten Geigern sehr gelobt, und auch als Reparateur erfreut er sich eines ausgezeichneten Rufs. Er hat jetzt eine »Entdeckung« gemacht, die ihn nach seiner Überzeugung befähigt, Geigen herzustellen, die in Tonschönheit und leichter Ansprache den Werken der alten Meister ebenbürtig sind. Er besitzt mehrere erste Ausstellungsmedaillen. Sein Öllack ist recht gut.
40Geigenzettel: Gustav Lütschg / fecit Bernæ 18 . . (gedruckt).
42Lugdunum (= Lyon) s. Blanchard
43Lugert, Anton. — Hamburg. Geb. 25. Sept. 1894 in Schönbach bei Eger
44Schüler von Karl Fischer. Als Gehilfe arbeitete er in Graslitz, bei Louis in Saarbrücken, ferner in Köln und Berlin, und leitete dann das Zweiggeschäft Th. Kurths in Potsdam. Hierauf trat er bei G. Winterling in Hamburg ein. Bei Kriegsausbruch wurde er eingezogen und kehrte nach dem Friedensschluß zu Winterling zurück, dessen Geschäft er gemeinsam mit Anton Schreiber am 1. November 1920 käuflich erwarb. Er ist ein sehr geschickter Geigenmacher, der den guten Ruf des alten Geschäftes mit seinem Teilhaber zu erhalten und zu befestigen verstanden hat.
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