Scan 315
Die Geigen und Lautenmacher vom Mittelalter bis zur Gegenwart, 1922
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1palazzo vecchio del Podestà, wahrscheinlich in dem gleichen Hause, das vor ihm G. da Salò bewohnte. Im April 1907 wurde ihm auf Veranlassung des Cav. Pasini in Brescia ein Denkstein errichtet mit der Inschrift:
2Giovanni Paolo Maggini
3nato in Botticino Sero nell 1580
4fu allievo di Gaspare da Salò
5ne perfezionò lo strumento
6maestro di violini chiamandosi
7lavorò in questa casa
8dove l’arte sua diffuse
9e vi morì forse
10nella pestilenzia del 1630.
12Von seinen Söhnen starb der eine als Kind, der andere (Carlo F.) wurde Seidenhändler; trotzdem findet man sie oft fälschlich als Geigenmacher ausgegeben. Die Zettel Magginis sind stets ohne Jahreszahl. — Zwei Prachtgeigen von ihm besaß bekanntlich Charles de Bériot, die beide in den Besitz des Prinzen Chimay übergegangen sind, der sie für 8000 Frs. gekauft haben soll. Eine der schönsten Magginigeigen aber, die es auch im Ton mit jeder Stradivari aufnehmen kann, besaß der † Prof. Keller in Stuttgart, eine ebenso schöne Theodor Hämmerle in Wien, andere (von 1620) H. Sternberg, Mohl in Stuttgart, eine sehr gut erhaltene Viola besitzen die Erben Philipp Hillers († 1900) zu Königsberg i. Pr., eine andere, wundervolle, nur wegen ihrer Größe schwer spielbare der kgl. Opernsänger Gustaf Sjöberg in Stockholm. Eine dritte, wahrscheinlich aus dem letzten Lebensjahre Magginis stammende prachtvolle Viola besitzt Dr. med. Oppler in München. Daß Maggini außer Geigen auch andere, zu seiner Zeit beliebte Saiteninstrumente gebaut hat, beweist eine schöne Cister in der Wiener Sammlung alter Musikinstrumente.
13Geigenzettel: Abb. 561 1).
15Maggini, (Pietro) Santo. — Brescia. 1630. 1680
16Daß Maggini einen Freund hatte, der Santo de Santis hieß, und der Zimmermann war, steht fest. Es ist nicht ganz ausgeschlossen, daß dieser Santo nach Magginis Tod die Werkstatt übernahm und das Geschäft fortsetzte, wobei er sich den Namen Magginis beilegte. Es kommen auch tatsächlich einige Bässe mit dem Namen »Pietro Santo Maggini« vor; auf einem ungewöhnlich großen fünfsaitigen Kontrabaß in W. Heyers Musikhistorischem Museum in Köln erscheint der Name Santo Maggini neben dem Gottfried Tielkes, der vielleicht sein Schüler war. Auch die mit dem Namen Pietro Zanetto vorkommenden Geigen darf man vielleicht diesem Pietro Santo zuschreiben. Wenn verschiedene Schriftsteller »Pietro Santo« für den Sohn Magginis ausgeben, so beruht das auf einem Irrtum. Magginis einziger, ihn überlebender Sohn Carlo Francesco war Kaufmann 2) und noch ein Kind von sechs Jahren, als sein Vater starb. Außer diesem Pietro Santo gelten noch A. Lanza, G. G. Pazzini aus Florenz und A. Mariani aus Pesaro als Schüler Magginis.
17Geigenzettel: Pietro San. Maggini / Bresciae 1641 (gedruckt).
191) Es soll auch Zettel geben, auf denen nur der Vorname Paolo (nicht Gio: Paolo) vorkommt.
202) Seidenhändler.
22Maghetti, Sev. — Rom. 1797
23Er verarbeitete ein besonders schönes Holz, — das ist das Beste, was man ihm nachrühmen kann.
25Maghie, John Fisher. — Dalston. 1895
26Er arbeitet nach dem großen Stradivariomodell und verwendet einen gelben oder rötlichgelben Öllack.
27Geigenzettel: John Fisher Maghie / at / Dalston / in / Cumberland / fecit (gedruckt).
29Magne, A. — Cherbourg. 2. Hälfte des 19. Jahrhunderts
30Er war der Nachfolger A. Chevriers, dessen Werkstatt er 1884 übernahm.
32Magnière, Gabriel. — Mirecourt. 1819
33Eine Violine mit diesem von A. Jacquot nicht erwähnten Namen wurde im Februar 1907 bei Puttick & Simpson in London versteigert.
35Magnus, Antonius. — Neapel
36Er hieß wahrscheinlich Antonio Magno und dürfte noch dem 18. Jahrhundert angehört haben. Die Geigen, die seinen Namen tragen, sind im Stile der Schule von Neapel gehalten und nicht übel.
38Magri, Francesco, gen. Bischeri. — Livorno. 1766. 1784
39In einigen leidlichen Geigen, die in den Londoner Versteigerungen verhältnismäßig gute Preise erreichten, kommt sein Name meistens ohne Ortsangabe vor.
41Magrini, Enrico. — Triest. 1865. 1890
42Er ahmte Guadagnini nach und verwendete einen rotbraunen Lack bei seinen Geigen und Violoncelli, war aber im ganzen ohne bemerkenswerte Geschicklichkeit.
44Mahler, Laux s. Maler
45Mahlke, Johann. — Berlin
46Seit dem Ende der 70er Jahre des 19. Jahrhunderts wirkender Geigenmacher und geschickter Reparateur, der auch für die Kgl. Sammlung alter Musikinstrumente tätig ist. Er macht gute neue Violinen, Violen und Violoncelli, und hat mit Erfolg altitalienische Meisterwerke nachgeahmt.
47Geigenzettel: J. Mahlke, Geigenmacher / Berlin. Fac-cibat (sic!) 1883 (gedruckt).
49Mahrer, Franz. — Wels. Geb. 1825, † 20. März 1878
50Er wird im Sterbebuch als Instrumentenmacher bezeichnet, in der Heimatmatrikel aber als Geigenmacher, und soll Gehilfe seines Verwandten Johannes M. gewesen sein.
52Mahrer, Johannes. — Wels. 1837. 1880
53Er wurde am 5. September 1837 als Bürger aufgenommen und wohnte am Stadtplatz Nr. 19, nach 1860 in der Schmidtgasse Nr. 24, wo er nach 1880 auch gestorben ist. Er hat vielleicht in Wien gelernt und war
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