Scan 323
Die Geigen und Lautenmacher vom Mittelalter bis zur Gegenwart, 1922
51 lines. Read by computer on 3 September 2026. Printed page 319. See the scan on archive.org.
1Martin, Ernst Otto. — Markneukirchen. Geb. 30. Aug. 1887
2Ältester Sohn und Schüler von Wilh. Ernst M., dessen Werkstatt er in Gemeinschaft mit seinem Bruder erfolgreich fortführt. Er ist ein sorgfältig arbeitender, tüchtiger Meister.
4Martin, Guillaume. — Paris. 1822
5Neffe und Nachfolger von Lejeune. Hauptsächlich Händler und Reparateur.
7Martin, H. Richard. — Magdeburg, Bukarest. Geb. 21. Juli 1866 zu Breitenfeld
8Er ließ sich zuerst in Magdeburg nieder, ging von da Ende 1892 nach Budapest und begründete dann 1895 in Bukarest sein Geschäft als Streichinstrumentenmacher.
10Martin, Johann Adam. — Bruck (Brugg). 1726
11Vielleicht der Stammvater der vogtländischen Geigenmacherfamilie seines Namens. Er dürfte aus Bruck bei Wildstein (Böhmen) in das Vogtland eingewandert sein; aus seinem Zettel ist nicht ersichtlich, wo er gelebt hat, nur seine Heimat gibt er an. Aus Geschäftsrücksichten scheint er später auf seinen Zetteln aus Prag — dem Beispiel anderer Vogtländer folgend — »Prag« gemacht zu haben. In Neukirchen war er sicher nicht ansässig, der dortigen Zunft gehörte er auch nicht an, und das erste Mitglied der Familie Martin, das 1760 in die Zunft aufgenommen wurde, wird als »Fremder« bezeichnet. Seine Geigen sind im gewöhnlichen vogtländischen Stil seiner Zeit gehalten. Oberrealschullehrer Oswald Bogs in Bromberg besitzt eine ziemlich flach gebaute Violine von ihm, mit kleiner Schnecke und schwarzbraunem dünnen Lack, ohne Einlage, aber von recht gutem Ton.
12Geigenzettel: Abb. 547.
14Martin, Joh. Adam I. — (Mark)Neukirchen. Geb. 1739, † 24. Jan. 1808, 68 Jahre 5 Mon. 4 Tage alt
15Er wurde am 28. Mai 1760 Meister, und zwar heißt es im Zunftbuch ausdrücklich von ihm, daß er »ein Fremder« war. Auf seinen Zetteln schrieb er sich kurzweg Adam M.. Da er sehr oft die Jahreszahl auszufüllen unterließ, war es ein leichtes, seinen Geigen später dadurch ein höheres Alter anzudichten, daß man frühe Jahreszahlen darauf schrieb. Zettel mit Zahlen, die vor 1760 liegen, sind daher gefälscht. Sein Modell ist das im Vogtland seiner Zeit gebräuchliche, der Lack von gelblicher oder gelbbrauner Farbe.
16Geigenzettel: Adam Martin, / macht mich in Neukirchen, in Voigt- / land bey Adorf, Ao. 1732 (gedr.).
18Martin, Johann Adam II. — (Mark)Neukirchen. Geb. 1745, † 26. Febr. 1828
19Er war der Sohn eines Meisters. Nachdem er allen Vorschriften bei der Aufnahme in die Zunft entsprochen und sein Meisterstück, bestehend in einer einfachen und einer eingelegten Violine, zur allgemeinen Zufriedenheit angefertigt hatte, wurde er am 21. Mai 1766 als Meister aufgenommen. Er starb in einem Alter von 82 Jahren 10 Monaten und 22 Tagen.
21Martin, Johann Adam III. — (Mark)Neukirchen
22Er war ein »Fremder«, also wohl ein Sohn Joh. Ad. M.s aus Bruck in Böhmen und wurde im Jahre 1774 Meister. Sein Modell unterscheidet sich in einigen Teilen von dem seiner Neukirchner Zeitgenossen; auch ist sein Lack viel heller und spielt ins Gelbliche. Der Ton ist gut.
23Geigenzettel: Johann Adam Mardin / in Neukirchen bey Adorf (gedruckt).
25Martin, Johann Adam IV. — (Mark)Neukirchen. Geb. 28. Aug. 1767, † 21. Juli 1830
26Wahrscheinlich ein Sohn von Joh. Adam I M. Da er diesen nur um zwei Jahre überlebte, läßt sich seine Arbeit von der des älteren Martin schwer trennen.
28Martin, Johann (Hans) Georg. — (Mark)Neukirchen. Geb. 1718, † 20. Dez. 1775
29Er war Bürger und Geigenmachergeselle, als er am 5. Februar 1742 das Meisterrecht erwarb. Er war vermutlich ein Sohn des der Neukirchener Zunft nicht angehörenden Johann Adam M., weshalb er 22 Taler Aufnahmegebühren bezahlen mußte. Seine Geigen sind nicht schlecht im Ton und haben meist schöneres Holz als die vieler anderer Neukirchner.
31Martin, John. — Gateshead. 1870
32Englischer Geigenmacher.
34Martin, Joseph. — Mirecourt. 1738. 1748
35Als Luthier in den Akten genannt.
37Martin, Jules. — Germigny. 1887
38Arbeitete vorübergehend mit Ménesson (pseud. »Jos. Guarini«) zusammen. Aus dieser Zeit stammen einige gut gelungene Geigen.
40Martin, Max Alfred. — Markneukirchen. Geb. 18. März 1891
41Zweiter Sohn und Schüler seines Vaters Wilh. Ernst M. und in Gemeinschaft mit seinem älteren Bruder dessen würdiger Nachfolger. Er ist ein geschickter Meister und gleichzeitig ein guter Violoncellist.
43Martin, Nicolas. — Mirecourt. 1764. 1781
44Vielleicht der Großvater von Nicolas M. in Vichy.
46Martin, Nicolas. — Vichy. 1872. 1897
47Ein Mirecourter, der sich in Vichy niedergelassen hat, und viel mit Wiederherstellungsarbeiten beschäftigt war.
49Martin, Otto Oswald. — Milwaukee. Geb. 31. März 1870 in Markneukirchen
50Schüler der Fachschule für Instrumentenbau in Markneukirchen. Von 1884—1893 arbeitete er in Frank-
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