Scan 327
Die Geigen und Lautenmacher vom Mittelalter bis zur Gegenwart, 1922
30 lines. Read by computer on 27 September 2026. Printed page 323. See the scan on archive.org.
1Mauro, Bartolo s. Moro
2Mauro, Raffaele. — Catanzaro. 1865
3In guten Gitarren findet man diesen Namen.
4Maurri, R. und Bruder. — Florenz. 1899
5Gute Mandolinenmacher, die auch sogenannte toskanische Mandolinen bauen. Vgl. Lybeert.
6Maury, François. — Mirecourt. 1763
7Von A. Jacquot erwähnter Bogenmacher.
8Mauschner, Joseph, ist als Geigenmacher in Klinghart bei Wildstein i. B. tätig
9Maussiell, Leonhard. — Nürnberg. Geb. 9. Jan. 1685 zu Nürnberg, † nach 1760
10Er war der Sohn des Nürnberger Schreiners Andreas M. und ein Enkel des »Burg- und Bierpräuers« Matthias M. zu Augsburg. Bei wem er gelernt hat, steht noch nicht fest. Er heiratete am 12. März 1708 Helene Margarete Andrea, Tochter eines Zuckerbäckers und Spezereihändlers in Nürnberg, und wird im Trauschein als der »ehrbare und kunstreiche« bezeichnet. Er hatte fünf Kinder, von denen nur zwei über das erste Lebensjahr hinauskamen. Auf seiner vorschriftsmäßigen Wanderung dürfte er bis nach Tirol und Italien gekommen sein. Er ahmte Stainer und D. Tecchler nach, bevorzugte eine hohe Wölbung und schnitt schmale F-Löcher. Er arbeitete recht gut, wandte braunroten oder dunkelgoldgelben Lack an und gebrauchte oft Fischbeineinlagen. Der Ton ist recht gut, wenn er auch durch die hohe Wölbung auf der G- und A-Saite leicht bratschenähnlich wird. Statt der Schnecke schnitzte er gerne Frauen- und Löwenköpfchen usw.; auch als Zithermacher war er geschätzt. Eine Taschengeige im Germanischen Museum in Nürnberg enthält den Zettel: »Leonhard Maussiell / Nürnberg 1708« (gedruckt), es ist dies die früheste Arbeit, die mir von ihm vorgekommen ist. Die spätesten sind zwei Geigen aus dem Jahre 1757, von denen sich eine im Benediktinerstift St. Margaret bei Prag, die andere im Besitz des Hauptlehrers Hermann Leibold in Karlsruhe befindet. Eine Viola von 1717 und eine Viola da Gamba (1743) von ihm sind im Germanischen Museum; eine Chorzither (1735) war in der Sammlung Hammer in Stockholm. Geheimrat Roediger in Marburg besitzt eine Violine von ihm mit der Jahreszahl 1760 und C. J. Wilson eine Viola d’amore von 1720. Maussiell schreibt den Namen Nürnberg gerne mit m (Nürnberg) und verwendet deutsche und lateinische Zettel, sowie manchmal auch die Brandmarke: L. (Reichsadler) M. Daß er unter dem verballhornten Namen »Mansielli« sogar schon zum Italiener gemacht wurde, sei nur späbeshalber erwähnt.
11Geigenzettel: Leonhard Maussiell Lautten / und Geigenmacher im Nürnberg 1743 (gedruckt) und Abb. 516 und 548.
12May. — London. 1747
13Es gibt einige gute Violen nach Stainer mit diesem Namen.
14Geigenzettel: MAY maker / London 1747 (gedruckt).
15May, Georg. — ?
16Im Verzeichnis von Raymund Fuggers Musikkammer (1566) heißt es unter Nr. 59: »Eine alte braune Lauten di Mo. (Maestro?) Meister Georg May«. Vgl. Stockbauer: Kunstbestr. am bayr. Hofe unter Albert V. und Wilhelm V. S. 83.
17Mayer, Johannes. — Stuttgart. † 9. Nov. 1626
18Sohn und Schüler von Sixt M. Er verstand sich wie sein Vater auf alle Arten von Musikinstrumenten und war vielfach für die Hofkapelle tätig, bei der er auch als Kalkant angestellt war. Sein Nachfolger war Ludwig Ubermann.
19Mayer, Johann. — Schönbach b. E. 1826
20Ein mäßig begabter Schönbacher Meister aus dem ersten Drittel des 19. Jahrhunderts. Ein Nachkomme von ihm, Josef M., ist noch heute in Schönbach als geschickter Geigenmacher tätig.
21Mayer, Lorenz Bernhard. — 1750
22Eine gitarrisierte Laute in W. Heyers Musikhistorischem Museum in Köln trägt seinen Zettel ohne Ortsangabe. Geigenzettel: Lorentz Bernhart / Mayer / Anno 1750 (gedruckt).
23Mayer, Sixt. — Stuttgart. 1578. 1589
24Ein tüchtiger Musiker und Instrumentenmacher, der von 1578 an für die Hofkapelle tätig war und alle Arten von Musikinstrumenten, selbst Orgeln instand halten und ausbessern mußte. In einem noch erhaltenen Verzeichnis für die Jahre 1589—1594 wird er als Verfertiger einer großen Korpusgeige von vier Stimmen, die »Dillingsche« genannt, bezeichnet. Auch eine kleine Harfe, eine Quartharfe und eine vierfache Harfe, die er gebaut hat, werden erwähnt.
25Mayr, Adam. — München (Au). 1710
26Vielleicht der Vater von Sebastian M., dessen Arbeiten an die seinen erinnern. Er wohnte in der Vorstadt Au bei München und war ein geschickter Meister, dessen Geigen sowohl im Holz als auch in der Ausführung sehr gut waren. Eine Gamba von schönem Bau mit einem sehr fein geschnitzten Löwenkopf am Wirbelkasten besitzt das Museum des Konservatoriums in Brüssel (Nr. 228). Nur sein Lack ist stumpf und un durchsichtig.
27Geigenzettel: Adam Mayr / Geigenmacher / ob der Au negst München 17 . . (gedruckt).
28Mayr, Andreas Ferdinand. — Salzburg. 1721. 1750
29Er war in Wien geboren, wo er vielleicht auch gelernt hat. Im Archiv der k. k. Landesregierung in Salzburg erscheint er zuerst, jedoch bereits als Hof-Lauten- und Geigenmacher, im Jahre 1721 erwähnt. Dieser Titel gab komischerweise den Anlaß, daß in der Literatur ein Geigenmacher »Mayrhof« entstand und kritiklos von einem Buche in das andere übernommen wurde. Er war ein vielbeschäftigter, sehr talentvoller und sorgfältig arbeitender Meister. In seinen Geigen folgte er dem Stainermodell und verwendete einen dunkelroten oder
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