Bow & Bridge Violin and bow makers, as the old books printed them

Scan 329

Die Geigen und Lautenmacher vom Mittelalter bis zur Gegenwart, 1922

39 lines. Read by computer on 3 September 2026, twice; the two readings disagreed in places. Printed page 325. See the scan on archive.org.

1Mecum, Christian. — Köln a. Rh. 1850. 1875
2Er war in jüngeren Jahren Theatermusiker und tat sich viel darauf zugute, ein Nachkomme des bekannten Reformators Myconius (der eigentlich Mecum hieß) zu sein. Seit etwa 1850 war er als Geigenmacher tätig und hat Geigen und Bratschen, aber keine Violoncelli gemacht. Als Reparateur soll er nicht ungeschickt gewesen sein, wenn er auch manche schöne Geige dadurch schädigte, daß er den alten guten Lack abwusch und seinen eigenen schlechten dafür auftrug. Er lebte noch 1875 und wurde über 70 Jahre alt.
4Med, Wenzel. — Iglau-(Jihlava) i. M. Geb. 1847 in Bonkov (Böhmen)
5Er erlernte in Wien ursprünglich das Tischlerhandwerk, und unterstützt von der dadurch erlangten Handfertigkeit, versuchte er sich, von besonderer Neigung dazu getrieben, im Geigenmachen und brachte es nach zehnjähriger Übung und fleißigem Studium zu schönen Erfolgen, so daß er sich im Jahre 1878 in Iglau als Geigenmacher niederlassen konnte. Er arbeitet nach den von Bagatella aufgestellten Regeln, kopiert aber auch Stainer und Stradivari, wobei er die hohe Wölbung vorzieht. Sein Lack besteht hauptsächlich aus Schellack. Er besitzt goldene, silberne und bronzene Medaillen, die er für gute Instrumente bekommen hat, und ist auch als geschickter Reparateur geschätzt.
6Geigenzettel: Abb. 538.
8Médard, Antoine. — Nancy. Getauft am 28. Okt. 16211), lebte noch 1666
9Sohn des Geigenmachers (faiseur de violons) Henry Médard. Er müßte als Antoine II M. geführt werden, wenn sich herausstellen sollte, daß jener Antoine M., der am 25. Februar 1620 als Zeuge bei der Hochzeit des Malers Nicolas Chuppin vorkommt, schon Geigenmacher war. — Er war wahrscheinlich Schüler seines Vaters und ein sehr tüchtiger Meister. In der Samaryschen Sammlung (15. März 1887 versteigert) befand sich eine Pochette (Nr. 44) von 1666 von ihm, deren treffliche Ausführung in Ebenholz und Elfenbein sehr gerühmt wurde. Eine Pochette aus dem gleichen Jahre besitzen W. E. Hill & Sons in London. Colleman-Reignier in Nancy hat eine gute, gelbbraun lackierte Violine von ihm, deren F-Löcher nach Amati geschnitten sind. Sie trägt den Zettel: A. MEDARI F. 1660 (gedruckt).
10Geigenzettel: Antonius Médard / Nancy 1666 (gedr.).
12Médard, Claude II. — Nancy. Geb. um 1575, lebte noch 1628
13Wahrscheinlich ein Sohn des vor 1597 gestorbenen Claude I, von dem noch nicht feststeht, ob er nicht auch
151) Sein von A. Jacquot in den Pfarramtsregistern des Municipal-Archivs in Nancy aufgefundenen Taufchein lautet: »Le 28. Octobre 1621. Paroisse Saint-Sébastien, Baptême de Anthoine, fils de Henry Médard et Anne, sa femme, a esté baptisé le 28. octobre. Noble Anthoine … conseilleur d’Estat a S. A. parrain. Susanne Bourcier marraine.« one of two readings
161) Sein von A. Jacquot in den Pfarramtsregistern des Municipal-Archivs in Nancy aufgefundenen Taufchein lautet: »Le 28. Octobre 1621. Paroisse Saint-Sébastien, Baptême de Anthoine, fils de Henry Médard et Anne, sa femme, a esté baptisé le 28. octobre. Noble Anthoine … conseiller d’Estat a S. A. parrain. Susanne Bourcier marraine.« one of two readings
18schon Tischler oder Geigenmacher war, und der Jeanne Drouyn heiratete (die sich später mit Blaise Thiébault vermittelte). Er wird in einem Dokument vom 28. Oktober 1620 als »menuissier« bezeichnet, sonst als luthier, und hatte viele (10) Kinder und dürfte nach A. Jacquots Meinung unzweifelhaft als Stammvater der zahlreichen Geigenmacherfamilie Médard und somit als einer der Begründer der lothringischen Schule seiner Kunst angesehen werden.
20Médard, Claude IV. — Nancy. Getauft 10. März 1623
21Sohn von Claude III. M. und von dessen Frau Elisabeth. Er war jedenfalls Lautenmacher, während dies von seinem Vater nicht sicher ist.
23Médard, François I. — Nancy. † vor 1625
24Er war 1620 Zeuge bei der Hochzeit von Henri I Médard, als dessen jüngeren Bruder man ihn ansehen kann. Er wird als »velonier« (violinier) bezeichnet. 1625 ist seine Frau Anne schon Witwe.
26Médard, François II. — Nancy. † in Nancy 31. Juli 1631
27Sohn von François I M.; seine Frau Marie starb in den dreißiger Jahren des 17. Jahrhunderts. Er wird als »velonier« und »violonier« bezeichnet; seine Töchter wurden 1619 und 1625 getauft. Pate ist dabei ein Claude Vuillaume aus Mirecourt.
28Geigenzettel: Franciscus Médard / fecit Parisiis 16 … (gedruckt).
30Médard, François III. — Paris. 1690. 1710
31Vielleicht ein Sohn von Sébastien M. Er soll Lautenmacher der Kapelle Louis XIV. gewesen sein. Geigen von ihm kommen mehrfach vor; sie zeigen ein kleines Patron, das an Amati erinnert, aber den in der lothringischen Schule ausgebildeten Stil zeigt. Der Lack ist nicht schlecht. Ein Kontrabaß vom Jahre 1700 befindet sich in der Sammlung Savoye in Paris.
32Geigenzettel: Franciscus Médard / fecit Parisiis 1710 (gedruckt). — Franciscus Medari / fecit Parisiis 1700 (gedruckt).
34Médard, Henry I. — Nancy. 1620. 1629
35Sohn von Claude II M.; er wird als »faiseur de violons« bezeichnet und verheiratete sich am 28. Oktober 1620 mit Anne, Tochter des Meisters Bastien Pierresson. Er hatte fünf Kinder und lebte noch 1629.
37Médard, Henri II. — (Turin). 1646. Geb. 10. Febr. 1629 in Nancy
38Sohn von Henry I M. In einem sehr gut gearbeiteten Alto, das im Jahre 1896 bei Hel in Lille war, fand César Snoeck den Zettel: »Henri Médard à Turin 1646 (1645?)«. Es wäre denkbar, daß der eben aus der Lehre entlassene Henri II M. die übliche Wanderschaft nach Italien angetreten hat und bei dieser Gelegenheit auch als blutjunger Geselle in Turin gearbeitet hat.

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