Scan 334
Die Geigen und Lautenmacher vom Mittelalter bis zur Gegenwart, 1922
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1Ehe Magdalena Hanthorn, die Tochter eines Tuchmachers aus Sachsen. Er wird stets als »Violinmacher und Ratsmusikus« bezeichnet und war der beste Lübecker Geigenmacher des 18. Jahrhunderts. Seine Arbeit ist gut, erinnert in den Modellen an die Vogtländer Schule und verrät eine kunstgeübte Hand. Seine Geigen haben einen sehr guten, manchmal aber etwas scharfen Ton und sind meist dunkel lackiert. Eine Violine von ihm besitzt das Museum in Lübeck, einen großen Baß die Lübecker Stadtkapelle. Eine Violine von ihm vom Jahre 1760 wurde im August 1905 bei Puttick & Simpson in London versteigert.
2Geigenzettel: Johann Friederich Meisner / in Lübeck gemacht Ao 17.. (gedruckt).
4Meiß (?), Johann Heinrich. — Mansbach (?).
51656 (?)
6Das Verzeichnis der Musikinstrumentensammlung des Bach-Hauses in Eisenach führt unter Nr. 45 einen dreisaitigen Kontrabaß auf, dessen Zettel »Johann Heinrich Meiß Instrumenten / Macher in Mansbach / 1656« gelesen wird. Ich vermute, daß der Mann Heinrich / hieß und sich als »Mus. Instrumentenmacher« bezeichnete. Die Jahreszahl ist um wenigstens 100 Jahre später anzusetzen, da die Bezeichnung »Instrumentenmacher« erst im 18. Jahrhundert aufkam.
8Melegari, Enrico Clodoveo. — Turin. 1860.
91888
10Ein Geigenmacher, von dem ich Violoncelli, Bratschen und Violinen mit rötlichem und gelblichem Lack gesehen habe, die man als gute Mittelware bezeichnen kann. Er arbeitete um 1872 gemeinschaftlich mit seinem Bruder.
12Melegari, Pietro. — Turin. 19. Jahrhundert
13Bruder von Enrico Cl. M., mit dem er in den siebziger Jahren die Werkstatt teilte. Er wird von Valdrighi (2034) als Geigenmacher angeführt, doch sind mir nur mittelmäßige Arbeiten von ihm gezeigt worden.
15Meletti, Luigi. — Ferrara. 19. Jahrhundert
16Seine Arbeit erinnert an die Marconcinis (dessen Schüler er vielleicht war). Er ist aber kein hervorragender Meister.
18Melling (Méling). — Paris. 1753. 1771
19Dem Namen nach wohl deutscher Abkunft, vielleicht Elsässer, denn um 1780 lebte ein Joseph Melling als akademischer Maler in Straßburg. Er wohnte 1753 in der Rue Froidmanteau (Fromenteau), place du Louvre und hatte das Ladenschild »à la belle Vielleuse«, und 1771 in der Rue des Orties aux galeries du Louvre. Eine Mandore von ihm war in der Sammlung Loup.
21Mellini, Giovanni. — Guastalla. 1768
22Bei Vidal findet sich nur der Name angegeben. Arbeiten von ihm lassen sich schwerlich nachweisen.
24Mello, Arreu, lebt als Gitarren- und Mandolinenmacher in Porto
26Meloni, Antonio. — Mailand. 1690. 1694
27Wahrscheinlich aus Bologna stammend und aus der Amatischule hervorgegangen, gehört er zu den besseren Mailänder Geigenmachern seiner Zeit. Er arbeitete nach einem kleinen Modell und schnitzte hübsche F-Löcher und Schnecken. Auch sein gelber Lack sowie der Ton sind zu loben.
28Geigenzettel: Antonius Meloni Mediolani / Fecit A. D. 1694 (gedruckt).
30Melzl, Johann Georg. — Straubing. 1830. 1842
31Bei wem er gelernt hat, ist unbekannt. Als Geselle hat er in München gearbeitet und kam dann nach Straubing, wahrscheinlich als Gehilfe zu G. Alois Thumbarld, dessen Nachfolger er im Jahre 1830 wurde. Er kaufte das Geschäft und das Haus, wurde am 29. Oktober 1830 Bürger und erhielt am 23. März 1838 nachträglich die vorschriftsmäßige Gewerbsurkunde ausgefertigt, mit dem Vermerk, daß er zur Verfertigung aller Saiten- und Streichinstrumente sowie zum Handel mit einzelnen Bestandteilen befugt sei. Andreas Grob wurde sein Nachfolger.
32Geigenzettel: Joh. Georg Melzl / Guitarren- und Geigenmacher / in Straubing / 1831 (gedruckt). — Georg Melzl / Saiten-Instrumentenmacher / in Straubing 1842 (gedruckt).
34Menckler (Merckler) siehe Merkle
36Meneguzzi, Carlo. — Padua. 1884
37Er machte Violinen und Violoncelli, scheint aber auch französische Schachteln verarbeitet zu haben.
39Mener, Christoph. — Danzig. 1677. 1685
40Die Kgl. Schwedische musikalische Akademie besitzt eine prachtvolle Diskantviola von ihm (jetzt im Musikhistorischen Museum in Stockholm), Zargen und Hals sind von Ebenholz, reich mit Elfenbein eingelegt. Auf der Brust befindet sich ein Elfenbeinrelief, Orpheus unter den wilden Tieren darstellend. Am Wirbelkasten ist ein kunstvoll geschnitzter Negerkopf. Claudius in Kopenhagen besitzt eine Taschengeige von ihm. Christoph Mener war zweifellos einer der besten deutschen Geigenmacher seiner Zeit; leider war es nicht möglich, in Danzig Urkundliches über ihn zu ermitteln. Auf seinen Zetteln liebt er es, die Buchstaben zusammenzuziehen.
41Geigenzettel: Christoph Mener / in Dantzigk 1683 (gedruckt). — Christof Mener / in Dantzigk 16.. (gedr.).
43Menette, Joseph. — Innsbruck. 1697
44Dr. Nečas in Prag kaufte von Em. E. Homolka eine nett gearbeitete, hochgewölbte Geige dieses Meisters, von kleinem, gefälligem Modell und hübschem, dunkelbraunem Lack. Er scheint in Innsbruck nur vorübergehend gearbeitet zu haben.
45Geigenzettel: Joseph Menette Lautenmacher / in Inspruck / 1697 (gedruckt.)
47Menichetti, Luigi. — Faenza. 1851
48Er wurde durch seine Versuche, Geigen halb aus Holz und halb aus Metall (Neusilber usw.) herzustellen, bekannt. Bewährt haben sich jedoch diese Versuche nicht.
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