Bow & Bridge Violin and bow makers, as the old books printed them

Scan 342

Die Geigen und Lautenmacher vom Mittelalter bis zur Gegenwart, 1922

29 lines. Read by computer on 3 September 2026. Printed page 338. See the scan on archive.org.

1Mirzer (?), Jean Michel. — ?
2Eine Laute im Schlesischen Museum für Kunstgewerbe und Altertum in Breslau (Nr. 857) enthält angeblich die Inschrift »Jean Michel Mirzer m’at reparré«. Es wird wohl Joh. Mich. Stirzter heißen müssen.
4Mitchell, George. — Edzell. Geb. 1823 in Coltshill, † 28. Febr. 1897 in Edzell Castle
5Er war ein guter Geiger und Pfeifer, und als er 1847 das Unglück hatte, einen Finger seiner linken Hand zu verlieren, verlegte er sich auf das Geigenmachen. Seine Geigen, die recht gut sind, hatten anfangs eine zu hohe Wölbung: später wurden sie flacher. 1887 wurde er zum Aufseher oder Verwalter des Schlosses Edzell ernannt. Er verwendete verschiedene Zettel und verkaufte seine Geigen durchschnittlich zu 20—25 Mk.
6Geigenzettel: Georg Mitchell / Edzell 1880 (gedruckt).
8Mitsching, Leopold. — Elberfeld. Geb. 1865 in Düsseldorf
9Lernte bei dem Instrumentenmacher Ferd. Moser in Düsseldorf, wo er 12 Jahre tätig war und sich frühzeitig mit der Wiederherstellung von Streichinstrumenten beschäftigte. Nach kurzer Wanderzeit machte er sich 1894 in Elberfeld selbständig. Er befaßte sich seitdem besonders mit der Herstellung von Musikinstrumenten für die Militärkapellen, doch sind in den letzten Jahren auch sieben neue Geigen aus seiner Werkstatt hervorgegangen, die sehr gelobt werden.
10Geigenzettel: Repariert 19….. / L. Mitsching, Elberfeld / Hof-Instrumentenmacher. (gedruckt). [Wappen].
12Mitteis, Anton. — Leitmeritz. Geb. um 1791, † 16. Dez. 1870 in Leitmeritz
13Schüler von Stauffer in Wien. Am 10. März 1826 erwarb er das Bürgerrecht in Leitmeritz. Da seine Frau Elisabeth Hellmer aus Wien stammte und er in Wien gelernt hatte, ist er selbst vielleicht auch in Wien geboren. Er war der beste unter den älteren Meistern in Leitmeritz. Seine Geigen haben schönen, edlen Ton, sind in der Form sehr sauber nach dem Stradivari-Modell gemacht und zeigen einen rötlichgelben Spirituslack. Er machte auch Geigen nach russischem Modell und in der Form von Gitarren, wobei der Wirbelkasten statt einer Schnecke eine einem Stockgriff ähnliche Form zeigt. Sehr gut sind auch seine zahlreich vorkommenden Gitarren. Eine ungewöhnlich große Gitarre von ihm (Nr. 231) (Maschine und Bünde von Silber, der Hals von Ebenholz mit Elfenbeineinlagen) besitzt das böhmische Landesmuseum in Prag.
14Geigenzettel: Anton Miteis in Leitmeritz / Schüler von Stauffer in Wien / Anno 1839. (gedruckt).
16Mitterwald, K. — Leibitschgrund (Böhmen). 1895
17Unbedeutender Musikinstrumentenmacher vom Ende des 19. Jahrhunderts.
19Möckel, Max. — St. Petersburg, Berlin. Geb. 1873 in Berlin
20Zweiter Sohn und Schüler seines Vaters Osw. M. Im Jahre 1897 ging er nach Rußland, arbeitete in Warschau und Moskau und zuletzt bei Geißer in St. Petersburg. Am 1. Oktober 1899 eröffnete er seine eigene Werkstatt. Er arbeitet nach Stradivari und besonders nach Guarneri del Gesù und machte im Jahre durchschnittlich 50 Instrumente. Durch den ersten Leibarzt Dr. Golonin wurde er auf ein im Handel nicht mehr vorkommendes Präparat aufmerksam gemacht, aus dem er in Verbindung mit dem Chemiker Golonin einen Geigenlack herstellte, der dem der alten Italiener nahekommen soll. Nach mehrjährigem Aufenthalt in Rußland kehrte er wieder nach Deutschland zurück. In der Ausarbeitung ist er sehr sorgfältig und befolgt die von seinem Bruder aufgestellten Regeln, die er in jeder Richtung bestätigt gefunden hat.
21Geigenzettel: Max Möckel, Geigenmacher / St. Petersburg, anno 1902 (gedruckt).
23Möckel, Oswald. — Berlin. Geb. 7. April 1843 zu Carlsfeld i. S., † 12. März 1912
24Schüler von Karl Grimm und Christian Adam, an welche beiden seine älteren Arbeiten auch erinnern. 1869 machte er sich selbständig und ist jetzt einer der besten Berliner Meister. Er kopierte die alten Italiener — wenn auch nicht sklavisch — und machte seine Geigen und Violoncelli ziemlich stark im Holz. In der Wiederherstellung schadhafter Instrumente leistete er Hervorragendes und galt auch als sehr geschickter Bogenmacher. Er gebrauchte zuletzt den Zettel: Abb. 528.
26Möckel, Otto. — Dresden, Berlin. Geb. 1869 zu Berlin
27Schüler seines Vaters Oswald M. Zu seiner weiteren Vervollkommnung ging er für mehrere Jahre nach London, war dann Werkführer bei seinem Vater in Berlin und hat sich erst in Dresden selbständig gemacht. Sowohl im Neubau wie in der Reparatur von Streichinstrumenten leistet er Hervorragendes; nach dem Tode seines Vaters kehrte er nach Berlin zurück. Er ist ein feingebildeter Künstler, der auch theoretische Schulung besitzt und die alten italienischen Meister eingehend studiert hat. Er stellte eine neue Theorie der Bearbeitung von Decke und Boden auf, die zu überraschenden Resultaten geführt hat und viel dazu beitragen dürfte, die Grundsätze zu erkennen, nach denen die größten Geigenmacher gearbeitet haben. So ist es ihm nach langen Versuchen gelungen, eine Geigenform zu konstruieren, die in der Mitte zwischen dem Maggini- und dem Stradivari-Modell liegt. Da hierbei nicht nur die Umrißlinien, sondern auch die Wölbung und das Stärkeverhältnis des Holzes beider Meister gemischt erscheinen, so erzielt er auch eine Klangfarbe, die in der Mitte zwischen Maggini und Stradivari liegt. Diese Geigen haben sich schnell eingeführt und werden von einer Reihe hervorragender Musiker bereits mit Vorliebe gespielt. Ein besonderes Verdienst hat er sich durch seine treffliche Neubearbeitung des Lehrbuches von Appian-Bennewitz erworben.
28Geigenzettel: Abb. 542.

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