Scan 362
Die Geigen und Lautenmacher vom Mittelalter bis zur Gegenwart, 1922
35 lines. Read by computer on 27 September 2026. Printed page 358. See the scan on archive.org.
1Obici, Prospero. — Marano sul Parano (Modena). 1880
2Wahrscheinlich ein Nachkomme der Veroneser Meister gleichen Familiennamens. Er machte Geigen und Gitarren, die im ganzen nicht schlecht genannt werden können.
4Obizzi, Marchese Tommaso Degli. — Padua. 1769
5Daß sich der Gründer der berühmten Estensischen Sammlung gelegentlich auch als Reparateur versucht hat, beweist die Inschrift einer Violine in der Sammlung alter Musikinstrumente des Kunsthist. Museums in Wien: Tommaso Degli Obizzi restaurai adi 3. Giugno 1769, in Padova.
7Obrecht, M. — Kolmar. 1819
8Er scheint nur vorübergehend in Kolmar ansässig gewesen zu sein, da sein Name in den Kolmarer Stadtakten nicht vorkommt.
9Geigenzettel: Réparé / par M. Obrecht réparateur / à Colmar / 1819 (geschrieben).
11Odani, Giuseppe Morello. — Neapel. 1738
12Andere nennen ihn kurzweg Giuseppe Morelli; wenn Vidal seinen Zettel richtig gelesen hat, dann hieß er jedoch G. M. Odani. Seine Arbeit ist gut, sein Lack rotbraun, manchmal fast schwarz.
13Geigenzettel: Giuseppe Morello Odani / in Napoli 1738 (gedruckt).
15Oddone, Carlo Giuseppe. — Turin. Geb. 1866 in Turin
16Schüler von Gioffredo Rinaldi, bei dem er von 1889 bis 1899 arbeitete, und von F. W. Chanot, bei dem er zwei Jahre blieb. Im Jahre 1901 ging er von England in seine Heimat zurück und eröffnete seine eigene Werkstatt. Er verfertigt gute Kopien nach Stradivari und Guarneri und bedient sich dabei derselben Modelle, die auch G. Rocca in seiner besten Zeit benützte. Sein Lack ist fett und meistens von dunkelroter Farbe. Er gilt als einer der besten italienischen Geigenmacher der Gegenwart. Auf der Turiner Ausstellung 1911 war er gut vertreten.
18Odoardi (Odoardo), Antonio, gen. Il Lanaro. — Ascoli. 19. Jahrhundert
19Neffe von Giuseppe »Villano d’Ascoli«. Seine Geigen sind mittelmäßig. — Auch sein Sohn ist Geigenmacher geworden.
21Odoardi (Oduardi), Giuseppe. — Ascoli (Piceno), gen. il villano d’Ascoli. Geb. am 6. April 1746 in Poggio di Bretta, † um 1786
22Sohn des Antonio Odoardi, der ein vielseitiger Dilettant war. Odoardis Geburtszeit wird meist um ein Jahrhundert zu früh angegeben, wozu vielleicht der Umstand verführte, daß er gerne eine fast an Stainer innernde hohe Wölbung nahm. Galeazzi erzählt (1791) von ihm, daß er ein Bauer gewesen sei, ohne Lehrer sich zu einem trefflichen Geigenmacher ausgebildet und an 200 Geigen gemacht habe, aber schon mit etwa 28 Jahren gestorben sei, was offenbar unrichtig ist. Valdrighi fand eine Violine von ihm von 1784 mit der Nr. 149, die aber durchaus nicht außergewöhnlich gut war. Andere Arbeiten von ihm stehen unter dem Einfluß von Mariani und Sacchini. Sein Patron ist von mittlerer Größe und erinnert an Montagnana. Der Ton ist meist nur klein, aber einschmeichelnd. Der Lack ist gelbbraun oder auch dunkelbraun. Er machte Versuche mit verschiedenen Hölzern. Da er in der letzten Zeit gerne das Holz der Platane verarbeitete, das bekanntlich nur von geringer Dauer ist, sind seine Geigen jetzt selten geworden. Trotzdem oder gerade deshalb wird sein Name gern mißbraucht und in allerlei alten Geigen eingeklebt.
23Geigenzettel: Joseph Odoardi, filius Antonii, / fecit prope Asculum 1784. Opus / No 149 (gedruckt). — Joseph Odoardi fecit in Piceno / prope Asculum An. 1785. / De ligno Platano (gedruckt).
25Öberg, Carl. — Stockholm. 1814. 1821
26Schüler von Johan Ierner, als dessen Lehrling er von 1814 an nachzuweisen ist. Er scheint später Artillerist geworden zu sein, wird aber noch im Jahre 1821 als Instrumentenmacher bezeichnet.
28Oeberg, S. A. — Stockholm. 1895. 1898
29Ein Tischler, der auch Geigen gemacht und geflickt hat.
31Öhberg, Johan I. — Stockholm. Geb. um 1723, † 14. Sept. 1779
32Unstreitig der beste schwedische Geigenmacher des 18. Jahrhunderts. Er erhielt im Jahre 1758 die Zulassung als Musikinstrumentenmacher, und war mit Catharina Bjurholm († 1764) verheiratet. Man trifft sehr häufig sehr schöne Instrumente, zumeist Violoncelli, von ihm an, und man muß sich unwillkürlich fragen, woher hat er die Form und woher das schöne Holz?1) Es kommen freilich auch recht armselig ausgeführte Geigen ohne Einlage usw. von ihm vor, die er übrigens selbst als »geringere Sorte« bezeichnete und jedenfalls sehr billig verkaufte. Im allgemeinen ließ er die Decke fast ohne Hohlkehle zum Rand verlaufen und bevorzugte schmale Zargen und eine hohe Wölbung, die auf das Stainermodell zurückgeht. Sein Lack ist gelb oder dunkelbraun. In seinen besseren Arbeiten brachte er außer seinem Zettel die drei Kronen des schwedischen Wappens und darunter die Buchstaben I. Ö. B. an. In seinem letzten Lebensjahr wurde sein Sohn sein Geschäftsteilhaber. Arbeiten von ihm besitzen die Museen in Stockholm und Christiania. Die Eigentümer einer stattlichen Anzahl von Öhbergschen Geigen und Violoncelli zählt Hedvig Boivie in ihrem mehrfach erwähnten Aufsatz auf. Sie selbst besitzt ein
341) Frl. Hedvig Boivie macht darauf aufmerksam, daß nach J. Öhbergs Tode ein Schweizer Handelsmann Jacob Hemmerby (Hemmerli?) im Kanton Glarus noch eine Forderung für Geigenholz an ihn hatte,
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