Bow & Bridge Violin and bow makers, as the old books printed them

Scan 369

Die Geigen und Lautenmacher vom Mittelalter bis zur Gegenwart, 1922

37 lines. Read by computer on 27 September 2026. Printed page 365. See the scan on archive.org.

1Owen, John William. — Leeds. Geb. am 28. Mai 1852 in Leeds
2Ursprünglich für den Beruf eines Ingenieurs bestimmt, zwang ihn Krankheit seine Studien zu unterbrechen. Als gut geschulter Geiger kam er darauf, sich aus Liebhaberei mit dem Geigenmachen zu beschäftigen, und was er anfangs nur zur Zerstreunung tat, ward ihm allmählich so zur Leidenschaft, daß er jede Gelegenheit benützte, sich weiter auszubilden. Er besuchte nicht nur in England, auch in Frankreich die bedeutendsten Geigenmacher, überall Unterweisung suchend. Seine Mühe wurde von Erfolg gekrönt; seit 1884 hat er sich als Geigenmacher in seiner Vaterstadt niedergelassen und gilt jetzt als einer der Tüchtigsten seines Fachs in England. Meredith-Morris veröffentlichte in der Zeitschrift «The Strad» (Februar 1900) Owens Biographie und Bildnis usw. und zollt ihm das höchste Lob. O. machte alle Arten von Geigen und arbeitet allein, da er keinen Gehilfen beschäftigt. Seine Arbeit ist tadellos; er besitzt ein eigenes Modell, ahmt aber auch Guarneri und Stradivari nach; auch sein Lack von gelber oder tiefroter Farbe ist recht gut. Seine Firma heißt »Amati-house«.
4Pacherele, Jacob. — Mirecourt. 1725
5Er gilt als der Stammvater der Familie.
7Pacherele, Michel. — Mirecourt, (Paris?). 1779. 1780
8Sohn von Jacob P. Er könnte ein Schüler Guersans gewesen sein, an dessen Arbeit seine Geigen erinnern, sie zeichnen sich jedoch in keiner Weise aus. Sie sind handwerksmäßig gemacht, nicht allzu hoch gewölbt und haben gelben Lack. Außer seinem Zettel verwendete er auf der Außenseite des Bodens noch einen Brandstempel mit seinem Namen. Ob er je in Paris ansässig war, wie seine Zettel behaupten, auf denen sogar die Straße genannt wird, ist noch unbewiesen.
9Geigenzettel: Michel Pacherele, luthier / rue d’Argenteuil, à Paris 1779.
11Pacherele, Nicolas. — Mirecourt. † 1774
12Von A. Jacquot nachgewiesener Luthier. Er oder ein gleichnamiges Mitglied seiner Familie kommt 1762 als Bogenmacher vor.
14Pacherele (Pacherel), Pierre. — Paris, Nizza, Genua und Turin. Geb. in Mirecourt 1803, † in Nizza 31. Dez. 1871
15Ein Mitschüler J. B. Vuillaumes in Mirecourt und lebenslang sein vertrauter Freund. Um 1830 kam er nach Paris, ging gegen 1840 nach Nizza, hielt sich auch eine Zeitlang in Genua und Turin bei Pressenda auf und ging 1849 wieder nach Nizza. Seine Arbeit zeichnet sich, obwohl er sehr fleißig war und viele Instrumente (meist nach Stradivari) gemacht hat, durch große Sorgfalt aus. Nur sein Lack ist nicht durchsichtig genug und häufig zu dick. Besonders geschätzt war er als Reparateur.
17Pachmeyer, Johann. — Trebitsch. 1725. 1768
18Ein tüchtiger Geigen- und Lautenmacher, von dem ich eine sauber gearbeitete Viola mit flachem Boden gesehen habe.
20Pacinni, Nicolo. — Paris. 1798
21Dem Namen nach ein Italiener, von dem gelegentlich Reparaturzettel vorkommen sollen.
23Pacquet. — Marseille. 1785
24Er stammte aus Aix, wie sein Zettel vermuten läßt, den eine gute und originelle Harfengitarre der Sammlung Gautier in Nizza trägt. Seine Geigen erinnern an die Mirecourter Schule, etwa an Nicolas, haben gelben Lack, sind aber sehr dem Wurmfraß ausgesetzt und daher durchwegs schlecht erhalten.
25Geigenzettel: Pacquet d’Aix / Luthier à Marseille 1785 (gedruckt).
27Paczka, Antoni. — Lemberg. 1898. 1918
28Arbeitet ausschließlich nach Stradivari, dessen berühmteste Violinen er nach Abbildungen kopierte.
30Padewet, Johann I. — Basel, Karlsruhe i. B. Geb. 24. April 1819 in Wien, † 25. Jan. 1872 in Karlsruhe
31Sehr tüchtiger Geigenmacher, der in Wien gelernt hat, im Jahre 1837 als Gehilfe in Budapest arbeitete, dann nach Deutschland ging, bis er auf seiner Wanderschaft nach Karlsruhe kam. Hier war er durch mehrere Jahre Geschäftsführer bei Matthias Sprenger. Im Jahre 1844 eröffnete er in Basel seine eigene Werkstatt, als ihm aber Sprenger mitteilte, daß er nach Amerika auswandern wolle, verlegte er 1846 sein Geschäft nach Karlsruhe, wo er später Hofinstrumentenmacher wurde. Er erhielt von 1854 an auf allen Ausstellungen Preise.
32Geigenzettel: Johann Padewet / Grossh. Bad. Hof-Saiteninstrumentenmacher / in Karlsruhe 1845 (gedruckt).
34Padewet, Johann II. — Karlsruhe. Geb. 23. Aug. 1850 in Karlsruhe, † 5. Jan. 1902
35Sohn und Schüler von Joh. I P. Seine Ausbildung schloß er bei Riechers ab und machte sich 1873 als Nachfolger seines Vaters selbständig. Er war auch theoretisch gut geschult, so daß er die mathematischen und akustischen Gesetze beim Geigenmachen zu beobachten sich mit Erfolg bestrebte. Er machte Geigen aller Arten (auch Zithern usw.) vorzugsweise nach Stradivari und bediente sich eines farbenschönen Öllacks, den er ohne vorheriges Beizen des Holzes auftrug, auch die Hälse — bekanntlich ist es eine Unsitte vieler Geigenmacher, die Hälse zu beizen — hielt er davon frei. Bei gewöhnlichen Geigen verwendete er auch Spirituslack. Er war wie sein Vater Hofinstrumentenmacher und erhielt zahlreiche Auszeichnungen. Eine seiner besten Violinen besitzt Hofmusikus Bühlmann.
36Geigenzettel: Abb. 598.

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