Bow & Bridge Violin and bow makers, as the old books printed them

Scan 380

Die Geigen und Lautenmacher vom Mittelalter bis zur Gegenwart, 1922

48 lines. Read by computer on 27 September 2026. Printed page 376. See the scan on archive.org.

1Pellizon hatte vier Söhne, die gleichfalls Geigenmacher wurden und fast alle gleich ihm ein hohes Alter erreichten. Eine gute Violine von ihm kaufte Cav. Gaudenzio Tosi in Scariano bei Savogna für 300 fl. Sonst erreichten seine Arbeiten vor dem Kriege freilich nur etwa 300 M. Geigenmacher Ferenczy in Wien besitzt eine Violine von ihm aus dem Jahre 1823.
3Geigenzettel: Abb. 620.
5Pellizon, Antonio II. — Görz. Geb. um 1815, † 9. Dez. 1869 in Görz
6Dritter Sohn von Antonio I P. und dessen Schüler, wenn auch dem Vater nicht ebenbürtig. Er hat nicht viele Geigen selbständig gemacht und beschäftigte sich hauptsächlich mit Ausbesserungen.
8Pellizon, Carlo. — Görz. Geb. 1811, † 20. Nov. 1891
9Zweiter Sohn von Antonio I P. und als Geigenmacher nicht ungeschickt, wenn auch etwas handwerksmäßig. Seinem Vater steht er sehr nach, seinen Brüdern aber kommt er gleich.
11Pellizon, Filippo. — Görz. Geb. 1817, † 30. Jan. 1897
12Vierter Sohn von Antonio I P.; der letzte und vielleicht der unbedeutendste Geigenmacher aus der Familie. Seine Arbeit ist ohne Eigenart, er hat nur wenig Selbständiges geschaffen.
14Pellizon, Giuseppe. — Görz. Geb. um 1799, † 15. Dez. 1874
15Ältester Sohn von Antonio I P., dessen Schüler und Nachfolger. Er war, wie seine Brüder, hauptsächlich Reparateur, doch hat er auch einige neue Geigen gemacht.
17Pelz, Robert, hatte in Chicago eine Werkstatt und betreibt jetzt hauptsächlich einen Handel mit Geigen
19Pemberton, Edward. — London. 1660
20Vielleicht ein Sohn oder Enkel von J. Pemberton. Wenn die Geigen, die seinen Namen tragen, echt sind, dann war er kein Meister. Seine Arbeit ist roh, der Lack aber nicht schlecht und auch der Ton manchmal weich und angenehm.
22Pemberton, J. — London. Um 1580
23Ein seinerzeit ziemlich berühmter englischer Lautenmacher, dem auch die mit untenstehender Marke bezeichnete Violine von sehr eigentümlicher Form des Earls of Warwick (im South K. M. 1872 ausgestellt) zugeschrieben wird. Die Decke scheint übrigens neueren Datums zu sein. Diese Violine — ihre Echtheit vorausgesetzt — wäre demnach das älteste bekannte Beispiel einer in England gemachten.
25Geigenzettel: 15 / I P / 78 (gedruckt).
27Penscher, Maria (Mario? Marco?). — Cremona. 1686
28Ein Cello mit diesem Namen, der jedenfalls falsch gelesen ist, weist das Nic. Selhofsche Auktionsverzeichnis auf.
30Penze s. Penzl
32Penzel, P. Robert. — Markneukirchen. Geb. 2. Jan. 1873 in Markneukirchen
33Nach beendigter Lehrzeit ging er 1892 zu Otto Schüne- mann nach Schwerin i. M. und blieb bei ihm bis 1898, seine künstlerische Ausbildung nach jeder Richtung vollendend. Nachdem er dann noch in Frankreich und England längere Zeit gearbeitet hatte, machte er sich in seiner Vaterstadt selbständig. Er ist ein außerordentlich geschickter Meister, einer der wenigen, die alles an ihren Geigen einschließlich der Schnecken von Grund auf selbst machen; dabei arbeitet er mit peinlicher Sorgfalt. Seine Vorbilder sind Guarneri und Stradivari, herzuheben sind dabei seine Kopien der »Messias«. Eine Miniaturgeige von ihm aus Holz, deren Corpus an der breitesten Stelle etwa dem Durchmesser eines Fünfpfennigstückes entspricht, die aber in allen Teilen genau wie eine große Geige gearbeitet ist, besaß Pablo de Sarasate.
35Geigenzettel: Abb. 585.
37Penzel, Rob. Paul. — Adorf i. V. Geb. in Adorf 5. Okt. 1872
38Von 1887—1891 Schüler von Reinhold Schmidt in Markneukirchen. Nach einer mehrjährigen Gehilfenzeit, in der er u. a. bei Rud. Heckel in Dresden arbeitete, begründete er 1897 in seinem Heimatort sein eigenes Geschäft. Er kopiert alte Meisterinstrumente und bringt in seinen Arbeiten einen Stempel an.
40Penzenetti, Antonio. — Bologna. 1801 (?)
41Der Name war schlecht leserlich, die Violine von sehr großem Patron und gutem Holz.
43Penzl, A. Lorenz. — Fleissen. 1893. 1903
44Seine eigene Werkstatt eröffnete er 1893 und gilt seinen Abnehmern als guter Streichinstrumentenmacher.
46Penzl (Penze), Ignaz. — (Schönbach oder Fleissen?). 1757. 1776
47Auf der Mehrzahl seiner Zettel erscheint der Name »Penze« oder »Benze«, selbst »Ponze« gedruckt, ob in folge eines Druckfehlers oder in bewußter Absicht, lasse ich dahingestellt sein. Seiner Arbeit nach muß er ein Deutschböhme gewesen sein, der wie die benachbarten vogtländischen Geigenmacher seiner Zeit (Hamm, Ficker, Pfretzschner usw.) durch den Wortlaut seines Zettels, bei Unkundigen die Vermutung aufkommen lassen wollte, man habe es mit einem Cremoneser zu tun. Seine Zettel sind merkwürdigerweise von seinen Landsleuten schon in alter Zeit nachgeahmt worden und treten dann mit allzu frühen Jahreszahlen, die bis

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