Bow & Bridge Violin and bow makers, as the old books printed them

Scan 395

Die Geigen und Lautenmacher vom Mittelalter bis zur Gegenwart, 1922

52 lines. Read by computer on 27 September 2026, twice; the two readings disagreed in places. Printed page 391. See the scan on archive.org.

1(selbst am Hals) rot lackierte Viola mit dem handschriftlichen Zettel: Antonio Pollastri / fecit Mutinae 1765. Prächtiges, engjähriges Deckenholz, derbe Einlage und unschöne, aber eigenartige F-Löcher. Wenn es nicht zwei gleichnamige Pollastri gegeben hat, müßte nach der Jahreszahl auf dem Zettel das bisher angegebene Geburtsjahr wohl um 20—30 Jahre zurückgesetzt werden.
3Pollastri, Augusto. — Bologna. 1900. 1910
4Schüler von Raffaele Fiorini. Ein talentvoller und geschickter Geigenmacher, der nach Stradivari arbeitet und einen roten Lack verwendet, der in der Farbe an Pressenda erinnert. Er versteht es vorzüglich, die äußere Erscheinung alter Geigen nachzuahmen.
6Pollastri, Giuseppe. — Modena. 1764. 1783
7Man kennt Violen und Gitarren von ihm, doch sind diese nicht sehr lobenswert in ihrer Arbeit.
9Poller, Anton. — Wien. Geb. 4. Febr. 1873 in Fleissen
10Lernte bei Josef Ringer in Absroth, ging dann zu seiner weiteren Ausbildung nach Markneukirchen und arbeitete als Gehilfe in den ersten Werkstätten in Leipzig, Dresden, Berlin, Amsterdam, Prag und zuletzt in Wien bei Lutz und Stübiger. Wohl vorbereitet, im Neubau und im Wiederherstellen alter Geigen erfahren, machte er sich im Jahre 1904 in Wien selbständig. Seine Arbeit ist sauber, er verwendet schönes Holz und macht seine Geigen in allen Teilen selbst, meist nach Stradivari, und verwendet einen rötlichgelben Öllack.
11Geigenzettel: Abb. 622.
13Poller (Boller), Anton. — Mittenwald. Geb. 12. Jan. 1766
14Sohn von Michael Poller. Wenn er auch die gewöhnliche Geschicklichkeit seiner Orts- und Zeitgenossen besaß, so gehört er doch zu den weniger guten Vertretern seiner Schule.
15Geigenzettel: Antoni Boller Gei- / genmacher in Midten- / waldt an der Issar 17 . . (gedruckt). one of two readings
16Geigenzettel: Antoni Boller Gei- / genmacher in Midten- / waldt an der Issar 17.. (gedruckt). one of two readings
18Poller, Johann. — Mittenwald. 1761. 1769
19Gewöhnliche Arbeit im Geschmack der Klotz-Schule, gutes Holz, brauner Lack. Manchmal sind seine F-Löcher und Schnecken recht schön. Seinen Namen schreibt er, wie fast alle seine Verwandten, bald mit P., bald mit B.
21Poller (Boller), Korbinian. — Mittenwald. 1779
22Gute Klotz-Schule; saubere Arbeit und weicher Ton machen seine Geigen bemerkenswert.
24Poller (Boller), Michael I. — Mittenwald a. I. 1741. 1803
25Ähnlich wie Korbinian P. und stellenweise noch besser. Er verwendet einen braungelben Lack. Seine wertvollsten Geigen stammen aus den Jahren 1765—1782. Diese zeichnen sich durch gefällige Form und hübsche F-Löcher aus und klingen recht gut. Der Lack ist von der gleichen Beschaffenheit wie bei den meisten Mittenwaldern seiner Zeit.
26Geigenzettel: Abb. 607.
28Poller, Michael II. — Mittenwald. 1846
29Wenn er auch seinen tüchtigeren Vorfahren nicht gleichkommt und nicht mehr alles an seinen Geigen allein gemacht hat, so besaß er doch eine nicht zu unterschätzende Geschicklichkeit. Sein Modell zeigt annähernd die Umrisse einer A. Amati-Geige; der Lack ist rotbraun.
31Poller, Ulrich. — Mittenwald. 1783
32Ähnlich wie Michael I P., ohne ihn ganz zu erreichen.
33Geigenzettel: Ulrich Poller von / Mittenwald 1783 (gedruckt).
35Polli(?), Francesco. — Guastalla. 1616
36Ein Geigenmacher, dessen Namen Valdrighi (4361) veröffentlicht; doch ist es nicht einmal sicher, daß der Name richtig gelesen ist.
38Pollmann s. Pöllmann
40Pollusca (Polluska), Antonio. — Rom. 1750. 1754
41Dem Namen nach ein Böhme und auch seiner Arbeit nach mit der Prager Schule verwandt, wenn er auch unter Tecchlers Einfluß stand. Er ist nur wenig bekannt, gehörte aber jedenfalls zu den besseren römischen Geigenmachern seiner Zeit.
43Polverino, Rinaldo, gen. dal Chitarrino. — Ferrara. 1467
44Vielleicht identisch mit dem von Valdrighi erwähnten Dal Chitarrino. Ob er Lautenspieler oder Lautenmacher war, wird nirgends gesagt, doch macht der Beiname beides wahrscheinlich. Der gelehrt ferrarische Geschichtsforscher Boschini führt ihn in seinem Manuskript (Biblioteca Comunale) nur mit dem Namen an: »1467 — Rinaldo Polverino, detto dal chitarrino.«
46Pommersbach, Clays von. — Köln. 16. Jahrh.
47Ein seiner Zeit berühmter Lautenmacher. Baron erwähnt ihn in seiner »Untersuchung des Instruments der Lauten« mit den Worten: »Clayß von Pommersbach zu Collen, wie er sich geschrieben, ist auch einer mit von denen besten und ältesten; seine Arbeit ist vortrefflich, und mag man sich gratuliren etwas davon zu haben«.
49Ponce, Jean-François. — Mons. 1740
50In einem Violoncello in italienischem Stil fand sich der unten wiedergegebene Zettel. Es wäre möglich, daß dieser Ponce zur Familie Pons gehörte. C. C. Snoeck besaß eine Geige, auf deren halb verwischtem Zettel er Foncé 1751 lesen wollte. Wahrscheinlich sollte es Ponce heißen.
51Geigenzettel: Joannes franciscus / Ponce monsensis / me fecit anno / 1740 (gedruckt).

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