Scan 405
Die Geigen und Lautenmacher vom Mittelalter bis zur Gegenwart, 1922
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1Railich, Pietro. — Venedig, Padua. 1644. 1670
2Sohn des Andrea R. und Bruder von Matteo R. Er lebte bis 1655 in Venedig und später in Padua. Eine Laute von ihm, aus Venedig datiert (später [1695] von Matth. Hummel »zugericht«), besitzt das Germanische Museum in Nürnberg; eine andere (aus Padua) befindet sich im großh. Museum in Darmstadt (Nr. 482); eine hübsch eingelegte Gitarre besitzt die Sammlung der Gesellschaft der Musikfreunde in Wien (Nr. 35) und eine Taschengeige mit der vielleicht falsch gelesenen Jahreszahl 1690 T. W. Taphouse.
3Geigenzettel: Pietro Railich / alla Givia Venetia 1644 (gedruckt). — Pietro Railich / Al Santo in Padova 1655 (gedruckt).
5Raimondi s. Dr. G. Young
6Raison, Ferry. — Mirecourt. 1770
7Bogenmacher.
9Raistrick, John W. — Bradford. 1810
10Geigenmacher und Reparateur.
12Rakeman, Nicolas. — Brügge. 1449. 1515
13Er wird in den Archivalien als »maistre Nicolas Rakeman lutemakere« bezeichnet.
15Rakowski, A. — Paris, Grenoble. 1834. 1856
16Ein polnischer Violoncellist, der 1834 in Paris und später in Grenoble als Lehrer seiner Kunst ansässig war. Er hat allerlei Erfindungen gemacht, u. a. Violin- und Violoncellobogen, die er wohl auch berufsmäßig herstellte. A. Sowinski bezeichnet ihn ausdrücklich als »luthier«.
18Rambaux, Claude-Victor. — Paris. Geb. in Darney (Vogesen) am 25. Februar 1806, † am 25. Juni 1871 in Mirecourt
19Einer alten Geigenmacherfamilie entstammend, kam er mit seinen Eltern bald nach seiner Geburt nach Mirecourt, wo er im Alter von 14 Jahren bei L. Moitessier in die Lehre trat. Von 1824—1827 arbeitete er bei Thibout in Caen, wendete sich dann nach Paris und trat am 22. August 1827 bei Gand (Vater) ein. Bei diesem reifte er zum Künstler heran, so daß er bald erster Gehilfe wurde. Er blieb bei Gand bis 1838 und eröffnete am 7. Juni 1838 im Faubourg Poissonnière Nr. 18 seine eigene Werkstatt. Daß er neben Lupot, Pique, Gand, Bernardel und Vuillaume schnell zu großem Ansehen gelangte, beweist am besten die Vorzüge seiner Kunst. Im Jahre 1857 gab er sein Geschäft in Paris auf und zog sich nach Mirecourt zurück, aber immer noch aus Liebhaberei fleißig schaffend. Die Nachricht, daß sein jüngerer Sohn bei Belfort gefallen sei, brach dem sonst noch so rüstigen Manne das Herz, und er überlebte den schweren Schlag nicht lange. Er war eine echte Künstlernatur, ein feiner Kenner und von nimmermüder Arbeitslust. Im Neubau leistete er Hervorragendes, doch hat er nicht allzu viele Geigen gemacht, da er hauptsächlich als Reparateur beschäftigt wurde. Sein Lack war zu dick und hat wenig Leuchtkraft. Ein besonderes Geschick besaß er in der Verkleinerung (»récoupage«) zu großer alter Violoncelli und Bässe. Weniger glücklich war er mit seinen Versuchen, die Wölbung, die Zargen und selbst die äußere Form der Geigen zu ändern. Erfolglos bemühte er sich auch, ein Verfahren zu erfinden, um das Holz künstlich alt zu machen, die Wölbung durch Biegen über dem Feuer herzustellen und den Ton durch Einsetzen eines doppelten Bodens zu erhöhen. Sein ihn überlebender Sohn ist nicht Geigenmacher geworden.
20Geigenzettel: Abb. 646.
22Ramftler, Franz. — München. Geb. 23. Mai 1834 in München
23Schüler von Andreas Engleder, bei dem er auch, nachdem er ausgelernt hatte, noch verblieb. Nach kurzem Aufenthalt in Karlsruhe gründete er 1864 sein Geschäft in München und wurde bald zum Hofinstrumentenmacher ernannt. Er verlegte sich zunächst auf Reparaturen und den Handel mit italienischen Instrumenten und reiste alljährlich zweimal zu diesem Zwecke nach Italien. Im Jahre 1889 setzte er sich zur Ruhe, und erst von da an machte er mit größerem Eifer neue Geigen nach Stradivari, die er mit einem von ihm erfundenen, seit 40 Jahren erprobten Lack lackiert, dem er es hauptsächlich zuschreibt, daß seine Geigen sofort gut klingen und leichte Ansprache haben. Für seine Geigen, sehr gute Orchesterviolinen mit schönem Holz, Lack und Ton, erhielt er schon 1873 in Wien ein Anerkennungsdiplom. Auch ein Wilhelm R. war 1882 in München tätig.
24Geigenzettel: Franz Ramftler / Hofgeigenmacher (gedruckt).
26Ramolo, Giovanni. — Rom. 1626
27Er stammte aus Genua und war in Rom als Lautenmacher in der Nähe der Kirche S. Lorenzo ansässig.
29Ramsay, William. — Biggar. Geb. 16. Januar 1869 in Biggar
30Ein Liebhaber, der eine Anzahl guter Violinen nach Stradivari gemacht hat. Er verwendet Öllack.
31Geigenzettel: W. Ramsay / Biggar / 1897 (gedruckt).
33Ramusio, Giovanni. — Turin. 1779
34Selten vorkommender Lautenmacher. Eine Mandoline von ihm besitzt das Landesgewerbemuseum in Stuttgart (Nr. 9, 19).
36Ranaldi, Antonio. — Neapel. 1898
37Er sowohl als sein Sohn gelten als gute Mandolinenmacher.
39Rance, Thomas. — Brüssel. 1681
40Verschiedene Schriftsteller erwähnen, aus der gleichen Quelle schöpfend, diesen Namen, der sich auf einem geschriebenen Zettel in einer Geige befunden haben soll. Es war mir jedoch unmöglich, irgendwelche Dokumente für die Existenz dieses Geigenmachers zu verschaffen. Auch Vidal und de Piccolellis kennen ihn nicht.
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