Scan 411
Die Geigen und Lautenmacher vom Mittelalter bis zur Gegenwart, 1922
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1Rechardini (Recardini), Pietro. — Venedig. 1617
2Ich habe nur eine einzige Geige mit diesem Namen bei einem Geigenmacher gesehen. Sie war ziemlich hoch gewölbt, die Umrisse nach Amati, gutes Holz, prächtiger, goldroter Lack. Die Schnecke war weniger schön, der Ton weich und ansprechend. Es soll übrigens auch im 19. Jahrhundert einen Pietro Recardini gegeben haben, der noch um 1867 lebte.
4Rechardini, Zuane (d. i. Giovanni). — Venedig. 1605. 1609
5Man kennt sowohl Lauten als Geigen von ihm. Die Arbeit ist gut, wenn auch nicht außergewöhnlich. Die staatl. Sammlung in Berlin besitzt eine reich eingelegte italienische Gitarre von 1609 und eine romanische Theorbe dieses Meisters. De Piccolellis und Vidal schreiben Rechardini und setzen irrtümlich das 18. Jahrhundert als seine Lebenszeit an; andere lasen gar Bechardini. In einem Terzino di Contrabasso (Baryton) der Sammlung Correr in Venedig findet sich der nachfolgende Zettel. Andere lesen übrigens »del bosco«, statt del Basso.
6Geigenzettel: Zuane Rechardini di Venezia / all’ inseagna del Basso 1605 (gedruckt).
8Récio, José. — Cadix. 1854
9Mittelmäßiger, spanischer Lautenmacher des 19. Jahrhunderts
11Reegan. — Limerick. 1806
12Ein Irländer, der wohl nur aus Liebhaberei Geigen gemacht hat, sich aber auf den Ton verstand. Er verwendete geschriebene Zettel.
14Regenspurger, Matthias. — Wien. 1680. 1731
15Er wurde am 16. Mai 1681 Bürger und wird als »Lauten- und Geigenmacher« bezeichnet. Eine Viola von ihm auf den Kgl. Weinbergen bei Prag trägt den Zettel: Matthias Regenspurger Lauten / vnd Geigenmacher in Wienn Anno 1690 (gedruckt).
17Reggiani, Francesco. — S. Martino d’Este (Modena). 1836. 1837
18Nach Valdrighi (2183) hat er Geigen und Gitarren gemacht.
20Rehbock, Johannes. — Oldenburg. 1921
21Ein Instrumentenmacher, der eine neue Laute (Gitarre) erfunden hat, an deren Hals mehrere federnde Tasten angebracht sind, die von rückwärts mit dem Daumen gespielt werden. Bei einfachster Handhabung ermöglicht die Erfindung das Spielen aller Tonarten.
23Regnault (Regnault) s. Renault
24Rehm s. Rem
26Reichel. — Markneukirchen
27Name einer weitverzweigten vogtländischen Geigenmacherfamilie, der in älterer Zeit auch Reichelt und Reicholt geschrieben wurde. Geigenmacher aus dieser Familie sind:
29Reichel, August Anton. — Geb. 20. Februar 1841 in Markneukirchen
30Sohn von Friedrich August II R. Nachdem er die Schule als Erster in seiner Klasse verlassen hatte, kam er zunächst zu seinem Oheim Wilhelm Voigt in die Lehre, bei dem er das Gitarrenmachen erlernte. 1859 trat er bei seinem Vater ein, wurde nun noch zum Geigenmacher ausgebildet und kam dann zu dem Hofgeigenmacher R. Weichold nach Dresden, wo er bis 1863 blieb, um dann seiner Militärpflicht zu genügen. Die damals üblichen längeren Urlaubsfristen verbrachte er teils bei seinem Vater, teils bei Weichold. 1866 mußte er mit in den Krieg, machte u. a. die Schlacht bei Königgrätz mit und kam schließlich bis Wien, von wo er nach dem Friedensschluß wieder heimkehrte. Am 9. Januar 1868 verheiratete er sich mit Auguste Christine Geipel aus Fleissen bei Eger, wurde Bürger und Meister und begründete seine eigene Geigenmacherwerkstatt. Beim Ausbruch des Deutsch-Französischen Kriegs wurde er wieder eingezogen und kam, von einer Verletzung der großen Zehe abgesehen, in allen Schlachten glücklich durch. Zurückgekehrt, arbeitete er gemeinsam mit seinem Vater und hat viel für R. Weichold — auch Gitarren und Baßbogen — angefertigt. Seine Geigen sind sauber und sorgfältig in allen Teilen ausgeführt; er fand viel Zuspruch und konnte sich 1875 ein Haus in der Neuen Straße kaufen, das er noch bewohnt. Auch seine beiden Söhne August Otto R. und Max Hugo R. sind Geigenmacher geworden. Daß er ein tüchtiger Lehrer ist, beweist die große Zahl geschickter Geigenmacher, die seine Schüler gewesen sind.
32Reichel, August Ferdinand. — Geb. 13. März 1806, † 6. November 1866
34Reichel, August Otto. — Geb. 24. September 1873
35Sohn von August Anton R.; verheiratet mit Marie Voigt. Ein talentvoller Geigenmacher, der die Instrumentenmacher-Fachschule in Markneukirchen mit Auszeichnung besucht hat.
37Reichel, Carl August. — Geb. 27. November 1835, † 29. Februar 1858
39Reichel, Carl Friedrich. — 1768. 1769
40Er wurde nach Erfüllung aller Vorschriften und nachdem er das übliche Meisterstück verfertigt, am 7. Aug. 1769 als Meister in die Zunft aufgenommen. Da sein Name in den Pfarrbüchern zu Markneukirchen fehlt, scheint er dort weder geboren, noch gestorben zu sein.
42Reichel, Carl Gottlob. — Geb. 5. März 1800, † 29. April 1865
44Reichel, Carl Hermann. — Geb. 6. Februar 1837, † in Erlbach 16. Oktober 1885
46Reichel (Reicholt), Christian I. — 1677. † um 1697
47Ein Exulant aus Graslitz; er gilt als der erste Geigenmacher, der sich in Neukirchen niedergelassen hat, und
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