Bow & Bridge Violin and bow makers, as the old books printed them

Scan 413

Die Geigen und Lautenmacher vom Mittelalter bis zur Gegenwart, 1922

39 lines. Read by computer on 27 September 2026, twice; the two readings disagreed in places. Printed page 409. See the scan on archive.org.

1Reichel, Johann III. — Geb. 1697, † 27. Dez. 1751
2Vielleicht ein Sohn von Johann Caspar I R. Er erreichte ein Alter von 54 Jahren 8 Monaten und 7 Tagen.
4Reichel, Johann IV. — Geb. um 1704, † 27. Februar 1761
5Älterer Sohn und Schüler von Johann I R. Er wurde am 31. Juli 1724 Meister. Seine Geigen sehen äußerlich oft besser aus als die seines Vaters, sind aber im Innern weniger sorgfältig gemacht. Er ließ die Eckklötzchen gerne fehlen und machte die Decke und den Baßbalken aus einem Stück.
7Reichel, Johann Adam I. — Geb. um 1710. 1734
8Zweiter Sohn von Johann I R. Er wurde, nachdem er seine Gesellenzeit ordentlich abgedient, am 20. Mai 1734 als Meister in die Zunft aufgenommen. Rechnungsrat K. Friedrich in Posen besitzt ein Violoncello von kleinem Patron mit dem Namen Johann Adam Reichel und der Jahreszahl 1721. Wenn die Jahreszahl richtig gelesen ist, müßte es noch einen älteren gleichnamigen, bisher nicht nachweisbaren Geigenmacher gegeben haben. Vielleicht war der als Johann I bezeichnete Reichel schon nach seinem Taufschein berechtigt, die Namen Johann Adam zu führen.
10Reichel, Johann Adam II. — Geb. 6. Januar 1782, † 25. November 1836
11Einer der besten und fleißigsten Geigenmacher aus seiner Familie. Wie viele seiner Zeitgenossen brachte er auf seinen Zetteln in sinnlosem Latein das Wort »Cremona« neben seinem Namen an oder gab Italien für seine Heimat aus. Am besten sind meist seine zierlichen Violoncelli. Er verwendete auch eine Brandmarke: I. A. R. Ein Violoncello von ihm mit sehr kleinem Korpus und langem Hals besitzt K. Friedrich in Posen.
12Geigenzettel: Abb. 651.
14Reichel, Johann (Hans) Caspar I. — 1677, † 8. Februar 1706
15Bruder von Christian R. Er kam als Emigrant aus Graslitz nach Neukirchen, wurde dort Bürger und 1688, 1696—1704 Mitglied des Zunftrats. Von ihm erzählt die Chronik: »Hans Caspar Reichelt, Geigenmacher, hatte einen guten Fürniss gekocht, und da er solchen vom Feuer aufhub, ihn auff den kalten Erd-Boden satzte, sprengte die Gewalt der siedenden Materie die oben übergebundene Rindsblasen auf, fuhr in heftigkeit zusammen heraus, entzindete sich in Feuer und breitete sich aus, daß es über ihn und zwey nebenstehende Personen sich ergoss, welche die Kleider vom leibe mit der Haut des Fleisches jämmerlich wegebrand, daß Er nach erlittenen heftigen Schmerzen abends 9 Uhr, weil auch inwendig Zunge, Mund und Halz ganz verbrand war, seinen Geist aufgab.« 8. Febr. 1706. one of two readings
16Bruder von Christian R. Er kam als Emigrant aus Graslitz nach Neukirchen, wurde dort Bürger und 1688, 1696—1704 Mitglied des Zunftrats. Von ihm erzählt die Chronik: »Hans Caspar Reichelt, Geigenmacher, hatte einen guten Fürniss gekocht, und da er solchen vom Feuer aufhub, ihn auff den kalten Erd-Boden satzte, sprengte die Gewalt der siedenden Materie die oben übergebundene Rindsblasen auf, fuhr in heftigkeit zusammen heraus, entzündete sich in Feuer und breitete sich aus, daß es über ihn und zwey nebenstehende Personen sich ergoss, welche die Kleider vom leibe mit der Haut des Fleisches jämmerlich wegebrand, daß Er nach erlittenen heftigen Schmerzen abends 9 Uhr, weil auch inwendig Zunge, Mund und Halz ganz verbrand war, seinen Geist aufgab.« 8. Febr. 1706. one of two readings
18Reichel (Reicholt), Johann Caspar II. — Geb. 1693, † 21. August 1755
19Sohn von Johann Caspar I R. Er wurde schon am 8. Juni 1708 — also im Alter von 15 Jahren — Meister und hat dafür als Meistersohn die halben Gebühren bezahlt. »Ist demnach dieser gleich andern vor einen ehrlichen Zunftverwandten und Meister zu estimiren« heißt es im Zunftbuch, wohl mit besonderer Beziehung auf das jugendliche Alter. Er kam bald zu Ansehen und saß von 1740—1743 im Zunftrat. Seine Geigen sind schwach im Holz, schmal und hochgewölbt, sprechen aber gut an.
20Geigenzettel: Johann Caspar Reichel Violin- / macher in Neukirchen, Ao. 1729 (gedruckt).
22Reichel, Johann Christian. — Geb. 5. August 1764, † 15. Januar 1836
23Sohn von Johann Gottfried I R. Nicht ungeschickt, aber namentlich in seiner letzten Zeit sehr handwerksmäßig arbeitend.
25Reichel (Reichelt), Johann Conrad I. — Geb. um 1715. 1762
26Dritter Sohn von Johann I R. Er wurde am 13. Nov. 1737 als Meister in die Zunft aufgenommen.
28Reichel (Reichelt), Johann Conrad II. — Geb. um 1738. 1760
29Vielleicht ein Sohn von Johann Conrad I R. Er wurde am 28. Mai 1760 als Meisterssohn in die Zunft aufgenommen und bezahlte 8 Taler 6 Gr. für das ihm verliehene Meisterrecht.
31Reichel (Reichelt), Johann Friedrich I. — Geb. 1724, † 18. Juni 1792
32Jüngster Sohn von Peter R. — Er wurde am 11. Juni 1745 als Meister in die Zunft aufgenommen und galt als geschickter Geigenmacher. Er starb im Alter von 68 Jahren 4 Monaten und 6 Tagen.
34Reichel (Reichelt), Johann Friedrich II. — Geb. 1745, † 19. März 1826
35Sohn und Schüler von Johann IV R. Da er die Werkstatt seines Vaters, der 1761 starb, übernehmen mußte, wurde er schon mit 16 Jahren Meister und als solcher am 27. August 1762 von der Zunft aufgenommen. Er war der erste, bei dem es im Zunftbuch heißt, daß er außer den üblichen Gebühren für die Aufnahme auch 12 Groschen für Pfeifen und Tabak ausgeben mußte. Er war sehr geschickt, wenn auch nicht eigenartig, arbeitete bis in sein hohes Alter und starb mit 80 Jahren 9 Monaten 1 Tag.
37Reichel, Johann Friedrich III. — Geb. 14. November 1751, † 9. Januar 1820
38Sohn von Georg II R. Er soll viel auf Reisen gewesen sein und mit seinen Geigen die Märkte bezogen haben. Ich sah eine Geige mit seinem Namen aus dem Jahre 1819, die ihm aber wenig Ehre machen konnte.

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