Bow & Bridge Violin and bow makers, as the old books printed them

Scan 415

Die Geigen und Lautenmacher vom Mittelalter bis zur Gegenwart, 1922

34 lines. Read by computer on 27 September 2026. Printed page 411. See the scan on archive.org.

1Reisinger, Ludwig. — Wien. Geb. 15. Juli 1863 in Wien
2Schüler von Ig. Joh. Bucher sen., bei dem er von 1877 bis 1887 tätig war. Im letztgenannten Jahre begründete er sodann sein eigenes Geschäft, das bald einen guten Ruf erwarb. Er macht auch sehr gute Zithern und Gitarren.
4Reisse, Jean-François. — Straßburg i. E. 1776. 1802
5Sein Name findet sich auf Reparaturzetteln in vielen Geigen. Er war Musiker und wird auch im Bevölkerungsregister von 1796 als »musicien« mit dem Zusatz aufgeführt, daß er sich seit 1776 in Straßburg befinde. Neue Geigen dürfte er schwerlich gemacht haben.
7Reiter, Johann Baptist. — Mittenwald. Geb. 19. Mai 1834, † 22. Januar 1899 in Mittenwald
8Er war der jüngste Sohn des Mühlenbesitzers Alois R. in M. und schon mit 12 Jahren Waise. Sein Vormund, der Instrumentenverleger Joh. Baader, brachte ihn zu Jais in die Lehre. Tüchtig vorgebildet kam er dann zu Jean Vauchel nach Würzburg, der später von König Max II. eine besondere Gratifikation erhielt, damit er den jungen Reiter in alle seine Geheimnisse einweihte. Reiter führte nach Vauchels Tode noch 1 1/2 Jahre dessen Geschäft fort, erwarb dann von Vauchels Erben die ganzen Werkzeuge des Meisters und ging 1857, nun ein Meister in seiner Kunst und auch musikalisch geschult1), nach Mittenwald zurück. Hier wurde ihm die Leitung der Wanderschule für junge Geigenbauer übertragen, die bis 1865 bestand. 1867 erhielt er in Paris ein Anerkennungsdiplom, 1873 in Wien ein Ehrendiplom, 1896 in Nürnberg die silberne Medaille. In seinem Sohne erzog er sich einen tüchtigen Schüler und Nachfolger. Er machte auch sehr gute Bogen nach Tourteschen Originalmodellen. Sein Grab schmückt eine herrliche Marmorplatte mit seinem Bildnis in Bronze und der Inschrift: Dem Meister der Geigenbaukunst von seinen auswärtigen Freunden. Sept. 1899. Seine Biographie findet sich in De Wits Zeitschrift f. Instr. 1899, Nr. 15.
10Reiter, Johann. — Mittenwald. Geb. 7. März 1879 in Mittenwald
11Sohn, Schüler und seit 1899 Nachfolger von J. B. Reiter. Er ist gegenwärtig fast der einzige selbständig arbeitende Geigenmacher in Mittenwald, da alle übrigen für die beiden großen Fabriken tätig sind. Seine Arbeit ist tadellos; die von seinem Vater und Vauchel gesammelten Modelle und Zeichnungen versteht er gut zu benutzen; auch seine Bogen verdienen Lob. Er bereitet sich seinen Lack selbst und verwendet außer seinem Zettel manchmal auch eine Brandmarke: J. REITER. Sehr gelobt werden seine Reparaturen. Außer Geigen baut er auch gute Lauten, wobei er in letzter Zeit den Kopf nach einer Gamba von Vinc. Ruggeri schnitzt. Daß er ein ebenso gewandter Geiger und Violoncellist wie Lautenspieler ist, kommt ihm für seine Arbeit sehr zustatten. — Vorzüglich ist auch das von ihm hergestellte Kolophonium. Im Jahre 1906 erhielt er in Nürnberg die silberne Medaille.
12Geigenzettel: Johann Reiter / Streichinstrumentenmacher / Mittenwald 1889 (gedruckt).
14Reitle?, Andreas. — 1740
15Romer in Freiburg hat ein sehr großes, hochgewölbtes Violoncello (Korpus 78,5 cm) zur Wiederherstellung bekommen, in dem sich ein geschriebener Zettel fand, auf dem der Wohnort leider nicht mehr leserlich war: Andreas Eltier Lauten- / und Geigenmacher in / . . . . anno 1740. Ich vermute, daß der Name nach rückwärts gelesen werden muß. Dem schwäbischen Klang des Namens widersprach die Arbeit nicht.
17Rellstab. — Berlin
18Das Musikhistorische Museum in Stockholm bewahrt ein Violoncello und eine Violine von ihm aus dem Besitze der Landesuniversität. Hauptsächlich scheint er Händler gewesen zu sein, und so wird er in den Akten des kgl. preuß. Staatsarchivs, die seine Zollbefreiung in den Jahren 1792—1796 behandeln, auch nur als »musikalischer Instrumentenhändler« bezeichnet.
20Rem, Hans. — Füssen. 1606
21Wohl ein Nachkomme des im Jahre 1529 aus Musau in Füssen eingewanderten Jakob Rem. — Er stand in hohem Ansehen und war i. J. 1606 Fürgesetzter (Aeltermann) der Füssener Lautenmacherzunft.
23Rem, Jeremias. — Füssen. 1621. † vor 1666
24Er wurde am 3. Oktober 1621 als Meister in die Lautenmacherzunft aufgenommen und wohnte im ersten (vornehmsten) Stadtviertel. Seine Witwe setzte nach seinem Tode sein Geigen- und Lautenmachergeschäft fort.
26Reményi, Mihály (Michael). — Budapest. Geb. in Budapest 1867
27Schüler von Georg Tánczer. Begründete, nachdem er in sieben Jahren bei verschiedenen Meistern seine Ausbildung vollendet hatte, im Jahre 1890 sein eigenes Geschäft. Er besitzt bereits eine Anzahl von Ausstellungsmedaillen und Anerkennungsschreiben. Seine Geigen macht er nach J. Guarneri und Stradivari. Bei neuen Geigen verwendet er Öl-, bei Reparaturen Spirituslack. Seine Arbeit ist auch an dem Baßbalken, dem er eine etwas veränderte Form und eine vom gewöhnlichen abweichende Lage gibt (»hangfokozó gerenda«) zu erkennen, wobei er auf »Einteilung der Spannkraft« besonderes Gewicht legt. Seine Erfindung sind die Geigenkästen aus Aluminium.
28Geigenzettel: Reményi Mihály / mű-hegedü készítő / Budapest 18 . . . Opus . . . (Auf Pergamentpapier).
30Remondini, Andrea. — Bologna. 1720. 1723
31Wenn auch nur wenig begabt, gehörte er doch einer guten Schule an, so daß ihm einzelne Violinen recht gut gelangen.
331) Am Kirchenchor in Mittenwald wirkte Reiter als ständiger Violoncellist.

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