Bow & Bridge Violin and bow makers, as the old books printed them

Scan 427

Die Geigen und Lautenmacher vom Mittelalter bis zur Gegenwart, 1922

36 lines. Read by computer on 27 September 2026. Printed page 423. See the scan on archive.org.

1fünf Jahre lang. Um 1890 kehrte er in seine Vaterstadt zurück. Im Jahre 1900 wurde er veranlaßt, seine Werkstatt nach Dessau zu verlegen, und brachte es dort zu besonderem Ansehen und wird als tüchtiger gewissenhafter Meister allgemein geschätzt. Er arbeitet sorgfältig nach Stradivari und ist auch ein vielbeschäftigter Reparateur. Schon 1885 erhielt er in Königsberg für ein von ihm gebautes Quartett eine silberne Medaille und seitdem noch manche andere Auszeichnung.
3Rösendahl s. Weber
5Roeser, Johann. — Würzburg. 1872. 1878
6Er begründete 1872 sein Geschäft in Würzburg und machte nach seiner eigenen Anzeige »Violinen in Cremoneser Manier«. Daß er die »Cremoneser Manier« gut getroffen habe, will ich nicht behaupten.
8Roger, G. — Montpellier. 1820
9Seine Geigen sehen wie mittelmäßige Mirecourter Fabrikware aus und sind unsauber in der Arbeit. Er soll allerdings auch bessere gemacht haben, doch sind sie mir nie vorgekommen.
11Rogeri¹), Giovanni Battista. — Brescia. Geb. um 1650. 1730
12Er stammte aus Bologna und kam zu Nikolaus Amati in Cremona, wo er ein Mitschüler Stradivaris wurde. Beide waren von großem Einfluß auf seine Entwicklung, und so verwendete er auch mit Vorliebe ein amatiertes Stradivariomodell. Seine Arbeit ist in allen Teilen vortrefflich, der Lack sehr schön und von goldroter oder hellrötlicher Farbe, die Schnecke zierlich, aber von edlem Schwunge. Die F-Löcher erinnern an N. Amati. Besonders klangvoll sind seine Violoncelli. Auf seinem Zettel gibt er nach seinem Namen auch in Abkürzung seine Heimat an. Dieses »Bon(oniensis)« wurde oft mißverstanden und ihm der Beiname »il Bon« gegeben! Seine Zettel sind schwarz oder rotgedruckt.
13Geigenzettel: Jo: Baptista Rugerius Nicolai Amati / Cremonae alumnus Brixiae fecit anno 1709 (gedruckt) und Abb. 645.
15Rogeri, Pietro Giacomo. — Brescia. Geb. um 1680, † nach 1730
16Sohn von Giambattista R., dessen Schüler er wahrscheinlich gewesen ist. Er ahmte seinen Vater nach, ohne ihn ganz zu erreichen; auch ist sein Modell schlanker. Er war sehr fleißig und hat alle Arten von Geigen gemacht. Am besten gelangen ihm Violen und Violoncelli. Holz und Lack sind recht gut.
17Geigenzettel: Petrus Jacobus Ruggerius de Nicolai / Amati Cremonensis Fecit Brixiae 1700 (gedruckt). — Petrus Jacobus Rogeri / fecit Brixiae 1710 (gedruckt).
19¹) Nicht zu verwechseln mit der Familie Rugeri. Es ist ein Verdienst de Piccollelis', den Nachweis erbracht zu haben, daß zwei verschiedene Familien in Betracht kommen, die selbst, um bei der Namenähnlichkeit einer Verwechslung vorzubeugen, Zusätze gemacht haben. Giov. B. Rogeri gab seine Heimat »Bon.« an, und die Rugeri fügten »detto il Per« hinzu. In bezug auf die Orthographie ihrer Namen verschuldeten übrigens beide Familien selbst die häufigen Verwechslungen, da sie sich bald mit o und bald mit u schrieben.
21Rogieri, Domenico. — San Valentino, Cremona (?). Um 1750
22Seinem Zettel nach stammt er aus Reggio. Ob er in irgendeiner Beziehung zu den Familien Rogeri oder Ruggieri stand, ist nicht nachzuweisen. Er ahmt ein Amatimodell nach, und wenn er zeigen wollte, was er konnte, arbeitete er recht sorgfältig, verwendete einen guten, goldgelben Lack, machte doppelte Einlagen und erzielte auch einen sehr guten Ton. Er scheint sich jedoch frühzeitig auf die Herstellung ganz billiger Geigen verlegt zu haben; bei diesen läßt er die Einlagen gewöhnlich fehlen und verwendet das nächstbeste Holz, dem er dann durch aufgemalte Flammen ein besseres Aussehen zu geben versucht. Solche Geigen gleichen den sog. »Bauern-Testore«. Es gibt Zettel von ihm mit dem Wohnort »Cremona«. Wenn dabei aber Jahreszahlen, die gewöhnlich um ein Jahrhundert zu früh angesetzt erscheinen, zu finden sind, halte ich die Zettel für unecht, und wahrscheinlich sind dann auch die Geiger selbst unecht, denn in einer wirklich guten Violine von ihm, die Franz Hagemann in Köln-Kalk besitzt, liest man ausdrücklich 1746. Es soll übrigens auch unechte Zettel mit seinem Namen und dem Wohnort Brescia geben. — Vermutlich war Domenico Ronchetti sein Nachfolger und vielleicht auch der Verfertiger der unechten Geigen mit Rogieris Namen. C. Schmidl in Triest besitzt eine gute Dreiviertelgeige mit dunkelrotem Lack von ihm mit der allerdings fragwürdigen Jahreszahl 1689.
24Rohrmann, Ludwig. — Krauschwitz bei Muskau (O.-L.). 1875. 1898
25»Tonwarenfabrik von Apparaten und Gefäßen für chemische Zwecke«. Er machte interessante akustische Versuche und stellte in der Berl. Mus.-Ausst. 1898 Geigen aus Ton im Gewichte von 600—700 g aus. Das Patron bestand aus einem Gemisch verschiedener Tonmaterialien und Infusoriererde, hart gebrannt, porös, und hatte je nach Notwendigkeit der Klangwirkung eine verschiedenartige Wandstärke von 1—2 mm (Modell Stradivarius). Alle übrigen Teile waren wie bei den Violinen aus Holz. Der Klang ist stärker, aber weniger ansprechend als bei Holzgeigen. Zwei solche Geigen sind in Berlin in der staatl. Sammlung alter Musikinstrumente, Nr. 908 und 909.
27Roht (Roth), Johann. — Nürnberg. 1672
28Ein selten vorkommender Nürnberger Meister, von dem Sekretär G. Endres in Fürth eine sehr schöne Viola besitzt.
29Geigenzettel: Johann Roht / 16 Nürnberg 72 (gedr.).
31Roider, Ignaz. — München. Geb. in München 1866
32Schüler von Hans Wach. Nach einer Lehr- und Wanderzeit von 1884—1901 übernahm er von Josef Lederer Xaver Thumharts Werkstatt, die er jetzt fortführt. Er machte hauptsächlich Zithern, aber auch Violinen.
34Roismann, Johannes. — Breslau. 1630. 1680
35In seiner Arbeit erinnert er in bezug auf die prächtigen Einlagen an Joachim Tielke. Eine reichverzierte,

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