Scan 430
Die Geigen und Lautenmacher vom Mittelalter bis zur Gegenwart, 1922
44 lines. Read by computer on 27 September 2026. Printed page 426. See the scan on archive.org.
1Roß (Rose, Rosa), John. — London (Bridewell). 1562. 1599
2Berühmter altenglischer Lautenmacher, dem Hawkins die Erfindung der Pandore (einer Zitherart, die im 17. Jahrhundert in Aufnahme kam) zuschreibt. Bei John Mace in seinen »Musicks Monument« (erschienen London 1676) wird er neben Bolles als einer der besten Lautenmacher gepriesen. R. North in seinen »Memoirs of Music« (London 1846) macht auf eine Anzeige in John Carrs Ariensammlung »Tripla concordia« (erschienen 1667) aufmerksam, durch welche eine Viola von J. Roß vom Jahre 1598 ausgeboten wird. Auch das Selhofsche Auktionsverzeichnis (Haag 1759) führt eine Gamba von John Rose Brattwell 1599 auf. Das als »Laute der Königin Elisabeth« bekannte Zitherinstrument trägt den Zettel: Joannes Rosa Londini / fecit in Bridwell, / the 27th of July 1580 (gedruckt). Eine Viola mit Vogelahornboden und dunklem Lack und mit der Jahreszahl 1598 von ihm besitzt der Landschaftsmaler Wildhagen in Halensee. Am Wirbelkasten befindet sich ein Frauenkopf.
4Roßbach, Adam. — (Mark) Neukirchen. Geb. 1732, † 4. April 1800
5Sohn eines gleichnamigen Bürgers und Sägenschmiedemeisters. Nachdem er ordentlich gelernt hatte und Geigenmachergeselle gewesen war, wurde er am 24. Januar 1752 Meister und erreichte ein Alter von 68 Jahren 1 Monat und 2 Tagen.
7Roßbach, Adam Friedrich. — (Mark) Neukirchen. Geb. 23. Sept. 1766, † 20. Sept. 1836
8Sohn, Schüler und Nachfolger von Adam R., den er an Geschicklichkeit übertraf. Er ist mütterlicherseits der Großvater von Ernst Friedrich Reichel.
10Roßbach, August Herrmann. — Markneukirchen. Geb. 23. März 1833, † 22. April 1894
11Da er meist für Wiederverkäufer beschäftigt war, hat er seine Geigen selten bezeichnet und hauptsächlich Handelswaren hergestellt.
13Roßbach, Christian Gotthilf. — (Mark) Neukirchen. Geb. 1776, † 4. März 1843
14Jüngerer Sohn von Adam R. Er arbeitete nicht unsauber, benutzte aber die von anderen vorgearbeiteten Bestandteile und hatte einen unschönen, harten Spirtuslack. Als er starb, war er 67 Jahre 5 Monate und 14 Tage alt.
16Roßbach, Friedrich Gotthilf. — Markneukirchen. Geb. 1. Juni 1801, † 26. Dezember 1860
17Angeblich Schüler von Christian Gotthilf R., an den seine Geigen auch erinnern. Ein Heinrich Roßbach, geb. 24. Juli 1864, lebt noch als Geigenmacher in Markneukirchen. Er soll lange in Holland, so in Tilburg usw. gearbeitet haben und galt als recht tüchtig.
19Rossi, Enrico. — Pavia. Geb. im März 1848 in Pavia
20Sohn und Schüler von Giovanni Rossi, bei dem er sich seit seinem siebenten Jahre mit dem Geigenmachen beschäftigte. Er arbeitet nach den Modellen von Guarneri, Stradivari, Guadagnini und Testore. Seine Arbeit ist gut, ebenso der Lack, den er selbst bereitet. Im Jahre 1877 erhielt er eine Medaille. Sein Sohn Vilelmo ist gleichfalls Geigenmacher und jetzt Teilhaber der Firma Enrico Rossi & Figlio.
21Geigenzettel: (Med. 1877) Enrico Rossi / Fabbricante d'istrumenti a / corde / Pavia, Piazza del Carmine / 1888 (gedruckt).
23Rossi, Ferdinando. — Modena. 1880
24Er galt als geschickter Wiederhersteller alter Geigen; seine neuen sind dagegen nicht besonders lobenswert.
26Rossi, Gaetano. — Mailand. 19. Jahrhundert
27Vielleicht ein Sohn und Schüler von Nicola R. Ein in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts tätiger, tüchtiger Baßmacher, doch machte er auch alle anderen Streichinstrumente. Seine Geigen sind weniger gut als seine Violoncelli; aber er war als sorgfältiger Reparateur berühmt. Sein Lack war dünn und rötlich. Statt eines Zettels verwendete er öfters eine Brandmarke: »Rossi, G., Milano«, die er mehrfach einbrannte. Ein großes Violoncello von ihm besitzt das Mailänder Konservatorium.
29Rossi, Giovanni. — Pavia. 1847. 1858
30Es gibt gute Kontrabässe und einige Violinen von ihm. Er soll Schüler von Pallota in Perugia gewesen sein und dort schon um 1821 gearbeitet haben. Auch in Rom war im 19. Jahrhundert ein Giovanni Rossi in der Via dei Serviti tätig.
32Rossi, Giuseppe. — Triest. 1851
33Ein Geigenmacher, der mir bisher nur durch seinen Reparaturzettel in einer Amatigeige bekannt wurde.
35Rossi, Nicola. — Mailand. 1842. 1844
36Seine Arbeit ist gut, der Lack drachenblutrot. Einen Kontrabaß von ihm besitzt das Mailänder Konservatorium.
37Geigenzettel: Nicola Rossi / Fabbricatore e restauratore / d'istrumenti a corde armoniche / Abita in Milano / Contrada S. Mattia alla Moneta / al civico 3137 / Fece nell Febraio del / 1844 (gedruckt).
39Rossi, Vilelmo. — Pavia. Geb. um 1875
40Sohn von Enrico Rossi und jetzt sein Teilhaber. Er erhielt auf der Turiner Ausstellung bereits eine Auszeichnung.
42Rossini, Giovanni Maria. — Ravenna. 1775. 1766
43Ein wenig bekannter Geigenmacher, von dem Oberförster R. Thiermann in Wolfsgrün i. Erzgeb. seit langen Jahren eine sehr gute, flachgewölbte Violine besitzt, die sich durch prächtigen Lack und einen vollen und doch weichen Ton auszeichnet. Auf dem Boden
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