Bow & Bridge Violin and bow makers, as the old books printed them

Scan 434

Die Geigen und Lautenmacher vom Mittelalter bis zur Gegenwart, 1922

40 lines. Read by computer on 27 September 2026. Printed page 430. See the scan on archive.org.

1Die Ruggeri sind übrigens auch sonst in der Musikgeschichte hervorgetreten. Ein Antonio Ruggeri war um 1640 ein berühmter Sänger und Giovanni Maria Rugeri ein bekannter venetianischer Tondichter, von dem unter anderem 1696 »Marianne«, 1698 »Miltiade«, 1702 »Amor por vendetta«, 1709 »Arato in Sparta« und 1710 »Armida abandonata« erschien.
3Ruggieri, Antonio. — Cremona. 1723
4Ein bisher unbekanntes Mitglied der Familie, dessen Zettel P. de Wit veröffentlicht. Hiernach war er ein Sohn von Giacinto.
5Geigenzettel: Antonio Ruggieri figlio / del fu Giacinto fece / in Cremona. 1723 (gedruckt).
7Ruggeri, Domenico s. Rogieri
9Ruggeri (Rugieri), Francesco. — Cremona. 1645. 1700
10Der älteste und bedeutendste Geigenmacher der Familie. Er wohnte in der Contrada Coltellai Nr. 7 und war ein Schüler Nicola Amatis, den er nachahmte. Nur seine F-Löcher sind kürzer und weiter, die Wölbung etwas höher und das Modell ein wenig breiter; die Umrisse sind schwungvoll, die Einlage breit und der Lack, der leuchtend und durchsichtig wirkt, ist meist von dunkelgelbroter oder hellgelbroter Farbe. Das Holz ist in der Regel vortrefflich und oft auch schön geflammt. Häufiger als seine Violinen kommen Violoncelli von ihm vor, deren Modell allerdings ein wenig zu lang erscheint; auch verwendete er bei diesen manchmal zu Zargen und Boden geringere Holzarten, immer aber verstand er, einen edlen vollen und schönen Ton zu erzielen. Ein echtes Violoncello von ihm ist heute nur zu sehr hohem Preis zu haben, doch besitzt der Violoncellist Bertie Withers ein solches aus dem Jahre 1679. Auf dem Zettel der von Ole Bull gekauften Geige Schlossers (aus dem Jahre 1665) nennt er sich Francisco Ruger, und auch auf späteren Zetteln kehrt diese Schreibweise des Namens wieder, ebenso auch: Rugier, Ruggieri und Ruggeri. Eine sehr schöne Geige von ihm besitzt Th. Hämmerle in Wien.
11Geigenzettel: Abb. 664.
13Ruggeri (Rugieri), Giacinto Gio. Battista. — Cremona. 1666. 1696
14Sohn von Francesco R. und dessen Schüler. Auf seinen älteren Zetteln nennt er sich Gio. Battista, später aber nur Giacinto, und beruft sich dabei darauf, ein Sohn Francescos zu sein. Seine Arbeit entspricht seiner Schule; auch er machte hauptsächlich Violoncelli und verwendete allerlei Holzarten. Sein Modell ist breit, ziemlich gewölbt, der Ton sehr gut und der Lack von dunkelbrauner Farbe. Er kommt seinem Vater zwar nicht ganz gleich, ist aber doch sein würdiger Schüler. Eine Violine von ihm besitzt Carl Stoeber in Würzburg.
15Geigenzettel: Gio Battista Rugier detto il per / fecit Cremonae Anno 1666/7 (gedruckt). — Giacinto filio di Francesco / Rugier detto il per 1692 (gedruckt). — Giacinto filio di Francesco / Ruggerie detto il Per 1696 (gedruckt).
17Ruggeri (Rugieri), Guido. — Cremona. 1720
18Ein Meister dieses Namens wird mehrfach erwähnt, doch kenne ich weder Arbeiten noch Zettel von ihm, und wenn Bagatella einen »Giannuario Ruggier« lobpreist, so scheint er wohl Giacinto zu meinen. Noch zweifelhafter ist ein Giorgio R., doch gibt es tiroler Geigen mit dem schlecht gefälschten Zettel »Georgius Ruscheri 1680«, an denen höchstens das gut geschnitzte Löwenköpfcchen einen gewissen Reiz hat.
20Ruggeri, Pietro Giacomo s. Rogeri
22Ruggeri (Rugieri), Vincenzo, detto il Per. — Cremona. 1690. 1735
23Sohn des Francesco R. Wenn auch weniger bedeutend als der Vater, dessen Beinamen er gleichfalls annahm, so hat er doch einige sehr schöne Geigen, hauptsächlich aber Violoncelli gemacht. Sein Holz ist gut, der Lack gelbbraun. Eine prachtvolle Viola da Gamba von ihm aus dem Jahre 1702, die merkwürdigerweise schon einen gewölbten Boden hat, besitzt die staatl. Sammlung alter Musikinstrumente in Berlin (Nr. 838). Im allgemeinen ist seine Arbeit weniger sorgfältig durchgeführt als die der übrigen Mitglieder der Familie. Beethoven besaß bekanntlich eine Viola von ihm (von 1690), ein Geschenk des Fürsten Lichnowsky.
24Geigenzettel: Vicenzo Rugier detto il Per / In Cremona 1714 (gedruckt) und Abb. 657.
26Rummelhoff s. R. Hansen
28Ruperti, W. — Wismar. † nach 1860 in Wismar
29Die älteste Arbeit, die mir von ihm bekannt wurde, stammte aus dem Jahre 1847. Er machte neue Geigen und war als Reparateur tätig, scheint aber das Bürgerrecht in Wismar nicht erworben zu haben.
30Geigenzettel: Repariert von W. Ruperti / Wismar d. 20. Nov. 1848 (gedruckt).
32Ruperti. — Hamburg. 18 ..
33Mittelmäßiger Geigenmacher, der um die Mitte des 19. Jahrhunderts in Hamburg tätig war.
35Ruppert, Franz. — Erfurt. 1800. 1809
36Vielleicht ein Sohn oder Enkel von Joh. H. R. Ein fleißiger, aber sehr handwerksmäßig arbeitender Geigenmacher. Seine Instrumente sind flach gewölbt und stark im Ton. Man rühmte sie wegen ihrer »Leichtigkeit«; diese stammt aber daher, daß er die Zargen nicht bereifte, die Klötzen in den Ecken fehlen ließ usw. Er wechselte übrigens Patron und Wölbung sehr oft. Sein Lack ist von schwarzbrauner Farbe.
38Ruppert, Joh. Heinrich. — Erfurt. 1719. 1736
39Seine Geigen sind meist flach gewölbt, manchmal sogar zu flach, doch gibt es auch solche, die dem Stainermodell sich nähern. Die Köpfchen, die er gern am Wirbelkasten anbringt, zeigen eine geschickte Hand. In besonderem Ansehen stand er als Gambenmacher. Ein »Violoncello piccolo« von ihm vom Jahre 1724 mit

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