Scan 437
Die Geigen und Lautenmacher vom Mittelalter bis zur Gegenwart, 1922
54 lines. Read by computer on 27 September 2026, twice; the two readings disagreed in places. Printed page 433. See the scan on archive.org.
1Sainprae (Sainpra), Jakob. — Berlin. 17. Jahrhundert
2In Berlin war nichts über ihn zu ermitteln; sein Name wurde nur dadurch bekannt, daß eine Viola di Bordone (»Baryton«) von ihm, die aus dem Besitze von Quantz stammen soll, im South Kens. Museum 1872 ausgestellt war. Das Instrument samt Bogen ist Eigentum des Viktoria- und Albert-Museums in London. (Richtig geschrieben dürfte der Name Saintpré, Paintprex oder Saint-Preux gelautet haben.)
3Geigenzettel: Jaques Sainpræ A Berlin (gedruckt).
5Sainsione, Giovanni. — Rom. 1725
6Ein auch von Valdrighi (2772) erwähnter, geschickter Lautenmacher, der reich mit Bein und Schildpatt eingelegte Mandolinen gemacht haben soll. Vielleicht ein Nachkomme des venetianischen Lautenmachers »Mastro Sanson«, oder des aus Sizilien stammenden Musikers Batt. Sansone, der im 16. Jahrhundert in Rom lebte, wenn man nicht lieber annehmen will, wozu ich am ehesten geneigt bin, daß Valdrighi oder sein Gewährsmann den Namen falsch gelesen hat. Es dürfte eine Verwechslung mit Giovanni Smorzone (s. d.) vorliegen.
8Saint-Clair (Saint-Clas, Sinclas), Jean-Baptiste. — Mirecourt. 1765. 1790
9Er wurde 1767 in die Zunft aufgenommen und 1776 Meister.
11Saint-George, George. — London, Kew. 1908. 1911
12Ein trefflicher Musiker, Virtuose auf der Viola d’amore, die er auch sehr gut zu bauen versteht und über die er wertvolle Abhandlungen veröffentlicht hat.
14Saint-Jean, Jean-Claude genannt. — Mirecourt. 1768
15Nur von A. Jacquot erwähnt.
17Saint-Paul. — Paris. 1640 ?
18Fétis erwähnt einen Geigenmacher Saint-Paul in Paris, der um 1640 gelebt haben soll. Weder Vidal noch andere haben über diesen St. P. etwas finden können. Er soll das Amatimodell ähnlich wie Boquay kopiert, dunkelroten Lack angewendet und Bässe von schönem Ton gemacht haben.
20Saint-Paul, Antoine. — Paris. 1768. 1789
21Wahrscheinlich ein Sohn von Pierre St.-P. Er war der Schwiegersohn und Nachfolger von Guersan und hatte seinen Laden mit dem Schild »Au luth royal« in der Rue des Fossés Saint-Germain-des-Prés. Er betrieb einen ausgedehnten Musikinstrumentenhandel, war aber als Geigenmacher nicht hervorragend. Er versuchte es auch wiederholt, Boquay zu kopieren, erreichte ihn aber nie. Sein Lack ist schlecht und von blässgelber Farbe. Ob die geschnitzten Köpfchen, die er am Wirbelkasten gerne anbrachte, seine eigene Ar-
22beit waren, erscheint zweifelhaft. Er war geschworener Meister der Pariser Geigenmacherzunft für 1768.
23Geigenzettel: Antonius Saint-Paul, prope Comediam / Gallicam Lutetiæ, anno 1772 (gedruckt).
25Saint-Paul, Pierre. — Paris. 1740. 1743
26Seine Geigen haben kleines Patron und bei aller Roheit der Ausführung einen ziemlich guten Ton, aber immer einen schlechten, gelbgrauen Lack. Besser sind seine Quintone durchgeführt. Er wohnte erst in der Rue de la Comédie française, seit 1772 in der Rue St. André des Arts und führte das Ladenschild: A la lyre d’Apollon. Eine Arbeit von ihm wird in Brunis Inventaire erwähnt; auch war er auf der belgischen retrospektiven Ausstellung von 1878 vertreten.
27Geigenzettel: Abb. 677 und 714.
29Sajot. — Paris. 1720. 1734
30Unbedeutend und handwerksmäßig; seine Violen haben platten Boden und gelbbraunen Lack.
31Geigenzettel: Abb. 704.
33Sales, Ambroise. — Caen. 1768. 1785
34Ein Drechsler, der auch Geigen gemacht hat.
36Sales-fils, Jacques. — Caen. 1778. 1790
37Wahrscheinlich ein Sohn von Ambroise S. Sein geschriebener Reparaturzettel fand sich in einer Geige; wahrscheinlich war er nur Händler, worauf das Md Luthier (Marchand Luthier) zu deuten scheint, es sei denn, daß die Abkürzung Me (Maitre) gelesen werden muß.
38Geigenzettel: Raccommodé par Sales fils / Md Luthier à Caen / rue Saint-Etienne 1784 (geschrieben).
40Sales, Pierre. — Caen. 1768. 1790
41Vermutlich der Vater oder Bruder von Ambroise S. Auch er war Drechsler und Geigenmacher und arbeitete allein in einem kleinen Verkaufsladen.
43Salf. — Mirecourt. Um 1850
44Ein Mirecourter Geigenmacher, der besonders wegen seiner Geschicklichkeit im Wiederherstellen alter Geigen einen guten Ruf besaß. Da er den Werkstattnamen «à la ville de Vénise» führte, kann man ihn vielleicht für den Nachfolger von Dominique Didelot halten. one of two readings
45Ein Mirecourter Geigenmacher, der besonders wegen seiner Geschicklichkeit im Wiederherstellen alter Geigen einen guten Ruf besaß. Da er den Werkstattnamen »à la ville de Vénise« führte, kann man ihn vielleicht für den Nachfolger von Dominique Didelot halten. one of two readings
46Geigenzettel: Réparé par / Salf, a Mirecourt (Vosges) (gedruckt).
48Salino, Giov. Batt. — Rom. 1760
49Seine Geigen haben sehr wenig von dem italienischen Stil seiner Zeitgenossen; sie sind hochgewölbt, der Lack ist braun, ins Schwärzliche spielend, und die Arbeit ungenau.
50Geigenzettel: J. B. Salino / fecit Roma anno 1760 (gedruckt).
52Salle, le Père. — Paris. 1825. 1850
53Tüchtiger Reparateur und feiner, anerkannter Kenner, der einen ausgedehnten Handel mit italienischen Instrumenten trieb. Einige wenige Geigen soll er jedoch selbst nach dem Guarnerimodell gemacht haben, die als gut gelungen bezeichnet werden dürfen.
Makers on this page
The computer misreads some letters and numbers. Where a name matters to you, read the scan.