Scan 44
Die Geigen und Lautenmacher vom Mittelalter bis zur Gegenwart, 1922
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1und 5 nach Maggini. Da er bei wiederholt angestellten Versuchen, wenn er aus dem gleichen Holz eine Geige nach Stradivari und eine solche nach Guarneri baute, stets den Ton der Guarneri-Kopie besser fand, zieht er dessen Modell allen anderen vor und baut danach in entsprechender Vergrößerung auch Violen und Violoncelli. Er ist auch als Reparateur sorgfältig in seiner Arbeit und verwendet Öllack in verschiedenen Farben. Geigen, die er allein gebaut hat, tragen den Zettel: Bergmann András / hegedü készítő / saját kezű készit- ménye / Budapest 1898 (gedruckt), die von seinen Gehilfen gebauten: Készitette Bergmann András / hegedü készítő / Budapest 1901 (gedruckt). Arbeiten seiner Schüler: Bergmann András / hegedü készítő tanítványa/ Budapest 1901 (gedruckt). Reparaturen: Javitotta Bergmann András / hegedü készítő Budapest 1899 (gedruckt).
3Bergonzi, Benedetto. — Cremona. † 1840 in Cremona
4Der letzte Geigenmacher der Familie, der nur als Reparateur von Bedeutung war. Er wohnte noch im Stammhause seiner Vorfahren an der Piazza San Domenico. Von ihm sollen die Angaben über Stradivari und seine Zeitgenossen stammen, die Tarisio dem J. B. Vuillaume machte und die dann Fétis in seiner Schrift über Stradivari verwertet hat.
6Bergonzi, Carlo I. — Cremona. Geb. 1686, † 1747
7Sohn des Michele B. Einer der besten, wenn nicht der allerbeste Schüler Stradivaris, der nach dem Tode von Stradivaris Söhnen Haus und Werkstatt seines Meisters erwarb. Es wird allerdings behauptet, daß er zuerst bei Amati in der Lehre gewesen und erst als Gehilfe zu Stradivari gekommen sei. In seiner Arbeit schließt er sich jedoch mehr an Stradivari an, nur verlängerte er die obere Hälfte des Geigenkörpers und machte die untere etwas breiter, die F-Löcher setzte er etwas höher und näher dem Rande und gab ihnen einen Schnitt, der dem von Guarneri del Gesù nicht ganz unähnlich ist. Die Wölbung nahm er gewöhnlich flach, doch wechselte er mehr als andere mit der Wölbung; die Schnecke ist flacher als bei den meisten seiner Zeitgenossen, aber sehr sauber geschnitzt. Sein Lack ist meist rotbraun oder bernsteingelb, nur manchmal etwas zu dick aufgetragen und deshalb öfter zerronnen, hat aber durch das Alter sehr gewonnen und sieht gerade dadurch originell aus, daß er oft auf Klümmpchen zusammengeschrumpft ist, deren feine Zwischenräume zum Teil bis auf den Holzgrund, zum Teil bis zur ersten Lackierung reichen. Der Ton ist groß und edel, und da Bergonzi stets das beste und gesündeste Holz nahm und seine Geigen sehr stark baute, darf man ihnen eine lange Lebensdauer in Aussicht stellen. Sie gehören zu denen, die in den letzten fünfzig Jahren die größten Preissteigerungen erfahren haben. Man charakterisiert Carlo I B. am besten, wenn man sagt, daß er zwischen Stradivari und Guarneri del Gesù in der Mitte steht. Seine Violoncelli und Bässe sind nicht minder gut als seine Violinen und ebenfalls sehr gesucht. Eine schöne Gamba von ihm besaß de Wit in Leipzig, in dessen Zeitschrift (1895, Nr. 12) sie beschrieben und abgebildet ist. Von seinen drei Söhnen erreichte ihn keiner. Seine ältesten Arbeiten tragen Jahreszahlen vor 1700. So hat ein Geiger in München eine Violine von ihm mit geschriebenem Pergamentzettel aus dem Jahre 1696. Eine Violine von tadelloser Erhaltung, mit rotem Lack, von ihm aus dem Jahre 1737 besitzt Valentin Walter in Grulich i. B.; seine schönste Arbeit, eine Violine, die Tarisio besaß und von der er sich nie trennen konnte, verkaufte Vuillaume später an Konzertmeister Woerle, und jetzt befindet sie sich im Besitz des deutschen Konsuls Baron Liebig in Wien.
8Geigenzettel: Anno 17.. Reuisto, e corretto da me / Carlo Bergonzi in Cremona (gedruckt). — Abb. 95.
10Bergonzi, Carlo II. — Cremona. 1780, † um 1820
11Dritter Sohn von Michel Angiolo B. Er soll ein geschickter Reparateur gewesen sein und war hauptsächlich Mandolinen- und Gitarrenmacher. Die wenigen Geigen, die er gebaut hat, sind minderwertig, unfein in der Form und haben häßliche F-Löcher.
13Bergonzi, Francesco. — Cremona. 1687
14Man will ihn für den Ahnherrn der Familie halten, und es soll auch noch Geigen von ihm geben, in denen er seinen Namen allerdings »Baganzi« schrieb.
16Bergonzi, Giuseppe. — Cremona. 1740
17Es soll auch einen Giuseppe B. gegeben haben. Es ist mir aber nicht gelungen, Instrumente mit seinem Namen ausfindig zu machen. — Ebensowenig solche von einem angeblichen Pietro Bergonzi.
19Bergonzi, Ludovico. — Cremona. 1741
20Ein bisher nicht bekanntes Mitglied der Familie, von dem einzelne Violinen vorkommen, die einer Cremoneser Herkunft nicht widersprechen.
22Bergonzi, Michel Angiolo. — Cremona. Geb. um 1715, † um 1765
23Sohn von Carlo B., dessen Nachfolger er 1747 wurde. Er war mit Barbara Berselli, Tochter des Alfonso B., verheiratet. Wenn er auch nach verschiedenen Modellen arbeitete, so bevorzugte er doch das breite Stradivari-Patron. In der Arbeit ist er recht gut, auch sein Holz ist schön; seinen Vater erreichte er aber doch niemals. Sein Lack ist stumpf und der Ton häufig näselnd, vorzüglich sind seine Bässe. Da er sich frühzeitig besonders auf den Bau von Mandolinen usw. verlegte, kommen Streichinstrumente von ihm verhältnismäßig selten vor. Doch besitzt G. Siefert in Leipzig eine sehr schöne Violine von ihm aus dem Jahre 1736, die denselben Lack zeigt, den Carlo I B. verwendet hat, der so leicht »zerronnen« ist. Auch die Grundierung ist die gleiche wie bei seinem Vater. Eine Violine von ihm besitzt Miß Baird in Elgin (Schottland), eine Pandurina von 1755 C. van Raalte, eine von 1756 die Sammlung Galpin (Hatfield). — Er hatte drei Söhne.
24Geigenzettel: Michel Angelo Bergonzi / Figlio di Carlo fece in / Cremona l'Anno 1749 (gedruckt). — Michelangelus Bergonzi / Fecit Cremonae 17.. (gedruckt)
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