Scan 46
Die Geigen und Lautenmacher vom Mittelalter bis zur Gegenwart, 1922
35 lines. Read by computer on 27 September 2026. Printed page 42. See the scan on archive.org.
1genommen, und verwendete nur Öllack. Seit 1. Juli 1901 sind Albert Caressa und Henri Français seine Nachfolger.
2Geigenzettel: Gustave Bernardel No…/Paris Passage Saulnier 4 / luthier du Conservatoire 18.. (gedruckt) und Abb. 57.
4Bernardel, L. — Amsterdam. Geb. um 1805 in Mirecourt, † 1847
5Bruder von A. Sébast. B., ein talentvoller Geigenmacher, dessen frühzeitiger Tod verhinderte, daß er zu größerem Ruhm kam.
6Geigenzettel: Réparé par L. Bernardel / Amsterdam 1844 (gedruckt).
8Bernardel, Léon. — Paris. Geb. in Paris 22. Aug. 1853
9Sohn von Ernest-Aug. B. Nachdem er von 1869—1870 bei Just Derazey in Mirecourt gelernt hatte, kam er zu Gand & Bernardel frères nach Paris, bei denen er vom 1. August 1870 bis 31. Juli 1898 — also 28 Jahre lang — blieb. Am 1. Oktober 1898 eröffnete er seine eigene Werkstatt; er baut nach Stradivari, Lupot und Gand und verwendet nur Öllack. 1900 erhielt er das Diplom eines Offiziers der Akademie und auf der Weltausstellung eine Bronzemedaille. Seine Geigen sind gut und werden von Musikern sehr geschätzt; so ist er u. a. Lieferant des Lamoureuxschen Konzertes usw. Seinen 1882 geborenen Sohn ließ er in Mirecourt zum Geigenmacher ausbilden und erzog ihn zu seinem besten Mitarbeiter.
10Geigenzettel: Abb. 58.
12Bernardelle, Roussel. — Paris. 1837
13Baute nach Stradivari; seine Arbeit ist nicht schlecht, kommt aber nur selten vor.
15Bernardus. — Udine
16Ein englischer Händler bot eine Violine mit diesem Namen, der wohl nur zur Hälfte gelesen ist, an.
18Berndt, Willy. — Berlin-Neukölln. Geb. 11. April 1876 in Stettin
19Durch den frühen Tod seines Vaters in ärmlichen Verhältnissen aufgewachsen, baute er sich schon als Schulknabe ohne jegliche Anleitung eine Geige, da ihm seine Mutter keine kaufen konnte. Das Instrument war so gelungen, daß ihm von allen Seiten geraten wurde, Geigenbauer zu werden. Da er aber in Stettin keine Lehrstelle erhalten konnte, mußte er zunächst die Tischlerei und den Klavierbau erlernen, aber jede freie Zeit benützte er dazu, sich im Geigenmachen zu vervollkommnen, wenn er auch darauf angewiesen war, die Anleitung dazu aus Büchern zu holen. In seinem zwanzigsten Jahre kam er endlich zu Adolf Pfretzschner, unter dessen Leitung er bald mehrere Geigen in allen Teilen fertigstellte, die schon in unlackiertem Zustand den größten Beifall des holl. Konzertmeisters Max de Groot fanden. Im Jahre 1907 siedelte er nach Berlin über und begründete seine eigene Werkstatt, die sich eines stetig zunehmenden Zuspruchs erfreut. Er baut nach Stradivari und stimmt Boden und Decke harmonisch ab und bereitet sich einen Öllack eigener Zusammensetzung. Sein Sohn Walter, der eine gründliche musikalische Ausbildung erfahren hat, widmet sich jetzt ebenfalls dem Geigenbau.
20Geigenzettel: Gebaut von / Willy Berndt / Berlin-Neukölln / Geigenmacher — den … 192.
22Berner (Perner), Samuel. — Brixen. † 24. Febr. 1754 (im Spital)
23Gute Arbeit. Ein Violoncello von ihm wurde 1890 von Heberle in Nürnberg versteigert. Eine Viola und ein Cello von ihm besitzt Kaufmann Fallmereyer (Eisenhandlung) in Brixen.
25Bernhard, August. — Fleißen. 1884. 1895
26Einer der besseren Geigenmacher seines Heimatortes, der auch als guter Lehrer geschätzt war.
28Bernhard, Carl. — Stadthagen. Geb. 22. Nov. 1857
29Ursprünglich Musiker, brachte ihn der Wunsch, den Ton seiner Streichinstrumente zu verbessern, schon frühzeitig auf den Gedanken, den Geigenbau zu studieren. Meister Weber in Möllenbeck bei Rinteln war der erste, der ihm einige Anleitungen gab. Als Sohn eines Tischlers mit der Holzbearbeitung gut vertraut, versuchte er zunächst, ein Violoncell zu bauen. Der Erfolg spornete ihn zu weiterem eifrigen Studium an, und Weber gab ihm außer praktischer Anleitung auch Bagatellas Schrift und ähnliche Bücher. Er machte jetzt rasche Fortschritte und baute 1885 seine erste neue Geige. Hierauf ging er noch nach Markneukirchen, um seine Ausbildung abzuschließen. Wenn er dort auch nicht alles fand, was er hauptsächlich suchte, so nutzte er doch jede Gelegenheit, die Werke alter Meister kennen zu lernen, mit Eifer aus. Bis 1904 hatte er bereits 178 neue Violinen, 31 Violen, 17 Violoncelli und 58 Bässe gebaut. Er ahmt vorzugsweise das Stainermodell nach, wobei er die Schallkreise elliptisch anordnet, da sonst bei der schnell abfallenden Wölbung die gerade laufenden Fasern des Holzes nach seiner Ansicht zu kurz abgeschnitten würden. Bei flacher Wölbung nimmt er die Schallkreise dagegen rund, wie Bagatella dies vorschreibt. Seine Arbeit ist sorgfältig, der Ton voll und weich; auch als Reparateur wird er geschätzt und erhielt durch Professor Sahla die Arbeiten für die Bückeburger Hofkapelle übertragen.
30Geigenzettel: Carl Bernhard / Geigenmacher / Stadthagen Ao. 19.. (gedruckt).
32Bernhard, Johann Georg. — Mark-Biberbach. 1743. 1746
33Schwäbischer Geigenmacher, der um die Mitte des 18. Jahrhunderts lebte und sehr mittelmäßig arbeitete. Sein Holz ist unschön, zur unrechten Zeit geschlagen, daher jetzt sehr wurmstichig, der Lack schlecht und dementsprechend der Ton armselig. Im Modell ahmt er die Tiroler Schule nach.
34Geigenzettel: Johann Georg Bernhard / Lauten- / und Geigenmacher in Mark-Biber- / bach. Anno 1743 (gedruckt).
Makers on this page
The computer misreads some letters and numbers. Where a name matters to you, read the scan.