Scan 467
Die Geigen und Lautenmacher vom Mittelalter bis zur Gegenwart, 1922
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1Werkstattchild nicht geändert haben. Georgius S. wird übrigens auch von Valdighi (N. 2918) angeführt. Arbeiten mit seinem Namen tauchen mehrfach auf, so wurde eine prachtvoll eingelegte Laute von ihm im Dezember 1909 bei Puttik & Simpson in London versteigert.
3Sellas, Matteo. — Venedig. 1600. 1639
4Der bedeutendste venezianische Lautenmacher neben Magnus Tieffenbrucker, der vielleicht sein Lehrer war. Von ihm haben sich noch viele treffliche Arbeiten erhalten. Er führte das Ladenschild »alla Corona«, das er auch als Brandmarke verwendete oder durch eine Krone andeutete. Das Liceo comunale di musica in Bologna besitzt eine große Gitarre von 1639 von ihm, im South Kensington-Museum war 1872 eine Baßlaute ausgestellt, im Museum des Pariser Konservatoriums befinden sich zwei Lauten (Nr. 230, 231), im Brüsseler Konservatorium ein Chitarone und eine Laute bei Claudius in Kopenhagen von ihm. Das Musikhistorische Museum von W. Heyer in Köln enthält eine Mandoline, eine Gitarre und eine Theorbe und die Sammlung Correr in Venedig mehrere Calascionen dieses Meisters.
5Brandmarke: Alla Corona (oder Krone darunter M. S.)
6Geigenzettel: Matteo Sellas / alla Corona in Venezia (gedruckt).
8Selle, Hans. — Czarnikau (Posen). 1900. 1901
9Ein Dilettant, der sich mit Geigenausbesserungen beschäftigte, auch lackierte und vorher die Instrumente mit Saffran gründierte.
11Selle, Louis. — Mühlhausen, Erfurt. 1861.
121865
13Er wohnte 1861 noch in Mühlhausen und 1863 und noch 1865 in Erfurt. Ich kenne ihn nur aus Reparaturzetteln.
15Selling, O. F. — Stockholm. 1851
16Als Wiederhersteller alter Instrumente nicht ungeschickt.
18Sellos s. Seelos
19Šembera s. Sembera
20Semola s. Simone dal Liuto
21Seni, Francesco. — Florenz. 1634
22Sohn des Vincenzo S. Ein wenig bekannter Lauten- und Geigenmacher.
24Sennewald, Carl. — Rudolstadt, Berlin. Geb. 23. Mai 1888 in Aachen
25Er wollte ursprünglich Elektrotechniker werden und bereitete sich dazu durch den Besuch des Kaiser-Wilhelm-Gymnasiums in Aachen und der Oberrealschule in Magdeburg vor. Sein Interesse am Geigenbau bestimmte ihn aber, diese Absicht aufzugeben. Nachdem er sich durch Selbststudium und praktische Arbeit genügend vorgebildet hatte, trat er bei einer Markneukirchener Geigenfirma als Volontär ein und machte da so rasche Fortschritte, daß ihm sein Lehrherr schließlich ein glänzendes Zeugnis ausstellte. Bereits im Jahre 1905 machte er in München seine ersten Geigen. Er stimmt Decke und Boden harmonisch ab, ahmt die Modelle von Stradivari und Guarneri nach und verwendet altgoldgelben, rötlichen oder altbraunen Lack. Er bezeichnet jede seiner Geigen mit einem weiblichen Vornamen, klebt einen handschriftlichen Zettel ein und bringt im Innern einen Monogrammstempel an. Von 1907—1910 war er in Rudolstadt ansässig und übersiedelte im Januar 1911 nach Berlin. Seine Arbeiten werden von hervorragenden Geigern gelobt.
27Senta, Felicio (oder Fabrizio). — Turin. Anfang des 18. Jahrhunderts
28Wenig hervortretender Lauten- und Geigenmacher, der auch in Florenz gearbeitet haben soll. Eine Diskantviola di Gamba von ihm ist in Kopenhagen, eine gute Viola d’amore in Florenz. Auch im Verzeichnis der Musikinstrumente des Herzogs von Florenz, das Cristofori 1716 angefertigt hat, wird er erwähnt: Nr. 40 »Un bassetto di Fabrizio Senta, di Turino …«.
30Sentchordi, Hermanos. (-Gebrüder). — Valencia. 19. Jahrhundert
31Ihre Gitarren und Bordonen waren recht gut. Ob die Geigen, die in ihrem Geschäfte verkauft wurden, von ihnen selbst gebaut waren, konnte ich nicht feststellen.
33Serangeli. — Paris. 1773
34Er soll ein geborener Römer und Schüler eines nicht nachweisbaren Pariser Meisters David gewesen sein. Nach seinem Zettel wohnte er in der Rue Jean Jacques Rousseau, Maison Bouillon.
36Seraphin, Giorgio. — Venedig. 1742. 1747
37Enkel oder Neffe von Santo Seraphin, von dem er jedoch nur wenig mehr als den Namen erbte. Die Arbeit, das Holz und der Lack sind gut; auch die Schnecke ist hübsch geschnitzt; nur der Ton ist zu schwach. Er verwendete auch eine Brandmarke.
38Geigenzettel: Georgius Seraphin, Sancti nepos / fecit Venetiis 1747 (gedruckt).
40Seraphin, Santo. — Udine, Venedig. 1678. 1737
41Seiner eigenen Angabe nach war er ein Schüler von Nicolaus Amati; seine älteren Instrumente lassen jedoch eher darauf schließen, daß er bei einem Tiroler Meister gelernt hat. Er stammte aus Udine, wo er in den ersten 10 oder 20 Jahren seiner Tätigkeit nachweisbar ist. Es ist ja immerhin möglich, daß er ursprünglich bei einem Tiroler gelernt hat und dann als Gehilfe zu Amati gekommen ist. In seinen reifen Werken steht er ebenso unter dem Einfluß Amatis als Francesco Ruggeris. Er ist seit mindestens 1710 in Venedig ansässig gewesen und darf unbestritten als der bedeutendste venezianische Geigenmacher betrachtet werden. In bezug auf die Sorgfalt der Ausführung wird er nur von Stradivari übertroffen. Die F-Löcher und die Schnecke machte er zeitlebens nach Stainer; auch die Wölbung der Decke, die er ziemlich hoch nimmt, hat Anklänge an Stainers Modelle behalten. Der Boden ist
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