Scan 486
Die Geigen und Lautenmacher vom Mittelalter bis zur Gegenwart, 1922
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1ist als Geigenbaumeister »Meisterbeisitzer« in der Handwerkskammer für Elsaß-Lothringen und Vorsitzender der Gehilfenprüfungen für Musikinstrumentenmacher. Er ahmt das Stradivari- und Guarnerimodell nach und verwendet einen Lack eigener Zusammensetzung. Auf seinem Zettel führt er das Wappen von Cremona als Schutzmarke.
2Geigenzettel: (Wappen von Cremona.) A Stark, / Saiteninstrumentenbauer / Strassburg i./E. Anno . . . . (gedruckt).
4Stark, Heinrich Albin. — Geb. 20. März 1871 in Erlbach, arbeitet als Geigenmacher in Markneukirchen
5Stark, Gustav. — Rohrbach b. Brambach. Geb. 1. September 1861
6Bruder von Hermann St., mit dem er zusammen arbeitet. Er war ursprünglich Bogenmacher und hat nachträglich bei seinem Bruder das Geigenmachen erlernt.
8Stark, Hermann. — Rohrbach b. Brambach. Geb. in Rohrbach 14. August 1865
9Schüler von August Voigt. Nachdem er bei H. Hammig als Gehilfe gearbeitet hatte, übernahm er schon 1885 das Geschäft von Jul. Theod. St.; er macht nach den Modellen der besten alten Meister gute, billige Geigen und bevorzugt Öllack. Sein noch lebender Vater ist Geigenhändler.
11Stark, Walter. — Markneukirchen. 1920
12Mandolinen- und Lautenfabrik, die früher in Erlbach war.
14Statler, Andree. — Genua. 1715
15Er soll ein Schüler von Hier. Amati, dem Sohne des Nicola, gewesen sein. Der Name ist übrigens unsicher gelesen, und manche lesen »Anderl Statlle«, was jedoch falsch zu sein scheint.
17Stauber, Anton. — Köln. Geb. 24. Juli 1850
18Schüler von Georg Tiefenbrunner. Er machte sich 1874 selbständig und ließ sich in Köln als Geigenmacher nieder. Seine Arbeit ist recht gut. Sein Sohn Heinrich St., der ebenfalls Geigenmacher wurde, ist hauptsächlich als Reparateur tätig.
20Staudinger (Stautinger), Mathaeus Wenzeslaus. — Würzburg. 1745. 1775
21Einer der besten deutschen Meister seiner Zeit in Franken, von dem noch hübsche Lauten und Geigen aller Art vorkommen. Zwei hübsche Lauten von ihm (eine aus der Sammlung Snoeck) sind in der Berliner ehemal. Kgl. Sammlung (Nr. 704). Der eine Vorname kommt auf Zetteln auch Wincleslaus und der Familienname Stautinger geschrieben vor. Eine Geige von 1774 und eine Viola aus dem gleichen Jahre von ihm besitzt C. Stoeber in Würzburg. Auch einige gute Violoncelli von ihm sind mir bekannt geworden.
22Geigenzettel: Mathaeus Wenceslaus / Staudinger me fecit / Wirceburgi 1757 (gedruckt) und Abb. 724.
24Stauffer (Staufer), Joh. Anton. — Wien (Kaschau). Geb. um 1805, † nach 1843
25Sohn, Schüler und Gehilfe von Joh. Georg St., mit dem er, selbständig geworden, eine Zeitlang, mindestens von 1840—1843, gemeinsam arbeitete und dem er auch nach Kaschau folgte. In den Wiener Bürger- und Steuerbüchern kommt sein Name nicht vor. Geigen, die seinen Zettel tragen, sind denen seines Vaters sehr ähnlich, haben aber Ecken und Ränder von zierlicherer Ausführung. Eine Gitarre von ihm ist aus der Sammlung Snoeck nach Berlin gekommen (Nr. 352).
26Geigenzettel: Abb. 682 und 723.
28Stauffer (Staufer), Johann Georg. — Wien (Kaschau). Geb. 1778, † 24. Januar 1853
29Ursprünglich Kunsttischler, verlegte er sich bald aus Liebe zur Musik auf den Bau von Gitarren und benutzte jede Gelegenheit, auch die Anfertigung von Streichinstrumenten zu erlernen. Natürliche Anlage, Handfertigkeit und ein gewisser Forschertrieb kamen ihm dabei zu Hilfe, so daß er, als er am 20. Juni 1800 den Bürgereid ablegte, bereits als Lauten- und Geigenmacher bezeichnet wurde. Er hatte seine Werkstatt Stadt Nr. 150 und beschränkte sich anfangs darauf, Gitarren zu bauen, die nicht nur sehr gut im Ton waren, sondern auch äußerlich hübsch ausgestattet, auf der Decke, um das Schalloch und den Saitenhalter mit aus schwarzem Holz geschnittenen Blumen usw. verziert waren. Seine Gitarren waren sehr beliebt und wurden ihm mit 32 fl. C. M. bezahlt¹), ein für jene Zeit sehr hoher Preis, der begreiflich erscheint, wenn man weiß, daß Stauffer unbestritten als der beste Wiener Gitarrenmacher seiner Zeit galt. Er erfand unter anderen 1821 die »Gitarre d’amour«, die ähnlich wie ein Violoncello mit dem Bogen gespielt wurde. Auch nach den Modellen anderer fertigte er Gitarren; eine solche besitzt das Musikhistorische Museum in Stockholm (Nr. 29). Als die Gitarre mehr und mehr aus der Mode kam, zum Teil auch durch die von Ant. Kiendl verbesserte Zither verdrängt wurde, begann Stauffer sich mehr auf den Bau von Streichinstrumenten zu verlegen. Seine Arbeit ist auch hier von peinlichster Sauberkeit. Er verarbeitete nur das allerschönste Holz, kopierte nicht nur Stainer und die Italiener recht gut, sondern auch den Engländer William Forster. Da er große, flachgewölbte Modelle bevorzugte, arbeitete er zumeist nach Guarneri oder »ad normam Antonii Straduarii« (sic), wie er ausdrücklich auf seinen Zetteln angibt, die er in den ersten vierziger Jahren des 19. Jahrhunderts gebrauchte, als er sich mit seinem Sohne J. Anton St. vorübergehend in Kaschau in Ungarn aufhielt²). Besonders schön sind immer seine Schnecken, die »wie gegossen« erscheinen. Sein Lack ist gelb,
31¹) Wie ein Kalender für 1821, den Stauffer als Einschreibebuch benutzte (jetzt im Besitz von W. Th. Jaura), ausweist. Als Käufer erscheint hier der seinerzeit berühmte Prof. Schimansky.
32²) Vermutlich leitete der Sohn die Kaschauer Werkstatt, während der Vater in Wien weiter arbeitete. Dafür spricht auch eine von 1841 datierte Stradivarikopie, die er zusammen mit dem Klaviermacher Fr. Wolff herstellte.
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