Scan 49
Die Geigen und Lautenmacher vom Mittelalter bis zur Gegenwart, 1922
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1Beßler, Adam. — Eperjes. 1670
2Daniel Speer berichtet in seinem »Unterricht in der musikalischen Kunst« (Ulm 1687, bei S. W. Kühne) über die Viola Baryton: »Ich habe auf meiner Peregrination nicht mehr als am bischöflichen Hofe zu Freising einen (Barytonspieler) angetroffen, auch der gleichen Instrument nirgend als zu Eperes in Ungarn bei dem Stadt-Trompeter Musico Adam Besslern, der als ein berühmter Geigenmacher solches selbst gemacht.«
4Bessolaz, lebt als »Luthier« in Chambéry (Dép. Savoie)
6Betts, Edward (»Ned Betts«). — London. Geb. in Stamford?, † um 1815 oder 1820
7Neffe von John Betts und wie dieser Schüler von R. Duke. Ein tüchtiger Geigenmacher, dessen eigene Arbeiten Lob verdienen. Die Einlagen machte er sehr gut, schnitt schöne F-Löcher und schöne Schnecken; nur der Lack ist hart und unklar. Da in England aber — wie leider auch anderwärts — moderne Geigen schlecht bezahlt werden, verlegte er sich auf das Nachahmen alter Instrumente, besonders solcher von den Amatis, worin er es zu großer Meisterschaft brachte.
9Betts, John Edward (»Old John Betts«). — London. Geb. 1755, † im März 1823
10Schüler des älteren R. Duke. Er stammte aus Stamford, Lincolnshire, und war weniger hervorragend als Geigenmacher wie als Händler und Kenner. Die Geigen, die seinen Namen tragen, sind sehr verschieden, was daher kommt, daß Carter, sein Neffe Betts, B. Fendt und seine Söhne, Panormo usw. für ihn arbeiteten. Er ließ u. a. treffliche Kopien nach den Cremoneser Meistern herstellen. Sein Geschäftsnachfolger war sein Bruder Arthur B., der Violinlehrer gewesen war. Dessen gleichnamiger Sohn und Nachfolger war gleichfalls kein Geigenmacher. Eine Stockgeige (1800) von ihm besitzt T. W. Taphouse.
11Geigenzettel: Jo Betts No 2 / Near Northgate the / Royal Exchange / London 1782 (gedruckt).
13Betz s. Petz
15Beuthner, Adolf. — Markneukirchen
16Schüler von Reinhold Paulus. Als Gehilfe arbeitete er in Leipzig, Berlin und Kopenhagen, kehrte 1895 in seine Vaterstadt zurück und machte sich selbständig. Er beschäftigt sich mit dem Neubau und der Wiederherstellung von Geigen und treibt auch einen Handel mit alten Musikinstrumenten.
18Beuthner, Johann Ulrich. — Hamburg. 1710
19Sein Name kommt auf einem Reparaturzettel in der ehemaligen Sammlung Hammer vor. Er scheint jedoch das Bürgerrecht nicht besessen zu haben, weshalb sich nichts Näheres über ihn ermitteln ließ.
21Beutler, Johannes. — Um 1830
22Eine einfach gehaltene Gitarre mit einem Wirbelkasten, den ein Affenkopf abschließt, wird in W. Heyers Musikhistorischem Museum in Köln aufbewahrt (Nr. 563).
24Beveridge, William. — Aberdeen. Geb. Juli 1821 in Craigh, Tough, † Aug. 1893 in Chapel of Garioch
25Als Sohn eines Farmers beschäftigte er sich im Winter mit dem Ausstopfen von Vögeln, Schnitzen von Schnupftabaksdosen und Geigenmachen. Auf das letztere verlegte er sich nach dem Tode seines Vaters ganz und gar. Seine Violinen sind hübsch gemacht, oft reich verziert, haben aber keinen großen Ton. 1886 erhielt er auf der Ausstellung in Edinburgh für Geigen eine ehrenvolle Erwähnung.
26Geigenzettel: W. Beveridge / Fecit / Tough, 1860 (gedruckt).
28Beyer, Emil. — Erfurt. 1895. 1916
29Ein vielseitiger Geschäftsmann, der mit Getreide usw. und mit Geigen Handel treibt und selbst auch Geigen gebaut haben soll, die auf Ausstellungen stets Anerkennung fanden. 1899 erhielt er ein Patent für einen Steg.
31Beyer, F. — Naumburg. 1815
32Ein ziemlich dunkel lackierter großer Baß trägt seinen Zettel: F. Beyer / Instrumentenmacher in Naumburg (geschrieben).
34Beyer, Franz L. E. — Wien. 1920
35Er bringt die sog. TIM-Streichinstrumente (d. h. Ton-Instrumente Markstein) auf den Markt, ist selbst aber kein Geigenmacher.
37Beyer, Robert. — Berlin. 1909. 1910
38Nicht mehr bestehendes Geigengeschäft »Unter den Linden«. Der Inhaber war kein Geigenmacher, beschäftigte jedoch Gehilfen.
40Bianchi, Giovanni. — Florenz. 1746
41Gute Arbeit, aber plumpes Modell, gelber Lack. Hauptsächlich kommen Violoncelli von ihm vor.
42Geigenzettel: Giovanni Bianchi Fec. / In Firenze, anno 1746 (gedruckt).
44Bianchi, Nicolo. — Aix, Paris, Genua, Nizza. Geb. 1796 in Genua, † 1881 in Nizza
45Nachdem er bei Bagatella, F. Calcagni, Cerutti und Pressenda gearbeitet hatte, ließ er sich zunächst in Aix nieder, wo er noch 1845 lebte; er ging dann nach Paris. Seine Werkstatt hatte er bis 1868 in der Rue Croix des Petits-Champs. Seine Violinen sind nicht gleichwertig, er konnte aber, wenn er wollte, sehr gut arbeiten und soll auch sein Interesse der Viola d’amore zugewendet haben. Er war als Reparateur viel beschäftigt, obwohl er es an der nötigen Sorgfalt oft fehlen ließ, und reparierte auch die Baßviola von Gasparo da Salò im Museum des Pariser Konservatoriums (Nr. 197). Von 1868 bis 1872 war er in seiner Vaterstadt und zog dann nach Nizza, wo er starb. Er darf nicht mit Mitgliedern der Familie Blanchi verwechselt werden. Sein Schüler und Nachfolger ist Bovis.
46Geigenzettel: Réparé par Bianchi Nicolo / Luthier décoré / A Parigi 1851 (gedruckt) und Abb. 39.
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- Beßler, Adam
- Beuthner, Adolf
- Beveridge, William
- Beyer, Emil
- Beyer, F.
- Beyer, Franz L. E.
- Beyer, Robert
- Bianchi, Nicolo
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