Scan 50
Die Geigen und Lautenmacher vom Mittelalter bis zur Gegenwart, 1922
52 lines. Read by computer on 27 September 2026. Printed page 46. See the scan on archive.org.
1Bichet, Mansuy. — Mirecourt. 1780
2Wird von Jacquot als Bogenmacher aufgezählt.
4Bichler s. Pichler
6Bienfait, Paul-Emile. — Paris. Geb. 1857 in Rouen
7Er war ursprünglich Geiger und verlegte sich schließlich auf das Bogenmachen, worin er es zu großer Meisterschaft brachte. Seine Bogen tragen die Brandmarke: P. E. Bienfait.
9Biernatzki. — Posen. Um 1860
10Ein schwedischer Staatsrat, ausgezeichneter Violinspieler, der aus Liebhaberei Geigen gemacht hat.
12Biest, Martin van der. — Antwerpen. 1558
13Bisher nur als Clavecinmacher bekannt.
15Bigourat, Nicolas. — Moulins-sur-Allier. Geb. in Saint-Gérand-le-Puy (Allier) 1824, † 1880
16Schüler und Nachfolger von Thibouville in Moulins-sur-Allier. Er hat nur sehr wenige Geigen (meist nach Guarneri) gebaut und sich hauptsächlich mit Wiederherstellungsarbeiten beschäftigt. Er verwendete einen hellbraunen Lack.
17Geigenzettel: Réparé par Nicolas Bigourat / à Moulins en 1823 (geschrieben). — Nicolas Bigourat Luthier près l'horloge / à Moulins 1869 (gedruckt).
19Bigourat. — Le Havre. 1870. 1890
20Sohn von Nicolas B. Hauptsächlich Reparateur.
22Bilveglieri s. Belviglieri
24Bimbi, Bartolomeo. — Siena. 1750. 1769
25Er stammt aus Florenz, war ein Sohn oder wahrscheinlicher Enkel des bekannten gleichnamigen Blumenmalers (1648—1725) und soll um 1760 wieder nach Florenz zurückgekehrt sein. Sein Modell ist klein, sein Lack von schöner orangeroter Farbe, die Arbeit recht gut. Die Inschrift in einem Baß, die seinen Namen mit dem Wohnort Bologna und der Jahreszahl 1701 angibt, erweist sich als gefälscht.
26Geigenzettel: Abb. 59.
28Bina, Johann Nepom. — Prag. Geb. 22. Mai 1826 in Prag, † 25. Jan. 1897 daselbst
29Sohn eines Musikers und Schneidermeisters, Schüler von Franz Lehner, bei dem er auch nach seiner vierjährigen Lehrzeit noch bis 1849 blieb. Später arbeitete er bei Joh. Stob, J. Hamberger in Preßburg, F. A. Patzelt in Budapest und Ant. Hoffmann in Wien und machte sich 1853 in Prag selbständig. Seit 1864 war er beeideter Sachverständiger für Geigen. Er wohnte im Laufe der Jahre Neustadt Nr. 793, 802, 52, 835, 825, 788, 834, von 1878—94 Wenzelsplatz (Václavské náměstí) Nr. 841 und zuletzt »in der Grube« (V Jáme) Nr. 697. In seiner Arbeit ist er ein charakteristischer Vertreter der Prager Schule, wenn auch nur ein Meister zweiten Ranges.
30Geigenzettel: Johannes Bina / Pragae / Fecit Anno Domini 18 .. (gedruckt). — Johann Bina / in / Prag anno 1877 (gedruckt). — Opravil / J. Bina v Praze (gedruckt). — Johann Bina / Musikinstrumentenverfertiger und beeideter / Schätzer, Anno 1885 / Prag / Wenzelsplatz № 5 neu (gedruckt).
32Bindernagel, Johann Wilhelm. — Gotha. Geb. um 1770 in Remstädt bei Gotha, † 30. März 1845 in Gotha
33Er war ursprünglich Tischler, erlernte bei Kleinsteuber in Gotha den Bau musikalischer Instrumente und wurde dann Gehilfe bei Ernst, als dessen Schüler man ihn betrachten kann. Seine Geigen entsprechen den Ernstschen Modellen. Anfangs verfertigte er nur Harfen und Zithern, später jedoch Geigen und schließlich, nach dem Vorgange Ottos in Weimar, vorzugsweise Gitarren, wozu ihn wohl seine Frau, eine geborene Trompheller aus Gotha, die eine ausgezeichnete Virtuosin auf der Gitarre war, veranlaßte. Einzelne seiner Instrumente waren recht gut, seine Geigen jedoch meist von handwerksmäßiger Ausführung. Zwei Zithern von ihm, eine davon fünfhörig, besitzt die staatliche Sammlung alter Musikinstrumente in Berlin Nr. 598 und 599.
34Geigenzettel: Johann Wilhelm Bindernagel / Instrumentenmacher in Gotha / 1798 (gedruckt) und Abb. 37.
36Bing (& Lantez). 1880
37Französische Fabrikfirma.
39Birt. Kommt als Name eines Geigenmachers in englischen Violinen vor
41Bischerei s. Magri
43Bischoff. — Dessau. 1790. 1796
44Ein Kammermusikus, der ein der Viola Baryton ähnliches Instrument, das er Harmonicello nannte, erfand, aber nicht selbst baute.
46Bisiach, Leandro. — Mailand. 1890. 1914
47Besserer italienischer Geigenmacher der Gegenwart, der darauf hält, daß nur Geigen, die in allen Teilen in seiner Werkstatt angefertigt werden, seinen Namen tragen. Er hat in Cremona gelernt und das Studium der alten Cremoneser zu seiner Hauptaufgabe gemacht. Von einer in Mailand lebenden Witwe Stradivari hat er vor einigen Jahren Werkzeuge sowie die Photographie eines Lackrezeptes gekauft, die angeblich noch aus dem Nachlasse des großen Antonio Stradivari stammen sollen. Er ließ sich diesen Kauf auch notariell bestätigen. Er wird als vorzüglicher Reparateur geschätzt und im Anpassen von Baßbalken, Stimmstock und Steg ist er ein Künstler ersten Ranges. Er handelt auch mit alten Meistergeigen und mit in Deutschland oder Frankreich vorgearbeiteten Instrumenten, die in seiner Werkstatt vollendet werden. Seine Söhne Carlo und Andrea erzog er zu tüchtigen Geigenmachern.
48Geigenzettel: Abb. 61.
50Bittner, David. — Wien. 1845, † 1887. Schüler von Wilhelm Ruprecht
51Er begründete schon in sehr jungen Jahren sein eigenes Geschäft und war einer der besseren Wiener Geigenmacher aus der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts.
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