Scan 501
Die Geigen und Lautenmacher vom Mittelalter bis zur Gegenwart, 1922
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1Stradivari, Francesco. — Cremona. Geb. 1. Februar 1671, † 11. Mai 1743
2Sohn und Schüler von Antonio Stradivari. Nach dem Tode seines Vaters arbeitete er eine Zeitlang mit seinem Bruder Omobono zusammen. Zettel mit seinem Namen klebte er in seine Arbeiten erst nach dem Tode seines Vaters ein. Seine Geigen haben noch das Gepräge des Stradivariischen Geistes und sind herrlich im Ton, aber bei weitem weniger sorgfältig ausgeführt als die seines Vaters, den er so wenig erreichte, als er seinen besseren Mitschülern gleichkam. Der Lack ist bräunlich-orangegelb und die Schnecke recht hübsch. Eine wundervolle Geige von ihm aus dem Jahre 1735 besitzt Hofkonzertmeister Prof. Karl Prill in Wien.
3Geigenzettel: Franciscus Stradivarius sub disciplina / A. Stradivarii 1700 (gedruckt) und Abb. 684.
5Stradivari, Omobono. — Cremona. Geb. 14. November 1679, † 8./9. Juni 1742
6Jüngster Sohn erster Ehe von Antonio Str., unter dessen Leitung er auch, nachdem er ausgelernt hatte, arbeitete. Nach dem Tode des Vaters teilte er die Werkstatt mit seinem Bruder Francesco. Er erbat nur wenig von der Kunst seines Vaters, und mit ihm verschwindet der Name Stradivari aus der Geschichte des Geigenbaues, da sich seitdem kein Nachkomme des Meisters mehr der Kunst des großen Ahnherrn zugewendet hat. Omobono gebrauchte zierlich geschriebene Zettel, die aber erst nach Antonios Tod nachzuweisen sind.
7Geigenzettel: Homobonus Stradivarius / sub disciplina A. Stradivarii 1725 (gedruckt) und Abb. 718.
9Strangewood, F. E. — Melbourne. 1888. 1900
10Australischer Geigenmacher der Gegenwart, der die Holzarten seiner Heimat zum Geigenmachen wiederholt mit Erfolg verwendet hat.
12die gelbe weitaus vor. Eine Violine von 1695 besitzt Dr. Fried. Hegar in Zürich, eine von 1700 Prof. Henri Petri in Dresden, eine von 1707 Franz Schörg in Brüssel, eine von 1709 und eine von 1717 Theodor Hämmerle in Wien, eine von 1719 Direktor W. Kux in Wien, eine von 1725, wie schon erwähnt, Flesch in Berlin, eine von 1734 der König von Sachsen. Ein Violoncello von 1724 besaß Prof. Rob. Hausmann in Berlin. Bekannter ist das Violoncello, das in den 70er Jahren von dem verstorbenen Cellisten Krumbholz in Stuttgart für 7000 M. gekauft wurde. Nach dessen Tod erwarb es der Frankfurter Kaufmann Kaiser für die gleiche Summe. Von ihm kam es an C. G. Meier aus London, der es für 10 000 M. dem Geheimrat E. Ladenburg verkaufte, von dem es dann Robert von Mendelssohn in Berlin für 40 000 M. erwarb — 1890 noch ein sehr hoher Preis — obwohl Boden und Zargen der Schönheit der Decke nicht ganz entsprechen und das Violoncello außerdem ein Futter hat. Der Preis hat sich also in kaum zwei Jahrzehnten fast versechsfacht. Bei der zunehmenden Seltenheit einwandfrei echter Arbeiten Stradivaris ist der Wert auch noch immer im Steigen begriffen, ganz abgesehen von der Preissteigerung, die die geringe Kaufkraft unserer Mark im Gefolge hat.
14v. Lütgendorff, Geigen- und Lautenmacher. Bd. II
16Strati, Michael (?). — Verona (?). 1792
17Kammermusiker Salzwedel besitzt eine gute Violine mit dem untenstehenden Zettel. Die Umrißlinien gehen auf Guarneri zurück; die Ränder sind scharf geschnitten, die F-Löcher nach innen abgeschrägt; die Arbeit erinnert an französische Schule, ist sehr sauber, wenn auch beide Hälften nicht ganz symmetrisch erscheinen. Das Holz ist recht gut, der Lack gelb und der Ton weich, wenn auch nicht groß. Die Schnecke scheint nicht von gleicher Hand herzurühren. Einen Geigenmacher namens Strati hat es in Verona nicht gegeben. In den Registern der Geborenen und Gestorbenen der Stadt Verona kommt während des ganzen 18. Jahrhunderts der Name »Strati« nicht vor; auch andere alte Register wurden vergebens durchforscht, so daß mit ziemlicher Sicherheit gesagt werden kann, daß ein Geigenmacher dieses Namens nicht gelebt habe. Da der gleiche Zettel trotzdem in mehreren Geigen gefunden wurde, so kann nur angenommen werden, daß man es mit einem fingierten Namen zu tun hat, der vielleicht dadurch entstanden ist, daß dem Verfertiger eine Inschrift vorschwebte, die wie untenstehender Zettel aussah. Die untere Zeile konnte dann leicht in Verona verwandelt werden.
18Geigenzettel: Michael Strati / Verona 1792 (gedruckt). — Stradi- / var. Año 17 . . (gedruckt).
20Stratton. — Leipzig-Gohlis
21Eine längst eingegangene Geigenfabrik, die erst an Ehrlich, dann an die Fabrik Leipziger Musikwerke überging, und deren Räume 1888 von einem Stickereifabrikbesitzer gekauft wurden.
23Straub, Andreas. — Budapest. † 1872
24Ein wenig bedeutender Geigen- und Saitenmacher.
26Straub, Balthasar. — Graz. 1790. 1828
27Solider Geigenmacher, der vielleicht als Gehilfe bei Mich. Ign. Stadlmann gearbeitet hat, wodurch es sich erklären ließe, daß seine Arbeit der von Math. Daum so ähnlich sieht. Seine Geigen haben kräftige Ränder und rotgelben Lack. Dem Namen nach stammt er vielleicht aus dem Schwarzwald. Diese Annahme wird dadurch unterstützt, daß um die Mitte des 19. Jahrhunderts ein Sohn des 1854 gestorbenen Joh. Gg. Str. aus Löffingen auswanderte, »um zu seinem Oheim nach Steiermark zu gehen«.
29Straub, Franz. — Friedenweiler. 1696
30Vielleicht der Vater von Marx, Matthias und Simon Str., die wohl alle drei seine Schüler waren. Er dürfte aus Füssen nach Friedenweiler gekommen sein. Eine violenförmige Taschengeige von ihm besitzt das Historische Museum in Basel.
31Geigenzettel: Frantz Straub / zue Friedenweiler 1696 (gedruckt).
33Straub, Georg (Jörg). — Füssen. 1625
34Wahrscheinlich ein Bruder von Sebastian Str. Er wurde, wie dieser, am 20. August 1625 als Meister in die Lautenmacherzunft aufgenommen.
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